„Nachhaltigkeit ist ein Kernelement unserer Unternehmensphilosophie!“

Exklusiv-Interview mit Valerija Karsai, Geschäftsführerin der BUWOG Group GmbH in Österreich

Lesezeit: ca. 5 min

© BUWOG

Valerija Karsai, Geschäftsführerin der BUWOG Group GmbH in Österreich.

Seit fünf Jahren verantwortet Valerija Karsai als Geschäftsführerin der BUWOG den Bereich Immobilienmanagement. TOP LEADER sprach mit ihr u.a. – natürlich – über die Pandemie, über die Nachhaltigkeitsaktivitäten und über die aktuell spannendsten Projekte der BUWOG.

Wie sieht der aktuelle Geschäftsgang bei der BUWOG aus?

Das lässt sich eigentlich mit zwei Worten sagen: Sehr gut. Aber die Gründe dafür sind natürlich vielfältig und komplex: Die ewig langen Lockdowns haben vielen Menschen noch stärker bewusst gemacht, welch hohen Stellenwert eine für sie passende Wohnung für ihre Lebensqualität insgesamt hat. Der Homeoffice-Boom sorgt ebenfalls für zusätzliche Nachfrage, und nicht zuletzt befeuern auch die niedrigen Zinsen die Nachfrage nach Eigentumswohnungen. Daher trifft die Wirtschaftskrise die Wohnungsbranche eigentlich gar nicht.

Hat die Pandemie starke Auswirkungen auf Ihr Business? Wie gehen Sie mit Covid-19 intern um?

Verkaufsseitig ist es wie oben beschrieben tendenziell eine positive Auswirkung, wobei wir von einem nachhaltigen Wirtschaftseinbruch mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit natürlich nicht verschont blieben. Dort, wo BUWOG-Kunden bereits jetzt durch die Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind – Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder Geschäftsschließungen – und Probleme hatten, ihre Mieten zu zahlen, haben wir überall zu helfen versucht. Stundungen oder Ratenzahlungen haben wir vielfach auch über den gesetzlich vorgegebenen Zeitraum hinaus vereinbart.

Zudem haben sich die Kriterien, die für Wohnungssuchende wichtig sind, spürbar verändert: Freiflächen waren zwar immer schon wichtig, jetzt sind sie ein absolutes Muss; ein in irgendeiner Form vom Wohnbereich abtrennbarer Arbeitsplatz ist für viele Menschen ebenfalls sehr bedeutend geworden, und auch die Freizeit- und Bewegungsmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung spielen eine größere Rolle denn je.

Dass wir unsere internen Abläufe ganz den Zwängen, die sich aus der Pandemie ergeben, angepasst haben, ist ohnehin selbstverständlich: Unsere Meetings finden fast ausschließlich online statt, wir arbeiten überwiegend aus dem Homeoffice und haben die Online-Informations- und -Interaktionsangebote für unsere Kunden enorm ausgebaut. Natürlich geht uns einiges davon auf die Nerven und wir wollen so schnell wie möglich wieder zum Normalzustand zurückkehren. Aber vieles, was wir neu etablieren mussten, hat sich als sehr nützlich und praktikabel erwiesen und wir werden es auch langfristig beibehalten.

Marina Tower

© Zechner&Zechner

Welche Ziele hat die BUWOG für 2021 bzw. bis 2025?

In diesem Zeitraum werden zahlreiche große Wohnungsprojekte fertiggestellt werden und unser Ziel ist selbstverständlich, dass keine einzige Wohnung unverkauft oder unvermietet bleibt. Angesichts der wirklich starken Nachfrage nach unseren aktuellen Projekten bin ich auch ziemlich sicher, dass uns das gelingen wird.

Genauso wichtig ist es uns aber, die Weichen für die weitere Zukunft zu stellen. Wir wollen ausreichend Liegenschaften akquirieren, um auch danach unsere Neubauleistung auf hohem Niveau halten zu können – und das ist oft keineswegs eine leichtere Übung als die Verwertung der Wohnungen.

Wesentliche Teile unserer Agenda bis 2025 (und darüber hinaus) sind auch Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Dazu haben wir uns auch mit unserer Teilnahme am Klimaaktiv Pakt 2030 verpflichtet und wir setzen sowohl im Bestand, als auch im Neubau sehr weitreichende und innovative Maßnahmen.

Wie sind eigentlich die Agenda in der BUWOG-Chefetage aufgeteilt?

Unsere Geschäftsführung besteht aus drei Personen: Andreas Holler verantwortet das Entwicklungsgeschäft, Kevin Töpfer ist für Finanzen und Personal verantwortlich und ich leite das Immobilienmanagement für die rund 22.000 Wohnungen, die wir selber im Eigentum halten, sowie für weitere 7.000 Wohnungen, die wir zusätzlich verwalten.

Kennedy Garden in der Penzinger Straße

© BUWOG

Was sind denn die aktuell spannendsten BUWOG-Projekte?

Wirklich bemerkenswert ist das Kennedy Garden in der Penzinger Straße, bei dem wir auf einem ehemaligen Fabriksgelände eine parkartige Wohnanlage schaffen – unmittelbar bei U-und S-Bahn und teilweise mit sensationellem Blick auf den benachbarten Schönbrunner Schlosspark. Dann gibt es unsere beiden Wohntürme Marina Tower an der Donau und Helio Tower im Stadtentwicklungsgebiet The Marks, in denen ein völlig neues Wohngefühl mit internationalem Flair möglich sein wird.

Sehr innovativ ist auch das Topprojekt Inside XIX. Dort gestalten wir das historische Amtshaus zu einem hochwertigen Wohnobjekt um, teilweise mit Altbaucharakter, teilweise mit zusätzlichen Neuflächen, und das alles in einer Bestlage des 19. Bezirks.

