Junge Generation spart auf Wohnen im Grünen

Die Ergebnisse der Wohnstudie 2021 bestätigt vom Soziologen und Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier.

Lesezeit: ca. 3 min

© Fotostudio Wilke

Bernhard Heinzlmaier, Soziologe und Jugendforscher
  • Das Sicherheitsbedürfnis ist bei jungen Menschen während der Pandemie gewachsen
  • Über 50 Prozent wünschen sich Wohneigentum – am Liebsten ist das Haus mit Garten
  • Die Jungen sind marktorientiert, denken ökonomisch, planen für die Zukunft und legen Geld zur Seite

In der jährlichen Wohnstudie der Erste Bank, Sparkassen und s Bausparkasse – durchgeführt von IMAS International im Februar 2021 – wurden auch österreichweit 353 junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren zu ihrer aktuellen Wohnsituation und ihren Wünschen befragt. Diese Ergebnisse wurden vom Jugendforscher Prof. Mag. Bernhard Heinzlmaier bestätigt: Jugendliche wissen genau, wie sie wohnen möchten und wie sie das realisieren. Die junge Generation zeichnet sich durch ein hohes Sicherheitsbedürfnis, eine realistische Einstellung zu- und einem rationalen Umgang mit Geld aus.

„Klarer Wohnfavorit ist für die junge Generation das Haus“, so Christian Reingruber, Vorstand s Bausparkasse.

© s Bausparkasse/Elisabeth Cichon

Zufriedene junge Menschen wissen genau was sie wollen

In der Wohnstudie 2021 machte die Gruppe der 18- bis 35-jährigen klare Aussagen: Ein Großteil (64 Prozent) dieser Altersgruppe ist mit der aktuellen Wohnsituation „sehr zufrieden“. Aber das vergangene Jahr sowie die Zeit zu Hause hat Wünsche und Bedürfnisse beim Wohnen geschärft. Die Bedeutung von Wohnen ist während der Pandemie für 49 Prozent der Befragten gestiegen. Jeder Fünfte der Befragten (22 Prozent) gab den Wunsch zu übersiedeln an, angetrieben vom Wunsch nach mehr Platz (37 Prozent). Homeoffice und Homeschooling waren eine Zeitlang Alltag, damit wuchs bei jungen Menschen der Wunsch nach großzügigerem Wohnen. Christian Reingruber, Vorstand s Bausparkasse dazu: „Klarer Wohnfavorit ist für die junge Generation das Haus. 47 Prozent würden gerne ein Haus kaufen oder bauen.“ Dieser Wunsch lässt auch ein weiteres, vermeintlich überraschendes Ergebnis der Studie erklären: Die Mehrheit der befragten möchte am liebsten am Stadtrand einer Großstadt (26 Prozent) wohnen, eine weitere signifikante Gruppe am liebsten in einem kleineren bzw. mittleren Dorf (27 Prozent). „Als Gründe dafür wurde die Nähe zur Natur, die Ruhe und mehr persönlicher Kontakt genannt“, so Christian Reingruber.

Die Wünsche und Vorstellungen sind eine Sache. Die junge Gesellschaft sieht diese Ziele aber durchaus realistisch. Denn die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gab an, dass sie sich Eigentum derzeit nicht leisten können. „Steigende Wohnkosten, die von 60 Prozent der Jungen bemerkt werden, aber auch die aktuelle Preissituation am Immobilienmarkt sind dabei die größten Hindernisse“ gibt Christian Reingruber an.

„Eigene vier Wände zu haben, heißt: Ich bin erwachsen“ ist Bernhard Heinzlmaier überzeugt.

© PantherMedia/Mario Kelichhaus

Traditionelles Sicherheitsbedürfnis und rationaler Umgang mit Geld

Diese Erkenntnisse aus der Wohnstudie sind für den Soziologen und Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier wenig überraschend und bestätigten seine Forschungsergebnisse. „Jungen Menschen sind stabile Verhältnisse wichtig. Das bereits vor der Pandemie bei Jugendlichen vorhandene Sicherheitsbedürfnis ist noch größer geworden.“ Auch, dass weit über 50 Prozent der Jugendlichen in Eigentum wohnen möchten, können durch Studien belegt werden. „Eigene vier Wände zu haben, heißt: Ich bin erwachsen“ ist Bernhard Heinzlmaier überzeugt. Die Jugendlichen möchten großzügig wohnen, weil sie die Erfahrung gemacht haben, in die eigenen vier Wände zurückgedrängt zu werden.

Obwohl junge Menschen mit 19 oder 20 Jahren bevorzugt in der Stadt wohnen, entscheiden sich weiterhin die meisten für ein Leben in der Peripherie, sobald die Familiengründung in den Vordergrund rückt. „Die Jungen ziehen sich gerne zurück, um sich zu erholen – der Traum vom eigenen Haus mit Garten, einer eigenen Wohnung mit Balkon oder einer Wohnung im Erdgeschoss mit Zugang zum Garten ist stark vorhanden.“

Realistische Einschätzungen und rationale Planer

Um diese Wünsche zu erreichen, ist es der jungen Generation klar, dass der rechtzeitige Aufbau von Eigenkapital wichtig ist. Sie planen ihre finanzielle Zukunft und gehen dabei rational vor. Bei den Spar- und Veranlagungsformen sind sichere, aber dennoch flexible Produkte mit vernünftigem Ertrag gefragt. „Die Jugend von heute ist marktorientiert, denkt ökonomisch, plant für die Zukunft, legt Geld auf die Seite und spart bevorzugt bei österreichischen Geldinstituten“, fasst Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier zusammen.

Das Video „Bernhard Heinzlmaier, Sozialwissenschaftler und Jugendforscher im Talk“ können Sie hier ansehen.

Über die s Bausparkasse

Seit 1941 ermöglicht die s Bausparkasse ihren Kundinnen und Kunden österreichweit leistbares Wohnen –einfach und sicher. Wir leisten einen Beitrag zur privaten Vermögensbildung durch Ansparprodukte inklusive staatlicher Prämie und sind verlässlicher Partner bei stabilen Wohnraumfinanzierungen. Das sehen andere genauso: „Der Börsianer“ zeichnete 2019 die s Bausparkasse bereits zum vierten Mal als beste Bausparkasse des Landes aus.

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