Panik hinter den Lokaltüren

Österreichs Nachtgastronomie ist schwer angezählt.

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Seit mehr als einem Jahr, nämlich seit März 2020, ist die heimische Nachtgastronomie geschlossen – und nach dem Gastronomie-Gipfel 2021 ist die Öffnung in schier unerreichbare Ferne gerückt.

In eine wirtschaftlich unerreichbare Ferne, denn „selbst, wenn man hervorragend gewirtschaftet hat, ist es unmöglich einen Betrieb über ein Jahr hinweg ohne adäquater finanzieller Unterstützung des Staates am Leben zu erhalten“, klagt Stefan Ratzenberger, Obmann des Verbandes Österreichischer Nachtgastronomen. „An Öffnung denkt derzeit kein Nachtgastronom, aber an eine Perspektive und die Hoffnung wirtschaftlich zu überleben und nicht in allen Entscheidungsprozessen ausgeblendet zu werden.“

Stefan Ratzenberger, Sprecher der Österreichischen Nachtgastronomen.

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Tiefschwarze Nacht

Denn: Alle finanziellen Unterstützungen und sämtliche Lockerungsschritte in der Tourismusbranche sind rein auf die Hotellerie und Tagesgastronomie ausgerichtet. Die Öffnungsschritte mit Gastgärten bis 20 Uhr schließt die gesamte Nachgastronomie aus zweierlei Gründen aus: die frühe Sperrstunde und das Fehlen der Gastgärten.

Die steuerliche Erleichterung der 5%-Mehrwertsteuer-Regel hilft nur Unternehmen der Tagesgastronomie, denn um dies in Anspruch nehmen zu können, muss man geöffnet haben und Umsatz generieren.

© Gastroinitiative

Der Fixkostenzuschuss mit einer Deckelung von 90 Prozent führt unweigerlich in die (verschleppte) Insolvenz, denn es müssen seit einem Jahr 100 Prozent der Fixkosten bezahlt werden; zehn Prozent von den Nachtgastronomen selbst, die aber seit zwölf Monaten über keinerlei Einkünfte verfügen. Nicht zu vergessen der Erhalt des persönlichen Lebensstandards. Auch hier sind unzählige „Privatkonkurse“ zu erwarten.

„Das Ende der Fahnenstange ist erreicht“, definiert Ratzenberger die höchst prekäre Situation der heimischen Nachtgastronomie. „Daher ist es so wichtig, nun endlich eine eigene und rechtlich verbindliche Definition für die Nachtgastronomie zu schaffen. Nur so können maßgeschneiderte Hilfen konkretisiert werden und dort helfen, wo sie so dringend gebraucht werden.“

Auch DJs, Licht und Ton-Techniker und Securityfirmen verbuchen starke Einbußen.

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Die lange Wertschöpfungskette

Dabei gäbe es Möglichkeiten zur Rettung der Nachtgastronomie, hofft Ratzenberger. „Man muss aber rasch und effizient handeln und helfen!“ Eine Möglichkeit wäre etwa das Vorverlegen der Öffnungszeiten. Damit könnten alternative Gastronomiekonzepte gemäß aller Vorgaben und Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus realisiert werden und die Nachtgastronomen könnten endlich wieder die eigene wirtschaftliche Verantwortung für ihre Unternehmen übernehmen und nicht vom Wohlwollen des Staates und dessen Unterstützung abhängen.

Ratzenberger: „Selbst wenn es erst im Herbst Hoffnung zu einer schrittweisen Öffnung der Nachtgastronomie gibt, werden wir dies zum Wohle Aller selbstverständlich mittragen, aber es muss entsprechende Unterstützung gewährleistet sein. Derzeit gibt es nichts – nicht einmal Licht am Ende des Tunnels.“

Die Wertschöpfungskette der österreichischen Nachtgastronomie geht weit über Bars, Clubs, Diskotheken etc. hinaus. DJs, Licht und Ton-Techniker, Security- und Reinigungsfirmen, Taxi-Unternehmen und Würstelstandbetreiber und nicht zu vergessen sämtliche Lieferanten und Produzenten: Alle verbuchen starke Einbußen und Arbeitsplätze „wackeln“ überall!

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