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17.01.2019 | 2 min

Michael Otter: Lösungen für die großen Trends

Michael Otter, Leiter Außenwirtschaft der Wirtschaftskammer, spricht über Chancen im Export und weshalb es auf langfristige Partnerschaften ankommt.

In welchen Bereichen sehen Sie gute Chancen für den Export?
MICHAEL OTTER: Wir versuchen dort tätig zu sein, wo uns die Firmen brauchen. So haben wir beispielsweise für 46 unterschiedliche Branchen die wichtigsten Wachstumsmärkte definiert. Sicher ist, dass unsere Wirtschaft für die großen Trends wie Energie, Umwelt oder Smart Citys die richtigen Lösungen parat hat. Auch die Kreativwirtschaft entwickelt sich sehr gut.

Aber sorgt die Billigkonkurrenz nicht auch für großen Preisdruck?
Uns helfen das Image als langfristiger Partner und das hohe Qualitätsniveau. Dazu kommt unsere Mentalität, für uns ist die Beziehungsebene immer wichtig – das kommt sehr gut an. Wir haben zum Beispiel Partnerschaften in Japan, bei denen jetzt schon die Enkel der ersten Firmenpartner miteinander zu tun haben.

Den Kostendruck werden aber auch Sie spüren. Was machen Sie, um die Kosten niedrig zu halten, aber doch die Exporteure zu unterstützen?
Wir werden die Zahl der Büros in großen Ländern reduzieren, wollen aber zugleich in neue Märkte hineingehen – zum Beispiel nächstes Jahr nach Vietnam. Am besten sind wir dann, wenn unsere Leute vor Ort proaktiv neue Geschäfte und Chancen entdecken. So werden wir in Afrika sicher nicht zehn neue Büros aufbauen können, aber wir nutzen sogenannte agile Netze. Das sind lokale Konsulenten, die uns vor Ort helfen.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung?
Wir arbeiten immer mehr mit digitalen Produkten, etwa um Firmen auf E-Commerce-Plattformen zu bringen. Aber das hat Grenzen: Auch ein Algorithmus liefert mir wieder nur die Adressen, der persönliche Kontakt ist unverzichtbar.

Welche Einstellung haben Start-ups zum Export?
Junge Firmengründer aus der Start-up-Szene sind generell sehr exportorientiert. Sie haben eine globale Ausrichtung und denken von Beginn an über die Landesgrenzen hinaus. Sie holen sich außerdem die Inspiration aus anderen Ländern. Kurz gesagt: Da herrscht ein ganz anderes Mindset.