Konjunktur: Industrie läuft, Tourismus steht

Die Wirtschaft wird zur Zwei-Klassen-Gesellschaft: Während sich Europas Industrie im deutlichen Aufwärtstrend befindet, steckt der Tourismus nach wie vor in einem tiefen Loch. Doch insgesamt sind die Fakten besser als die Stimmung. Vor allem die Automobil-Branche performt besser als befürchtet. Klar ist: Impfungen sind die wichtigste Konjunktur-Spritze.

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Konjunktur: Industrie läuft, Tourismus steht

Es geht bergauf, aber auf unterschiedlichen Routen und in einem unterschiedlichen Tempo. So lautet die aktuelle Einschätzung der Weltwirtschaft durch die Ökonomen des Kreditversicherers Coface.

Coface Österreich-Chefin Dagmar Koch: „Das Beste, was man tun kann, ist eine schnelle und flächendeckende Impfkampagne. Diese muss europaweit funktionieren.“

© Coface

„Insgesamt zeigen unsere jüngsten Analysen in unserer Länder- und Branchenbewertung, dass wir weltweit ebenso wie in Österreich mit einer ungleichmäßigen wirtschaftlichen Erholung zu rechnen haben“, sagt Dagmar Koch, Country Managerin von Coface Österreich. „Während die Entwicklung in China und anderen asiatischen Volkswirtschaften wie Taiwan das globale Wachstum ankurbeln, werden die großen Volkswirtschaften in diesem Jahr nicht auf das BIP-Niveau von vor der Krise zurückkehren.“

Gespaltene Wirtschaft

Ähnlich beurteilt das auch Prof. Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

„Wir sehen derzeit eine Spaltung der Volkswirtschaft. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass es – abgesehen vom Reise- und Touristikbereich – in der deutschen Industrie glücklicherweise wieder aufwärtsgeht. Das heißt, dieser Teil unserer Wirtschaft, der auch durch Auslandsmärkte getragen wird, funktioniert recht robust“, so der Ökonom bei der 25. Coface Country Risk Conference.

Optimistische Einkäufer

Zahlen bestätigen diese Einschätzung. So hat der Einkaufsmanager-Index der Bank Austria im März mit mehr als 63 Punkten den höchsten Wert seit Ende 2017 erreicht. Das ist der zweithöchste Stand in der 20-jährigen Geschichte des Index, also fast ein Gipfel.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom Unicredit Bank Austria: „In ganz Europa befindet sich die Industrie im Aufwärtstrend.“

© Bank Austria

Was das konkret bedeutet: Trotz der bestehenden Beschränkungen durch die Covid-Pandemie zeigt sich eine starke Beschleunigung des Aufschwungs in der heimischen Industrie zu Beginn des Frühjahrs, analysiert Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Unicredit Bank Austria. Sein Fazit: „In ganz Europa befindet sich die Industrie im Aufwärtstrend. Allerdings verursachen Lieferengpässe in Kombination mit stark steigenden Kosten für Vormaterialien und Rohstoffe zunehmend Probleme.“

Dennoch erwartet Bruckbauer für heuer einen Anstieg der Industrieproduktion um rund fünf Prozent, nach einem Rückgang von 7,5 Prozent im vergangenen Jahr.

Die Coface-Experten prognostizieren, dass das weltweite Wirtschaftswachstum heuer durchschnittlich ein Plus von 4,3 Prozent erreichen wird. Für Österreich wird ein Plus von vier Prozent erwartet. Bezogen auf die Einschätzung für einzelne Branchen hat sich – durchaus überraschend – vor allem der Ausblick für die Automobil-Branche verbessert, obwohl Coface den Sektor immer noch mit einem hohen Risiko bewertet. Die günstigere Einschätzung beruht vor allem auf der hohen Nachfrage in China.

Auch für die Bauwirtschaft und den Chemie-Sektor hat sich aus Coface-Sicht die Risikobewertung verbessert.

Impfungen als Konjunktur-Spritze

Bei ihren Prognosen gehen die Experten allerdings davon aus, dass zumindest in den großen Volkswirtschaften bis zum Sommer mindestens 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sind.

Das heißt: Umsatzersatz, Zuschüsse und Kurzarbeiter-Regelungen sind gut, aber Impfungen sind das entscheidende Mittel, um die Konjunktur wieder in Fahrt zu bringen. Coface-Chefin Koch: „Das Beste, was man tun kann, ist eine schnelle und flächendeckende Impfkampagne. Diese muss europaweit funktionieren. Es ist sehr wichtig, dass die Länder innerhalb und außerhalb der EU ihre Beschränkungen aufheben können, denn die Länder sind wirtschaftlich zu sehr miteinander verbunden, um sie zu trennen.“

Redaktion: Arne Johannsen

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