Österreichs erstes „richtiges“ Einhorn

Das Wiener Startup Bitpanda wird bereits mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet.

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Bitpanda-CEOs Eric Demuth und Paul Klanschek, Blockpit-CEO Florian Wimmer.

Ganz am Anfang – nämlich 2014 – war das von Eric Demuth, Paul Klanschek und Christian Trummer gegründete Wiener Unternehmen ein Brokerdienst für Kryptowährungen. Sodann entwickelte sich das Fintech zu einer Online-Börse bzw. einer Plattform für den Handel mit digitalen Vermögenswerten – also Kryptowährungen und anderen Assets wie Edelmetallen.

Erstmals schrieb Bitpanda Finanzgeschichte, als man im Oktober 2020 mit 52 Millionen Dollar die europaweit größte Series-A-Finanzierungsrunde des Jahres realisieren konnte – und zwar unter der Leitung von Valar Ventures, einem Unternehmen des Großinvestors Peter Thiel. Auch die in Wien ansässige Speedinvest beteiligte sich am Investment. Es war dies auch die größte bekannte Series-A der jüngeren österreichischen Startup-Geschichte.

„Unsere Produkte sollen User befähigen, Verantwortung für die eigene finanzielle Zukunft zu übernehmen, wobei es uns gleichzeitig ein großes Anliegen ist, Finanzwissen und -bildung zu fördern“, erklärt CEO Eric Demuth. „Unser Ziel ist es, die europaweit führende Investment- und Trading-Plattform zu werden – und damit nicht nur erste Anlaufstelle für jene Menschen, die bereits mit dem Thema vertraut sind, sondern für wirklich alle.“

„Die Zusammenarbeit mit Bitpanda ist ein großer Meilenstein“, meint Stefanie Ahammer, Country Managerin Visa Österreich.

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Visa sagt „Ja“ zu Bitpanda

Mitte Jänner 2021 folgte dann der nächste Schritt: Seitdem kooperiert Visa Inc. (NYSE: V) bei der Einführung der Bitpanda Visa Debit Card. Diese ist direkt mit den Bitpanda-Wallets der Nutzer verknüpft – mit ihr können Bitpanda-Kunden weltweit überall dort, wo Visa akzeptiert wird, online oder vor Ort bezahlen.

„Die Zusammenarbeit mit Bitpanda ist ein großer Meilenstein“, meint Stefanie Ahammer, Country Managerin Visa Österreich. „Der Launch der Bitpanda Visa Debit Card unterstreicht, dass Visa der Partner der Wahl bei Wallets für Krypto- und weitere Digitalwährungen ist. Weltweit haben bereits mehr als 25 Anbieter von digitalen Wallets ihre Dienste mit Visa verknüpft.“ Anders als eine Kreditkarte ist die Visa Debitkarte direkt mit einem Bankkonto, oder im Falle der neuen Bitpanda Visa Debit Card mit dem Bitpanda-Wallet, verbunden. Zahlungen mit Visa Debit werden direkt abgebucht und funktionieren auf allen Bezahlkanälen – egal ob Online, mobil, im Geschäft, in der App oder im Ausland.

Die Bitpanda Visa Debit Card lässt sich mit jedem Asset im Portfolio des Nutzers verknüpfen und ermöglicht es, digitale Währungen wie Bitcoin oder andere Kryptowährungsbestände nach erfolgter Konvertierung in Fiat-Währung zu nutzen, um online und in Geschäften weltweit einzukaufen. Mit der Bitpanda-App können Kunden zudem zwischen ihren Zahlungs-Assets wechseln und bei jedem Bezahlvorgang auswählen, mit welchem digitalen Asset die Rechnung beglichen werden soll. „Alles, was Wert besitzt, sollte gleichermaßen behandelt werden und eben auch nach Wunsch ausgegeben werden können“, kommentiert Demuth. „Die Bitpanda Card kommt zu einem Zeitpunkt, wo Kryptowährungen immer klarer in den Fokus der breiten Öffentlichkeit rücken. Es ist das fehlende Puzzleteil im Bereich der digitalen Finanzwelt.“

Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum & Co).

