Remote Leadership sehen drei Viertel der Führungskräfte als große Herausforderung Hernstein Management Report 2021

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Remote Leadership stellt eine große Herausforderung für Führungskräfte dar.

13.10.2021 | 2 min

Remote Leadership sehen drei Viertel der Führungskräfte als große Herausforderung

„3K“-Phänomen: Führungskräfte, die keine Gelegenheit zu Remote Work haben, schätzen die erschwerte Kommunikation, den spontanen Kontakt zu Mitarbeitenden und den Kontrollverlust bei Remote Leadership als größte Herausforderung ein.

Der Trend zu Remote Work verleiht dem Thema große Aktualität. Der jüngste Hernstein Management Report Nr. 2/2021 zeigt, wie Führungskräfte mit dieser neuen Herausforderung umgehen. Demnach sehen 77% der Führungskräfte die Remote Leadership als große Herausforderung. Hauptursache ist vor allem das Fehlen physischer Präsenz, das zu Schwierigkeiten bei den „3K“ – Kommunikation, Kontrollverlust und Koordination – führt. Akute Konflikte leiten sich daraus in der Minderheit der Fälle ab, latentes Konfliktpotenzial ist jedoch gegeben. Auffällig ist, dass Führungskräfte, die selbst nicht die Gelegenheit zu Remote Work haben, die dislozierte Führung kritischer sehen als ihre KollegInnen, die diese Möglichkeit haben. Offenbar beeinflusst hier die eigene Erfahrung die Sichtweise erheblich.

Michaela Kreitmayer, Leiterin Hernstein Institut für Management und Leadership: „Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende müssen sich neu orientieren. Dies betrifft formelle Abläufe und Strukturen sowie kulturelle Aspekte. Führungskräfte benötigen ein optimal aufgestelltes Team, das effizient zusammenarbeitet – auch wenn es sich nicht permanent im Büro trifft. Beispielsweise braucht es hybrid eine gut abgestimmte Kommunikation, sodass alle Mitarbeitenden die Informationen haben, die sie zum Arbeiten brauchen. Außerdem sind Führungskräfte gefragt, Online Meetings effizient zu moderieren – und diese Skills sind gut lernbar.“

Quelle: Hernstein

Drei Viertel sehen große Herausforderung

29% der befragten Führungskräfte stimmen der Aussage voll und ganz zu, dass die Führung von Mitarbeitenden aus der Distanz eine größere Herausforderung darstellt, als wenn diese vor Ort sind. Weitere 48% stimmen eher zu. Diese Meinung ist vor allem bei jenen Führungskräften verbreitet, die selbst nicht remote arbeiten können: Unter ihnen stimmen 35% voll und ganz zu. Zum Vergleich sind es unter den Führungskräften mit der Möglichkeit zu Remote Work lediglich 26%.

Quelle: Hernstein

Kommunikation, Kontrollverlust, Koordination als Hürden

37% der Führungskräfte, die keine Gelegenheit zu Remote Work haben, schätzen die erschwerte Kommunikation und den spontanen Kontakt zu Mitarbeitenden als größte Herausforderung von Remote Leadership ein. An zweiter Stelle steht der befürchtete Kontrollverlust (26%), an dritter die aufwendigere Planung und Koordination von Remote Work (8%). Führungskräfte, die selbst remote arbeiten, sehen ebenfalls die Kommunikation als größte Herausforderung (27%). An zweiter Stelle folgt bei ihnen jedoch der höhere Aufwand für Planung und Koordination (18%), erst danach folgt der befürchtete Kontrollverlust (12%).

Quelle: Hernstein

„Um Führung auszuüben, muss man sichtbar und physisch präsent sein.“

Als wesentliche Erschwernis von Remote Leadership gilt das Fehlen von physischer Präsenz. Auf einer Skala von 1 bis 4, wobei 1 für volle Zustimmung steht, erreicht die Aussage „Um Führung auszuüben, muss man sichtbar und physisch präsent sein.“ einen Mittelwert von 2,3. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei Inhaberinnen und Inhabern von Unternehmen (Mittelwert: 2,1). Ein empfundener Machtverlust dürfte hingegen eine geringere Rolle spielen. Dieser wird im Durchschnitt mit 2,7 bewertet. Ebenso wird der Aussage eher nicht zugestimmt, dass Mitarbeitende sich mit selbständigem Arbeiten schwertun (2,6).

Quelle: Hernstein

Remote Work hat latentes Konfliktpotenzial

25% aller Befragten meinen, dass es aufgrund von Remote Work etwas häufiger zu Konflikten käme. 5% aller Führungskräfte sagen, dass dies viel häufiger der Fall sei. Umgekehrt sehen in Summe 26 % bei Remote Work in Bezug auf Konflikte eine reduzierende Wirkung. 40% erkennen keine Veränderung. Bemerkenswert ist das Ergebnis nach Führungsebenen: Je höher die Managementebene, desto größer wird das Konfliktpotenzial gesehen. Während im unteren Management 2% viel häufiger Konflikte erwarten, sind es unter InhaberInnen von Unternehmen 14%. Da es sich bei dieser Gruppe um die LetztentscheiderInnen handelt, hat ihre Sichtweise besonderes Gewicht. Kreitmayer: „Führungskräfte benötigen gute ‚Antennen‘, um versteckte Konfliktpotenziale zu erkennen, und den Mut, heikle Themen auch im virtuellen Raum anzusprechen.“

Den vollständigen Report gibt es hier: https://www.hernstein.at/hmr