Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit knapp 2,4 Milliarden Umsatz auf neuem Rekordhoch

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Heimische Bio-Lebensmittel stehen hoch im Kurs.

11.09.2021 | 2 min

Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit knapp 2,4 Milliarden Umsatz auf neuem Rekordhoch

Der Absatz von Biolebensmitteln in Österreich ist im Jahr 2020 weiter gestiegen und neuerlich auf einem Rekordhoch gelandet.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Bio-Umsatz über alle Vertriebskanäle gerechnet um 316 Millionen Euro bzw. 15 Prozent angestiegen. Aktuell liegt er damit bei 2.374 Millionen Euro. Das zeigen die Ergebnisse der jährlich durchgeführten Markt-Erhebung der AMA, die am 1. September bei einer Pressekonferenz von AMA-Marketing und BIO AUSTRIA in Wien präsentiert wurden. Auch die Bio-Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel weisen mit einem Anstieg von 17 Prozent für das erste Halbjahr 2021 eine beeindruckende Entwicklung vor, wie die ebenfalls vorgestellten jüngsten RollAMA Zahlen belegen.

Steigende Bedeutung von Bio

„Die Zahlen sind ein deutlicher Beleg für die weiterhin steigende Bedeutung von Bio in der Gesellschaft, die sich immer stärker im Kaufverhalten niederschlägt“, betonte Gertraud Grabmann, Obfrau von BIO AUSTRIA anlässlich der Präsentation. Als einen der Gründe für den Anstieg sieht der Bioverband, dass Umweltaspekte, insbesondere das Thema Klimakrise, immer stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein rücken. „Auch die Problematik des starken Rückgangs der Biodiversität ist heute schon bei vielen Menschen angekommen. All das sind auch Treiber der Nachfrage nach Bio. Denn immer mehr Menschen wissen, dass ökologische Nachhaltigkeit und damit Umweltschutz, Klimaschutz und der Erhalt sowie die Förderung von Biodiversität, eine Kernkompetenz der biologischen Landwirtschaft ist“, so Grabmann. Während der Corona-Pandemie sei der Zuspruch zu Bio-Lebensmitteln noch zusätzlich gestärkt worden.

Produktion stagniert

Im Gegensatz zum starken Absatzplus von Bio-Lebensmitteln ist bei der Entwicklung der Produktion in Österreich im selben Zeitraum eine Stagnation zu verzeichnen. Von 2019 auf 2020 betrug der Anstieg im Bereich der biologisch wirtschaftenden Höfe 0,9 Prozent, was in absoluten Zahlen ein Plus von 235 Betrieben darstellt. „Hier zeigt sich die Wirkung der Bio-Maßnahme, also der Unterstützung von Bio-betriebenem Rahmen des Agrar-Umweltprogramms (ÖPUL), sehr deutlich“, konstatierte Grabmann und erläuterte zur Veranschaulichung die Entwicklung der Jahre zuvor.

Ein Rückblick

Von 2015 bis 2018 – in diesem Zeitraum konnten landwirtschaftliche Betriebe neu in die Bio-Maßnahme einsteigen – war ein Anstieg in Höhe von 13 Prozent oder 2.718 Höfen im Bereich der Bio-Betriebe zu verzeichnen. Von 2018 auf 2019 – hier war nur mehr ein Umstieg von einer anderen Maßnahme auf die höherwertige Bio-Maßnahme möglich – haben in Summe etwa 800 Betriebe auf Bio gewechselt, was ein Plus von 3,3 Prozent bedeutete. Seit 2019 muss, wer neu in die Bio-Landwirtschaft einsteigen möchte, ohne Unterstützung durch die Bio-Maßnahme auskommen.

Aktuelle Zahlen

Insgesamt wirtschaften derzeit in Österreich 24.480 Höfe biologisch, das sind 22,7 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe. Sie bewirtschaften 679.872 Hektar bzw. 26,5 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche.

Dem Wertschöpfungsverlust für die heimische Landwirtschaft entgegenwirken

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Wertschöpfungsverlusten entgegenwirken

„Wir erleben einerseits eine enorm wachsende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln auf Seiten der KonsumentInnen, andererseits aber eine Stagnation bei der Produktion in Österreich“, fasste Grabmann zusammen. Damit öffne sich in gewisser Weise eine Schere zwischen Angebot und Nachfrage. „Hier muss man aus unserer Sicht gegensteuern, ansonsten droht ein Wertschöpfungsverlust für die heimische Landwirtschaft. Letztlich geht es hier um die Chance für zahlreiche Bäuerinnen und Bauern, auf den erfolgreichen Bio-Zug aufzuspringen – diese Chance sollte nicht ausgelassen werden“, so Grabmann abschließend.

https://www.bio-austria.at