Nachhaltige Investments als wirtschaftlicher Vorteil

Alles hängt mit allem zusammen – auch vor allem, wenn es um den Klimaschutz bzw. um nachhaltige Strategien zum Wohle unserer Erde geht. Für Industriekonzerne wie auch für Anleger ist es dabei auch im wahrsten Sinne des Wortes kapitalistisch gesehen sehr sinnvoll, ökologieorientiert zu investieren.

Lesezeit: ca. 4 min

Placeholder image

Dazu eine fast unglaubliche Zahl: „Die „Global Commission on Adaption schätzt, dass Investitionen von 1,7 Billionen Euro in die klimatische Widerstandsfähigkeit bis 2030 einen Nettogewinn von 6,3 Billionen Eurogenerieren werden“, sagt der ehemalige UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.

„Drei Revolutionen“ werden gefordert: beim Verständnis, der Planung und der Finanzierung von Klimaanpassung. Bisher seien sinnvolle, wirtschaftlich angepasste Projekte selten, größtenteils sei die Ökonomie ungenügend auf die neuen Rahmenbedingungen vorbereitet. Und das, obwohl die Klimakrise schon längst vor der Haustür angekommen sei: „Waldbrände verwüsten empfindliche Lebensräume, aus den Hähnen in Städten kommt kein Wasser mehr, Dürren vertrocknen das Land, und Überschwemmungen zerstören die Häuser und Lebensgrundlagen der Menschen.“

Eine Bestätigung dafür liefert mit dem heimischen Vermögensverwalter Savity der erste österreichische Robo-Advisor, der mit „Savity Green“ eine nachhaltige Vermögensverwaltung für Privatanleger anbietet, die sich an den strengen Kriterien des Forum Nachhaltige Geldanlagen (kurz: FNG) orientiert. Ein Performance-Vergleich zwischen den Anlageoptionen Savity Green und Savity Classic über die letzten 18 Monate fällt eindeutig zugunsten der nachhaltigen Anlagestrategien aus: Zwischen Dezember 2017 und Juni 2019 erzielten die Savity Green-Strategien je nach Risikokategorie eine Outperformance zwischen 1,21 Prozent und 6,14 Prozent gegenüber den Savity Classic-Strategien. In den zuletzt turbulenten Märkten entwickelte sich Savity Green stabiler als Savity Classic und lieferte damit den Grundstein für eine langfristig positive Performance.

Helmut Bernkopf, OeKB-Vorstand

Nachhaltige Investments gewinnen somit auch für heimische Unternehmen immer mehr an Bedeutung. „Mit dieser Möglichkeit, Finanzierungsmittel aufzunehmen, setzen wir für Exportunternehmen, gemeinsam mit unserem Produkt Exportinvest Green und den Möglichkeiten unserer Tochter, der Oesterreichischen Entwicklungsbank, einen weiteren Schwerpunkt im Bereich Green Finance“, so Helmut Bernkopf, im OeKB-Vorstand für den Export Services-Bereich verantwortlich.

Beim Sustainability Bond handelt es sich um eine Nachhaltigkeitsanleihe, die den Prinzipien des neuen Sustainable Financing Framework der OeKB entspricht. Diese Leitlinien orientieren sich an den Green Bond Principles, den Social Bond Principles und den Sustainability Bond Guidelines des anerkannten internationalen Branchenverbandes ICMA (International Capital Market Association).

Die Netto-Emissionserlöse des Sustainability Bonds werden zu 70% zur (Re-)Finanzierung von Sozialprojekten und zu 30% zur (Re-)Finanzierung von Umweltprojekten verwendet. Mit einem Anteil von 38% sollen die Geldmittel vorrangig in Projekte zur Verbesserung des Gesundheitswesens und der Ausbildungsmöglichkeiten in Entwicklungsländer fließen. Damit können etwa im Bereich der medizinischen Grundversorgung 622 neue Spitalsbetten eingerichtet und 4.984 Spitalsplätze für insgesamt 1,7 Mio. Menschen modernisiert werden. Zusätzlich werden die Ausbildungsmöglichkeiten von mehr als 1.500 Schülern und Studenten verbessert. 30% der Emissionserlöse kommen im Bereich Erneuerbare Energien zur Errichtung von klimafreundlichen Stromproduktionsanlagen mit einer Kapazität von 161 MW Leistung zum Einsatz. 100 Mio. € oder 20% der Emissionserlöse sind für die KMU-Finanzierung in Österreich zur Verbesserung der Arbeitsplatzsituation vorgesehen; die restlichen 12% werden für die Modernisierung der Trinkwasserversorgung und die Erneuerung bzw. den Ausbau von 75 km Wasserleitungen für rund 54.000 Menschen verwendet.

Ein gutes Spiel für die wichtigsten Förderkriterien

Das Sustainability Financing Framework der OeKB in sieben „grünen“ und vier sozialen Kategorien fokussiert auf folgende Themen: Erneuerbare Energien, Energie-Effizienz, Prävention und Vermeidung von Umweltverschmutzung, ökologisch nachhaltiges Ressourcenmanagement, nachhaltige Wasserwirtschaft, sauberer Transport, Anpassungsmaßnahmen infolge des Klimawandels wie beispielsweise Überschwemmungsschutz oder Aufforstungen, Förderung der Schaffung von Arbeitsplätzen, Zugang zu sozialer Grundversorgung wie Gesundheit und Bildung, Basisinfrastruktur in Entwicklungsländern und leistbares Wohnen. Das Sustainability

Financing Framework der OeKB wurde extern von Sustainalytics, einem der führenden Environment Social Governance (ESG)- und Corporate Governance-Research-Unternehmen, geprüft und bestätigt.

Quellen:

https://www.wienerborse.at/ueber-uns/nachhaltigkeit-und-soziales/nachhaltiges-investieren

https://www.oikocredit.at/uber-uns/kooperationspartner-in-osterreich/ethische-geldanlage

http://www.gruenesgeld.at/faq.php

News
alle
Artikel lesen
Lesezeit: ca. 3 min

Sonniges Branchenklima in der Bauwirtschaft

Die Bauunternehmen berichten zum Großteil noch stark steigende Zuwächse und sind auch in ihren Erwartungen für die nächsten Monate per Saldo optimistisch geblieben. Somit bleibt die Baukonjunktur 2020 eine Wachstumsstütze.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 12 min

Menschen in Bewegung: Aufsteiger und Umsteiger – August 2019

Wer ist wohin aufgestiegen und dabei womöglich auch umgestiegen. TOP LEADER hat einige der wichtigsten aktuellen Karriereentwicklungen für Sie zusammengefasst.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 2 min

Ein Leitfaden durch die Krise

Die Corona-Krise schlägt in der Gründerszene ein wie ein Meteorit. Start-ups können schon per Definitionem nicht über ausreichend Rücklagen verfügen, um monatelang Gehälter, Mieten, Entwicklungskosten abzudecken. Derzeit springt der Staat ein, um auszuhelfen. Doch auch die angebotenen Mittel allein werden ein Start-Up nicht retten können.

Registrieren