Sind Elektroautos die Lösung?

Die aktuellsten Top-News von unserem Co-Herausgeber und Global-Experten Christoph Leitl.

Lesezeit: ca. 2 min

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Premium-News-Online-Magazin-Co-Herausgeber Christoph Leitl befasst sich diesmal mit einem globalen Thema, das schon vor weit mehr als einem Jahrhundert (!) höchst relevant war. Denn zu Beginn der Entwicklung des Automobils um 1900 und im folgenden Jahrzehnt spielten elektrisch angetriebene Kraftfahrzeuge eine sehr wichtige Rolle im Stadtverkehr. Durch Fortschritte im Bau von Verbrennungsmotorfahrzeugen und durch das Tankstellennetz wurden sie jedoch verdrängt.

Erst in den 1990er Jahren stieg die Produktion von Elektrokraftfahrzeugen wieder an; in den 2000er Jahren wurden leistungsfähige lithiumbasierte Akkus für Fahrzeuge adaptiert. Ende 2019 lag der weltweite Bestand an Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit ausschließlich batterieelektrischem Antrieb, Range Extender oder Plug-in-Hybrid bei knapp acht Millionen. Gegenüber dem Ende 2015 erreichten Stand von 1,4 Millionen entspricht dies nahezu einer Versechsfachung und einem durchschnittlichen Wachstum von mehr als 50 Prozent pro Jahr.

Man könnte also durchaus von einer gigantischen Fehlentwicklung sprechen (schreiben). Nun zu Christoph Leitls top-aktuellen Überlegungen:

Liebe POM-Leserinnen und Leser:

Sind Elektroautos die Lösung?

Mit sechs Batteriezellfabriken will VW bei der E-Mobilität den Durchbruch schaffen und das eigene Absatzziel für reine E-Fahrzeuge für 2030 von 35 auf mehr als 70 Prozent verdoppeln. VW-Tochter Audi will keine neue Verbrennungsmotoren-Generation mehr entwickeln.

Klingt gut, umweltfreundlich, weitblickend. Aber ist dem auch so? Wo kommen die Rohstoffe für diese Batterien her und wo geht die Entsorgung nach Gebrauch hin? Konkret: Wie lange werden Entwicklungsländer, oft unter chinesischer Kontrolle stehend, noch liefern und bereit sein, den Abfall in riesigen Elektromüllhalden zu lagern? Global betrachtet sind Elektronikschrott, Plastikmüll und Atombrennstab-Endlagerung ungelöste Fragen und Probleme, die auf kommende Generationen verschoben werden.

Wenn man sich schon für Elektroautos entscheidet, müssten aber auch diverse Probleme gleichzeitig mit gelöst werden.

Wo bleibt die Kreislaufwirtschaft?

Wir entwickeln Elektroautos mit Milliardenbeträgen, das Vorher oder Nachher interessiert uns vergleichsweise wenig. Wenn man sich schon für Elektroautos entscheidet, müssten aber auch diese Probleme gleichzeitig mitgelöst werden. Europa möchte Frontrunner bei der Kreislaufwirtschaft sein. Die gesamte Wertschöpfungskette soll berücksichtigt werden. Neben den Herstellern müssen daher auch Rohstofflieferanten und Recycler „mitgenommen“ und mitbedacht werden. Ziel ist es, den unkontrollierten Abfluss von wertvollen Sekundärrohstoffen in Staaten mit geringeren Umweltstandards zu verhindern und das Recycling innerhalb der EU zu forcieren. Ganz nebenbei wird dabei auch ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Die Zeit drängt, die Politik muss bessere Rahmenbedingungen setzen, Wissenschaft und Wirtschaft müssen innovative Lösungen entwickeln. Saubere Speichertechnologien und Ressourcen schonende Batterien sind dazu vorrangig gefragt.

Europa kann mit solchen Initiativen zum führenden Standort für Batterieentwicklung und -produktion werden, mit tollen Chancen auch für Unternehmen aus Österreich!

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