Österreichs muss zu Top-Digitalisierungsnationen aufschließen

Die digitale Transformation ist in vollem Gange und der Rückstand zu den großen Wirtschaftsmächten USA und China wird größer. Wir müssen jetzt handeln, um Österreich unter den Top-Digitalisierungsvorreitern zu platzieren!

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© IV/Michalski

Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV).

Von der Produktion, Forschung und Entwicklung bis hin zu Dienstleistung und Bildung – die Digitalisierung krempelt nicht nur die heimische Arbeitswelt um, sondern hat auch sonst alle Bereiche unserer Gesellschaft fest im Griff. Auch in der Industrie erleben wir eine Entwicklung hin zu einer hocheffizienten, flexiblen Produktion, zu neuen, innovativen Geschäftsmodellen sowie durchaus einen gewissen Transfer der Wertschöpfung von Hardware zur Software.

Doch ein Blick auf den Status quo zeigt: Wir befinden uns im EU-weiten Durchschnitt, was die digitale Transformation anbelangt. Derzeit belegt Österreich beim Digital Economy and Society Index (DESI) unter den europäischen Ländern nur den 13. Platz. Zurücklehnen und im Mittelfeld zu verharren wird aber nicht ausreichen, um in Zukunft Arbeitsplätze, Wohlstand und Lebensqualität im Land zu sichern.

Ein digitales Game Over wäre fatal

Wenn wir nicht zügig den Rückstand zu den Vorreitern Asien und Amerika aufholen, wird Österreich – wie auch Europa – immer weiter ins Hintertreffen geraten. Das Ergebnis wären hohe Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzverluste. Gerade das können wir uns nach der eben abflauenden Krise nicht leisten und das würde auch dem Aufschwung einen abrupten Dämpfer versetzen.

Darüber hinaus haben sich die Bedenken der Vergangenheit, dass die Digitalisierung Jobs wegrationalisieren könnte, längst als unfundiert und schlichtweg falsch erwiesen – im Gegenteil: Die Digitalisierung erweist sich als Jobturbo – Studien zeigen, dass durch sie jährlich rund 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze in Österreich geschaffen werden könnten. Diese wollen aber auch besetzt werden. Auch im Hinblick auf den bereits jetzt akuten Fachkräftemangel müssen wir diese Entwicklungen daher ernst nehmen.

Die IV hat kürzlich ein ambitioniertes Aktionspaket vorgelegt, wie Österreich sein digitales Potenzial besser nutzen und damit zu einer der führenden Digitalnationen weltweit werden kann. Ziel muss es sein, Platz 3 im DESI-Index zu erreichen und damit zu den Top-3 der europäischen Innovationsnationen bis 2030 aufzuschließen. Gleichzeitig müssen wir uns aber auch der Gefahren der Digitalisierung bewusst sein und entsprechend gegensteuern: Cyberangriffe sind mittlerweile leider alltäglich und richten massiven Schaden an. Daher bedarf es einer nationalen Know-how-Basis und zentraler Koordination, um digitale Welten sicher zu gestalten.

Viele Leitbetriebe sind bereits Digitalisierungschampions – Klein- und Mittelbetriebe müssen gemeinsam in die Breite aufschließen, begleitet durch kluge Standort- und Innovations-Politik, denn Forschung, Innovation, aber vor allem Qualifikation in der schulischen wie auch beruflichen Aus- und Weiterbildung sind die Rezepte, um als Gesellschaft den digitalen Wandel positiv zu gestalten. Mehrwert und Chancen der Digitalisierung für Österreich sind enorm – ergreifen wir sie!

Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV)

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