Trotz Krise: Viele Österreicher haben dieses Jahr Aktien zugekauft

Das vergangene Halbjahr hielt für Investoren einige böse Überraschungen bereit. Wie heimische Anleger die Achterbahnfahrt erlebten, brachte der Österreichische Verband (link is external)Financial Planners im Rahmen einer im Juli 2020 durchgeführten Erhebung in Erfahrung. Insgesamt wurden 397 zertifizierte Finanzplaner quer durch Österreich zu den Reaktionen ihrer Kunden während der Covid-19-Krise befragt.

Lesezeit: ca. 2 min

© Shutterstock

„Ein guter Finanzplaner setzt sich intensiv und genau mit den Bedürfnissen seiner Kunden auseinander. Das ist vor allem in Krisenzeiten gefragt. Durch die Erhebung bekommen wir einen tieferen Einblick in die finanziellen Wünsche und Sorgen der Österreicher. Dabei gab es durchaus einige Überraschungen“, kommentiert Mag. Helmut Siegler, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Financial Planners. Wenig verwunderlich ist, dass sich beinahe alle Kunden (93 Prozent) mit finanziellen Ängsten an ihren Finanzberater gewandt haben. Mehr als zwei Drittel der Kunden (70 Prozent) bereitete die Verschuldungssituation der Nationalstaaten Kopfzerbrechen. Passend zum Klischee der Österreicher als fleißige Sparer, sorgten sich auch zwei von drei Konsumenten (63 Prozent) um ihr Geld auf der hohen Kante. Ebenso war die Sicherheit des Euros für gut jeden zweiten (55 Prozent) ein Thema. So manche böse Zunge würde behaupten, die Österreicher würden sich in finanzieller Sicherheit wiegen – oder hätten sehr großes Vertrauen in die heimische Politik. So fürchtet sich nur jeder Dritte (34 Prozent) vor der Einführung neuer Steuern und auch die Sorge vor der Deflation spielt keine große Rolle (8 Prozent). Die Umfrage des Verbandes zeigt mitunter ein zeitliches Angst-Barometer: Kunden waren mit Bekanntgabe des Lockdowns im März am besorgtesten um ihr Vermögen (73 Prozent), gefolgt von April (18 Prozent).

„Anleger haben größtenteils einen kühlen Kopf bewahrt und keine emotionalen Kurzschluss-Entscheidungen getroffen“, meint Helmut Siegler, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Financial Planners.

© CFP

Österreicher trotzen lang gehegtem Klischee

Heimischen Investoren eilt üblicherweise der Ruf voraus, risikoscheue Aktien-Verweigerer zu sein. Diesem Bild wird in der Umfrage des Verbandes getrotzt: Immerhin gaben 92 Prozent der befragten Finanzplaner an, während der Covid-19-Krise zumindest gelegentlich von Kunden kontaktiert worden zu sein, um Zuzahlungen in Veranlagungsformen mit höherem Aktienanteil vorzunehmen. „Die Österreicher sind dafür bekannt, fleißige Sparer zu sein, aber eher auf renditeschwache Anlageformen wie das Sparbuch zu setzen. Wir beobachten, dass der Aktienanteil steigt. Es ist allerdings noch viel Aufklärungsarbeit im Bereich der Finanzbildung erforderlich, um zu verdeutlichen, dass die Börse auch für den Durchschnittsösterreicher Chancen bietet“, ist Siegler überzeugt. Wenige Finanzplaner (36 Prozent) wurden von ihren Kunden seit dem Lockdown im März kontaktiert, um Notverkäufe von Veranlagungspositionen vorzunehmen. Siegler zufolge ist das ein Indiz, dass Österreicher sattelfester in Geld-Fragen werden: „Anleger haben größtenteils einen kühlen Kopf bewahrt und keine emotionalen Kurzschluss-Entscheidungen getroffen. Diese Entwicklung hin zum mündigen Konsumenten ist eine Bestätigung unserer Arbeit als Verband.“

Rettungsringe dankend angenommen

Ein weiterer Teil der Befragung widmete sich finanziellen Engpässen. Das Konzept der Kurzarbeit in Österreich bot Medienberichten zufolge hierzulande für viele Unternehmen und Mitarbeiter Entlastung. Das bestätigt auch die Erhebung des Verbandes. Nämlich berieten mehr als zwei Drittel der Probanden (83 Prozent) ihre Klienten rund um das Thema Kurzarbeit für Mitarbeiter. Neben der Regierung waren allerdings auch heimische Banken gefragt, um die Liquidität für die Wirtschaft zu sichern. Die meisten kamen dieser Verantwortung nach, indem sie unter anderem Stundungen für Kredite zur Verfügung stellten. Dieses Angebot ist auch dankend angenommen worden – immerhin wurden 71 Prozent der befragten Finanzplaner zumindest gelegentlich auf eine Erweiterung des Kreditrahmens angesprochen.

Ersterscheinung: https: //www.die-wirtschaft.at (hier klicken)

Investment

© PantherMedia/oleg_zhukov (YAYMicro)

Drei aktuelle Ansätze zum Green Banking

2021 steht im Zeichen der Nachhaltigkeit und einer klimafreundlicheren Wirtschaft.

Lesezeit: ca. 4 min

© PantherMedia/Randolf Berold

Der KMU-Tipp der TPA

Neu: Digitalisierung für KMUs mit findig.

Lesezeit: ca. 2 min

© PantherMedia/elxeneize

Wohnungen als Anlage

Die Investition in Wohnraum ist für institutionelle Investoren und für Privatanleger eine interessante Option.

Lesezeit: ca. 3 min

Europas Immobilien-Investmentmarkt

Für die institutionellen Immobilieninvestoren zählt derzeit auf dem europäischen Markt vor allem Sicherheit. Diese können einige Immobiliensparten trotz Pandemie bieten.

Lesezeit: ca. 2 min

Ein scharfer Blick auf’s Geld

Schoellerbank sieht uneinheitliche Wege aus der Coronakrise – und einen baldigen Aufschwung.

Lesezeit: ca. 4 min

© PantherMedia/Dusan Zidar

Der große Kryptowährungsreport

Ohne Regulierung geht es nicht. Kryptowährungen sind technische Innovationen, die eine inklusivere Form des Finanzwesens versprechen.

Lesezeit: ca. 3 min

© Verbund

Verbund investiert mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Energiezukunft

Anlässlich der Bilanzpressekonferenz zum Geschäftsjahr 2020 präsentierte Verbund-Vorstandsvorsitzender Michael Strugl zwei wichtige Projekte für die CO2-freie Energiezukunft in Österreich.

Lesezeit: ca. 3 min

© PantherMedia/Olivier26

Anlagebetrüger waren 2020 besonders aktiv, Betrugsopfer verloren durchschnittlich rund € 42.000

Opfer von Finanzbetrügern haben sich im Jahr 2020 bei der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) gemeldet – der Höchstwert in einem seit Jahren anhaltenden Aufwärtstrend von Betrugsfällen. Der durchschnittliche Schaden beträgt rund € 42.000 pro Person.

Lesezeit: ca. 1 min

TOP LEADER Premium-News, kostenlos abonnieren!

Jetzt registrieren