Mein persönlicher Geheimtipp ist unser Projekt am Bernreiterplatz in Stammersdorf. Dort kann man wirklich sagen, dass man in der Stadt und auf dem Land gleichzeitig wohnt.

Was macht die BUWOG anders bzw. besser als die Konkurrenz?

Eine spannende Frage, aber fast noch lieber wäre es mir, wenn Sie diese der Konkurrenz stellen.

Im Ernst: Wir sind ein Unternehmen mit nun bald sieben Jahrzehnten Erfahrung in Wohnbau und Vermietung. Nur die wenigsten Wettbewerber können mit dieser Erfahrung mithalten. Auch die Größe der BUWOG eröffnet natürlich einige Möglichkeiten, die unsere Mitbewerber so nicht haben, insbesondere, parallel zahlreiche sehr unterschiedliche Projekte zu realisieren und damit praktisch immer für alle Ansprüche adäquate Angebote zu haben.

Aber noch wichtiger ist es, dass wir über mittlerweile viele Jahre hinweg ein Qualitätsimage aufgebaut haben: Wer eine BUWOG-Wohnung mietet oder kauft, weiß, dass es in aller Regel keine Probleme geben wird. Und wenn doch, werden diese so rasch und gründlich wie möglich behoben. So etwas spricht sich im Zeitalter sozialer Medien herum und ist ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor.

Wie agiert die BUWOG als verantwortungsvoller Arbeitgeber in Sachen CSR?

Nachhaltigkeit ist ein Kernelement unserer Unternehmensphilosophie. Alle Neubauten übertreffen die Vorgaben für Energieeffizienz bei weitem, wir investieren kontinuierlich in thermische Sanierung, und nachhaltige Energiequellen wie Erdwärme oder Photovoltaik sind fast schon Standard und die meisten Neubauten haben externe Öko-Zertifizierungen. Das ist auch für das nachhaltige Wertsteigerungspotenzial sehr wichtig.

Als einziges Unternehmen der Immobilienbranche haben wir am Klimaaktiv Pakt 2020 teilgenommen und erfolgreich abgeschlossen. Auch 2030 sind wir hier mit großen Zielen in Sachen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz unserer Bestandsobjekte wieder dabei.

Wie ergeht es Bewerbern bei der BUWOG?

Wann immer es möglich ist, besetzen wir Führungspositionen intern. Erstens sind die Einarbeitungszeiten viel kürzer und zweitens ist es auch eine wichtige Motivation für unsere Mitarbeiter, zu wissen, dass ihnen bei der BUWOG alle Wege offenstehen.

Was „gönnen“ Sie Ihren Mitarbeitern?

Ihre Leistungen und Erfolge gebühren ihnen und werden entsprechend gewürdigt und gefeiert!

Was würden Sie tun, wenn Sie NICHT Geschäftsführerin der BUWOG wären? Und was sagen Sie zum Problem „zu wenig Frauen in Führungspositionen“?

Da ich schon bereits den überwiegenden Teil meines Berufslebens in einer Führungsrolle bin, kann ich mir kaum etwas anderes vorstellen. Allerdings in einem anderen Leben? Vermutlich hätte ich ein Wirtshaus und würde kochen – und das sehr gut …

Die Frage, warum generell wenige Frauen in Führungspositionen bzw. in bestimmten Branchen wie der Immobilien- und Baubranche die seltene Ausnahme sind, lässt sich in wenigen Sätzen nur schwer beantworten. Es handelt sich meiner Erfahrung nach um eine Mischung aus Erziehung, Bildungsweg, tradierten Vorstellungen der Rolle einer Frau in der Familie und der Realität, dass ein überwiegender Anteil der unbezahlten Arbeit innerhalb der Familie und bei der Kindererziehung immer noch überwiegend durch Frauen getragen werden muss.

Ein weiterer Aspekt ist sicher auch das „Ähnlichkeitsprinzip“, nach dem Führungsrollen von Männern gerne an Männer weitergegeben werden. Innerhalb der BUWOG sind wir bei der Besetzung von Führungspositionen durch Frauen ganz vorne dabei. Generell ist die BUWOG sehr „weiblich“: 62 Prozent unserer Mitarbeiter und 40 Prozent unserer Führungskräfte sind Frauen. Und wir arbeiten sehr aktiv daran, wie wir es jungen Frauen ermöglichen können, Familie und Karriere in unserem Unternehmen unter einen Hut zu bringen. Wir haben bereits seit längerem auch Führungskräfte, die Teilzeit arbeiten. Einige davon sind Frauen mit Familie – und das funktioniert sehr gut!

Valerija Karsai im Fokus

Bereits seit Mitte der 90-er-Jahre ist Valerija Karsai in der Immobilienbranche vertreten und sammelte erste Erfahrungen mit dem Vertrieb großvolumiger Wohn- und Gewerbeimmobilien.

2003 erfolgte der Wechsel zur Wüstenrot Immobilienvermittlungs GmbH, wo Karsai die Vertriebsleitung und die Führung von knapp 30 Mitarbeitern übernahm. Von 2007 bis 2009 war sie dort als Geschäftsführerin im Einsatz und zeichnete für den Ausbau der Immobilienvermittlung in mehreren Bundesländern verantwortlich.

Mit dem Wechsel zur Wüstenrot Versicherungs AG 2009 erfolgte auch der Wechsel ins Asset Management – bis 2016 leitete sie dort den Bereich Immobilienmanagement Österreich. Seit 2016 verantwortet sie als Geschäftsführerin der BUWOG den Bereich Immobilienmanagement.

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