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Steuererklärung auf Knopfdruck

Ein weiteres Asset des Wiener Fintechs: Bitpanda-Nutzer können auf die rechtskonformen und wirtschaftsgeprüften Herkunftsnachweise von Blockpit zurückgreifen. Bitpanda bietet somit als erster europäische Anbieter eine vollumfassende Steuerlösung für das Trading mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum & Co. an. Beim stark wechselnden Bitcoin-Kurs und möglichen daraus erwirtschafteten Gewinnen schafft die Partnerschaft zwischen den beiden Firmen somit Rechtssicherheit für die Nutzer. Denn im Gegensatz zu handelsüblichen Aktienportfolios bei traditionellen Banken werden die realisierten Gewinne nicht automatisiert an die Finanzbehörden gemeldet und abgeführt. Eine Meldung steuerpflichtiger Gewinne muss bei Digitalen Assets somit selbstständig und ohne Aufruf geschehen, da sonst hohe Strafen drohen.

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Laut Bitpanda und Blockpit gehen viele Privatanleger ebenso wie Unternehmen davon aus, dass die Besteuerung von Gewinnen aus dem Handel mit Digitalen Assets eine Grauzone sei oder sind bezüglich der aktuellen Rechtslage verunsichert. Die Regelungen sind hier jedoch von der Finanz klar vorgegeben. Beide Firmen empfehlen eine lückenlose Dokumentation aller Trades für den späteren Nachweis, denn diese Berichte können und werden vom Finanzamt eingefordert werden. Im August 2020 hatte Blockpit seinen größten Mitbewerber aus Deutschland übernommen und bietet unter der Marke CryptoTax als derzeit einziger Anbieter umfassende Echtzeit-Steuerberechnungsalgorithmen für den DACH-Raum und die USA an. Diese Verfahren und die daraus resultierenden Berichte sind spezifisch pro Land erstellt und das Framework von einer der großen Big Four Wirtschaftsprüfungskanzleien auf Basis der aktuellen Rechtslage geprüft.

Ein Einhorn bzw. ein Unicorn zu sein bedeutet in der Startup-Szene, eine Firmenbewertung von mehr als einer Milliarde Dollar zu erreichen.

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Der neueste Höhenflug

Dieser Tage hat nun Bitpanda eine Finanzierungsrunde über 170 Millionen US-Dollar (= 143 Millionen Euro) abgeschlossen und kommt damit insgesamt auf eine Bewertung von 1,2 Mrd. Dollar. Das lässt den Wienern das metaphorische Horn wachsen: Ein Einhorn bzw. ein Unicorn zu sein bedeutet in der Startup-Szene, eine Firmenbewertung von mehr als einer Milliarde Dollar zu erreichen. Das Geld kommt erneut u.a. von Valar Ventures, das von Andrew McCormack, James Fitzgerald und Peter Thiel gegründet wurde. Mit dabei sind auch Partner von DST Global. Inzwischen hat Bitpanda auch die Erlöse deutlich gesteigert: In den ersten beiden Monaten 2021 erzielte man mehr Umsatz als im Gesamtjahr 2020. Die Anzahl der registrierten Nutzer ist seit September von 1,3 auf zwei Millionen gewachsen.

Ab April will Bitpanda auch den Handel mit Aktien-ETFs (börsegehandelten Fonds), Aktien und Aktienteilen anbieten. Bitpanda unterscheidet sich von anderen Anbietern (auch) dadurch, dass man vom Kryptohandel kommt und erst in einem zweiten Schritt auch Aktienhandel offeriert. Kryptoanleger sind es gewohnt, sieben Tage in der Woche 24 Stunden täglich handeln zu können, zudem kaufen sie auch Teile von Kryptowährungen. Das will Bitpanda auch Aktienanlegern bieten. Konkrete Pläne für einen späteren Börsegang verfolgt man zwar noch nicht, man wachse aber rasch, und viele Konkurrenten hätten einen solchen Schritt schon getan. Das Fintech hofft, mit einfachen Einstiegsangeboten zu punkten. Der Aktienhandel selbst soll gratis sein, Bitpanda will aber an einem Spread (Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) verdienen. In einem ersten Schritt will man einige beliebte Aktien sowie ETFs auf große Indizes anbieten, das soll aber schnell ausgeweitet werden.

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