Mariazell vor den Vorhang!

Die Stadtgemeinde in der nördlichen Obersteiermark nahe der niederösterreichischen Grenze ist nicht „nur“ der mit Abstand wichtigste Wallfahrtsort Österreichs, sondern setzt aktuell auch wirtschaftlich Maßstäbe.

Lesezeit: ca. 3 min

Placeholder image

Der Wallfahrtstourismus ist der bedeutendste Wirtschaftszweig, früher waren der Stahlguss und die Holzeinbringung Haupteinnahmequellen der Region.

Zu Ostern setzten die Mariazeller Betriebe mit der Eigeninitiative „Fahr nicht fort und kauf im Ort“ starke Impulse. Um der regionalen Wirtschaft durch die herausfordernde Zeit zu helfen und um Arbeitsplätze zu sichern, wurde vom Hotelier und Gastwirt Peter Kroneis und seiner Frau Katharina gemeinsam mit Werner Girrer von der Internetplattform mariazell.at die Idee eines gemeinsamen Online-Shops für Gutscheine der Betriebe im Mariazeller Land geboren.

Rechtlich begleitet von der Wirtschaftskammer Steiermark wurde der Mariazeller Land Online-Gutschein-Shop von der Internettischlerei Girrer in die Tat umgesetzt und den Betrieben der Region kostenlos zur Verfügung gestellt. Spontan erklärte sich die Raiffeisenbank Mariazellerland bereit, rasch und unbürokratisch nicht nur die finanzielle Abwicklung der Bestellungen, sondern auch sämtliche Spesen und Gebühren des Zahlungsverkehrs zu übernehmen.

Gestartet wurde mit 18 Betrieben aus dem Mariazeller Land, täglich wurde das Angebot erweitert: Vom Frisör- bis zum Restaurantgutschein, vom Textilhandel bis zur Massage bieten die regionalen Betriebe Gutscheine für alles, was das Herz begehrt und Freude bereitet. (Der Mariazeller Land Online-Gutschein-Shop ist unter www.mariazell.at/shop rund um die Uhr geöffnet.)

„Fahr nicht fort und kauf im Ort“ gilt auch für die Apotheke in Mariazell.

Wirtschaftsfaktor Gesundheitszentrum

Seit dem 1.1.2020 agiert das Mariazeller Gesundheitszentrum als allgemeinmedizinische Gruppenpraxis mit erweitertem Versorgungsauftrag, die mit Krankenkasse und Gesundheitsfonds unter Vertrag steht. Die offizielle Neueröffnung wurde aufgrund der Corona-Krise im kleinen Rahmen ohne Bevölkerung auf den 18. Juni verschoben. Als Vertreter des Landes Steiermark begrüßten Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß, Bürgermeister Johann Kleinhofer und seine beiden Vbgm. Fabian Fluch und Walter Schweighofer, Landtagsabgeordneter Stefan Hofer und eröffneten gemeinsam mit Dr. Patrick Killmaier das Gesundheitszentrum. Weiters wohnten Vertreter des Gesundheitsfonds Steiermark Bernd Leinich und Vinzenz Harrer als Vertreter der ÖGK der Eröffnung bei.

Das Mariazellerland zählt knapp 4000 Einwohner auf einer Fläche von 414 km², mit 1110 Nebenwohnsitzen und 700.000 Tagesgästen pro Jahr bei 170.000 Nächtigungen. Die medizinische Versorgung in der Region stellt ein besonderes Anliegen dar, da aufgrund der geografischen Lage die Anfahrtswege zu Spitälern eine Distanz von 55 bis 75 km betragen und die schwierige Nachbesetzung von Kassenstellen die letzten Jahre prägten.

Das Gesundheitszentrum Mariazell startete im Oktober 2016 als provisorisches Pilotprojekt innerhalb des Verbunds der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes. Die Pilotphase wurde mit 1.1.2020 beendet und die neuen Verträge mit Krankenkasse und Gesundheitsfonds zur Gründung einer allgemeinmedizinischen Gruppenpraxis mit erweitertem Versorgungsauftrag unterschrieben. Das GHZ entwickelte sich somit zum definitiven Versorgungsmodell der Region: Das Angebot im GHZ beinhaltet Allgemeinmedizin, diplomierte Pflege, Physiotherapie, Psychotherapie, MTD Röntgen, MTF Labor sowie Konsiliardienst.

Ein völlig neues Pilotprojekt wurde mit „Medmobil“ ins Leben gerufen: Dabei werden mit einer vollausgestatteten, mobilen Versorgungseinheit Hausbesuche im gesamten großflächigen Gemeindegebiet unternommen. Diese Visiten finden aufgrund der Doppelbesetzung auch während der Ordinationszeiten des GHZ gestattet.

Bildungscampus-Präsentation Mitte Juni.

