So nutzen Sie Ihre Gefühle als Medizin Apotheken Umschau

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Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ ist in vielen Apotheken erhältlich.

20.08.2021 | 1 min

So nutzen Sie Ihre Gefühle als Medizin

Tipps, wie man mit positiven Emotionen für körperliche Gesundheit sorgt.

Die Trennung von Leib und Seele prägte über Jahrhunderte die Vorstellung vom Menschen, auch in der Medizin. Inzwischen weiß man: Emotionen können heilsam wirken, aber auch krank machen. Psyche und Körper bilden eine untrennbare Einheit, daran besteht kein Zweifel“, sagt Professor Christian Schubert von der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie in Innsbruck. Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ zeigt, wie man die Medizin der Gefühle heilbringend nutzen kann.

Seelische Schmerzen ernst nehmen

Professor Schubert erforscht die wechselseitigen Wirkungen zwischen Gefühlswelt und körperlicher Gesundheit. Die Erkenntnis der sogenannten Psychoneuroimmunologie: Wie erfolgreich der Kampf gegen Krankheitserreger verläuft, entscheidet sich auch im Kopf. Das heißt: Die körpereigene Abwehr steht in engster Verbindung mit der Psyche. Angst, Trauer, Isolation sowie die Unterdrückung von Gefühlen können sie langfristig hemmen.

Wenn die Seele leidet, ist es wichtig, das genauso ernst zu nehmen wie körperliche Schmerzen – und sich Hilfe zu suchen. Eine Psychotherapie ist eine wirksame Methode, um tiefer liegende Probleme zu lösen. Das bedeutet nicht gleich, dass man sich in jahrelange Behandlung geben muss“, sagt Psychotherapeut Schubert. Die kognitive Verhaltenstherapie bringt beispielsweise oft schon nach wenigen Sitzungen Erfolge.

Kleine Rituale in den Alltag einbauen

Auch kleine Übungen können schon helfen. Zum Beispiel Atmen gegen Ärger. Bei hochsteigender Wut empfiehlt sich folgende Atemübung, schreibt die „Apotheken Umschau“: Man zählt von eins bis vier und atmet dabei langsam ein. Dann zählt man wieder beim Ausatmen von vier bis eins. Wer dies einige Male wiederholt, spürt, wie die eskalierende Emotion abflaut. Auch unfreiwillige Pausen, etwa in der Schlange im Supermarkt oder beim Warten auf die U-Bahn, lassen sich nutzen. Mit kleinen Achtsamkeitsübungen gelingt es zudem, den Moment zu leben. So kann man sich etwa beobachten, wie man gerade sitzt, während man die Zeitung liest. Oder für ein paar Sekunden die Augen schließen und in sich hineinspüren.

Ein Ritual der Dankbarkeit kann ebenfalls für eine positive Gefühlswelt sorgen. Das heißt: sich weniger auf Negatives konzentrieren, stattdessen lieber überlegen, was einem heute Gutes widerfahren ist, worüber man sich gefreut hat. Ein Dankbarkeitstagebuch hilft, positive Gefühle festzuhalten. Studien haben gezeigt: Wer regelmäßig derartige Aufzeichnungen macht, wird optimistischer.

Quelle: Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“