Neues Megaprojekt „Bildungscampus“

Ebenfalls Mitte Juni wurde der Masterplans des Bildungscampus – bestehend aus VS, NMS, PTS, Musikschule und Hort – im Mariazeller Raiffeisensaal vorgestellt. Die von der Stadtgemeinde beauftragte Firma Brucker Wohnbau präsentierte gemeinsam mit dem ZT-Architektenteam den Gemeindevertretern, Lehrern und Elternvertretern die neuesten Projektunterlagen des für 2021 geplanten Umbaus. In Absprache mit der Bildungsdirektion Steiermark wurden dabei die Klassenzimmeranzahl, die modernen Bildungsanforderungen, wie Lehrwerkstätten, Marktplätze, Medienbereiche, sowie Größen der Turnsäle erhoben und eingearbeitet. Das Schulzentrum soll für die Möglichkeit einer Ganztagesschule bzw. Ganztagesbetreuung ausgerichtet werden und wurde auf die demografische Bevölkerungsentwicklung des Mariazellerlandes abgestimmt. Als eigenständiges Gebäude inklusive Aufführungsraum soll die Musikschule Mariazell im alten Hauptschulgebäude Platz finden.

Aufgrund der Annahme der vorgelegten Pläne durch den Gemeinderat werden die nächsten Schritte in die Wege geleitet, um die Finanzierung und Detailpläne zu erarbeiten. Der Baubeginn ist mit Frühjahr 2021 geplant, die Fertigstellung bis zum Jahr 2023 angestrebt. Bürgermeister Johann Kleinhofer: „Es ist wichtig, mit einer vorausschauenden Planung anhand der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung die Möglichkeiten eines modernen Bildungsangebotes für die nächsten Jahrzehnte zu schaffen und dabei bestehende Gebäudestrukturen bestmöglich zu erhalten und einzubinden.“

Aktueller, regionaler TOP LEADER-Buchtipp „rund um Mariazell“

Alois Pötz, Johann Dormann, „Gehmütliche Obersteiermark – Wandern, entdecken, genießen“

Malerische Dörfer und kleine Städte, reizvolle Bergketten und romantische Täler charakterisieren die nördliche Steiermark. Wer gerne wandert, sich aber nicht recht plagen mag und noch dazu ein Faible für gutes Essen und Trinken hat, der findet mit dem Autorenduo Johann Dormann und Alois Pötz die idealen Wegbegleiter: Die beiden weisen u.a. auf Peters Roseggers Christtagsfreudenweg und den Pilgerpark von Mitterdorf hin, wandeln auf den Spuren eines liebestollen Minnesängers und führen zur einzigen Erdfunkstelle Österreichs.

Von Mariazell bis zum Semmering, von Mürzzuschlag bis Murau, von Admont bis Schladming und Altaussee leiten sie auf kommoden Wegen zu wunderschönen Platzerln und geben selbst erprobte, „gehmütliche“ Einkehrtipps. Rund 40 Genusswanderungen durch die landschaftlich reizvolle Obersteiermark führen zu vielfältigen Naturschönheiten, kulturellen Schätzen und nicht zuletzt zu zahlreichen kulinarischen Schmankerln. Mit präzisen Routenbeschreibungen, Kartenausschnitten zur Orientierung sowie Hinweisen zur Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto (GPS-Daten) sowie mit zahlreichen Gutscheinen. Soeben erschienen!

Verlag Pustet, 272 Seiten, 11,5 x 18,5 cm

ISBN: 978-3-7025-0967-5, Preis: 22 Euro

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren.
Artikel lesen
Lesezeit: ca. 3 min

Zinshäuser unter der Lupe – und ein Blick auf die Wiener Stadtentwicklung

Die Corona-Krise verstärkt die Nachfrage nach Immobilieninvestments. Private und institutionelle Investoren setzen auf Sicherheit und investieren vermehrt in Zinshäuser.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 3 min

Österreichs Pharmabranche unter einer Adresse

Die Pharmig – Der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs vertritt knapp 120 Unternehmen, von forschenden über produzierende bis hin zu Vertriebsunternehmen, von Konzern­niederlassungen bis zu Ein-Personen-Unternehmen.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 3 min

Wie Kommunen ihre Klima- und Energiepläne finanzieren können

Die Europäische City Facility (EUCF) bietet Städten und Gemeinden spannende Finanzierungsmöglichkeiten.

Kommunen
alle
Artikel lesen
Lesezeit: ca. 2 min

Kärnten und Steiermark werden miteinander verbunden

Österreichische Bahnspezialisten gewinnen Auftrag für das ÖBB-Großprojekt „Koralmtunnel“.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 3 min

25 Milliarden Euro warten auf ihre Verwendung

Das Corona-Virus macht eine ungewöhnliche, aber vernünftige Partnerschaft möglich: Die VÖPE (Vereinigung Österreichischer Projektentwickler) und die GBH (Gewerkschaft Bau-Holz) starten eine gemeinsame Initiative. Es geht um baureife Projekte mit einem Gesamtvolumen von 25 Milliarden Euro, die mangels an Bescheiden und Beschlüssen derzeit „auf Eis” liegen.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 2 min

Wie infiziert sind Österreichs Gemeinden?

In der Corona-Krise gibt es viele heimliche Helden, unter ihnen auch die Verantwortungsträger und Bediensteten in den Kommunen.

Registrieren