Jetzt gehen wir stiften!

Laut Stiftungsmonitor würde mehr als die Hälfte der Proponenten wieder stiften.

Lesezeit: ca. 3 min

© stiftung-nextgen

Mag. Manfred Wieland, ESIA, Founder stiftung-nextgen.

Die große Umfrage „Stiftungsmonitor 2020“ hat Stiftungen dazu eingeladen, Fragen zu drei Themenkreisen zu beantworten. Der Bogen spannte sich von rechtlichen Themen über Vermögenswerte und Geldanlage bis hin zu den Bereichen Organisation sowie Digitalisierung.

„Wir sind sehr froh und auch stolz über die große Zahl der Teilnehmer“, sagt Manfred Wieland, der Gründer der Plattform stiftung-nextgen.at. Weit mehr als 100 Personen aus der Stiftungswelt nahmen sich die Zeit und beantworteten die Fragen des Stiftungsmonitors. Durchgeführt wurde die Umfrage von der Stiftungsplattform stiftung-nextgen.at in Kooperation mit der LMM Investment Controlling AG und unter wissenschaftlicher Mithilfe durch den Rektor der Privatuniversität Schloss Seeburg im Salzburger Land.

Familie soll mitgestalten können

Viel wurde darüber spekuliert, dass aufgrund der rechtlichen Änderungen der letzten Jahre ein Großteil der Stifter diese Rechtsform verlassen möchte. Die Ergebnisse der Umfrage sprechen jedoch eine andere Sprache: 54 Prozent geben an, dass sie auch heute wieder eine Stiftung gründen würden. Wesentlich für Stifter ist aber unbestritten die Möglichkeit der Einflussnahme der Familie in das Stiftungsgeschehen mittels eines (Familien-)Beirats. Dieser ist bei 72 Prozent der Stiftungen umgesetzt.

Im Bereich der Covid-19 Regelungen für Stiftungen besteht noch Aufklärungsbedarf. Lediglich 38 Prozent erklären, über entsprechendes Knowhow zu verfügen.

Stiftungen halten an Unternehmensbeteiligungen fest.

© PantherMedia/Darius Turek

Unternehmensbeteiligungen im Fokus

Mehr als 75 Prozent der Stiftungen halten Unternehmensbeteiligungen und leisten damit einen wesentlichen volkswirtschaftlichen Beitrag. Im aktuellen Umfeld lässt die Aussage, dass 2021 nur elf Prozent eine negative Entwicklung dieser Beteiligungen erwarten, optimistisch in die Zukunft blicken. Das ist eine positive Erkenntnis, weil Privatstiftungen hinter 80 der 100 erfolgreichsten österreichischen Unternehmen und damit auch hinter rund 400.000 Arbeitsplätzen stehen.

Ein weiterer Themenbereich, der untersucht wurde, ist der Bereich der Geldanlage von Stiftungen. 77 Prozent der Gelder sind konservativ bzw. ausgewogen investiert. Wirft man einen Blick auf die Performance 2020, scheint Handlungsbedarf gegeben, da 81 Prozent ein schlechteres Ergebnis als die Benchmark erzielt haben. „Die Gründe für eine Underperformance können vielfältig sein“, erläutert Stefan Kargl, Geschäftsführer der LMM Investment Controlling AG in Wien: „Von unterschiedlichen Vorgaben bis hin zu hohen Kosten oder nachteiligen Entscheidungen des Vermögensverwalters.“

Bis dato ist Nachhaltigkeit in den Stiftungsdepots noch nicht wirklich „angekommen“ – nicht einmal 30 Prozent der Stiftungen haben ihren Banken diesbezüglich Vorgaben gemacht.

„Digitalisierung kann Prozesse erleichtern und führt zu mehr Transparenz“, erklärt Prof. Christoph Stöckmann von der Privatuni Seeburg.

© stiftung-nextgen.at

Schwachpunkte: Betreuung und Digitalisierung

Des Weiteren macht die Umfrage Mängel in der Kommunikation zwischen Banken und Stiftungen sichtbar. Auf einer Skala von 0 (sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) wurde der Service der Banken (Beratung, Berichterstattung etc.) im Corona-Jahr nur mit der Note 3 bewertet. In der Kommunikation zwischen Bank und Stiftungen ist durchaus Verbesserungspotenzial vorhanden.

Auch Digitalisierung ist in der Stiftungswelt noch nicht ganz angekommen: Maximal 40 Prozent der Stiftungen verwenden digitale Prozesse zur Steuerung und Kontrolle. „Digitalisierung kann Prozesse erleichtern und führt zu mehr Transparenz“, erklärt Prof. Christoph Stöckmann von der Privatuni Seeburg, der die Umfrage mit seinem Knowhow in der digitalen Welt begleitet.

Nächste Umfrage kommt bald

Vorsorge bei Unfall oder Ableben zu treffen, ist bei Stiftungen in den Vordergrund getreten. So geben fast 70 Prozent an, dass eine Notfallplanung besteht. Gleichzeitig verzichten aber noch 70 Prozent auf einen Familien- oder Stiftungskodex – ein Instrument, das der Konfliktvermeidung dient.

Zusammenfassend kann man sagen, dass österreichische Stiftungen kein Auslaufmodell sind. Die Implementierung professioneller Standards wird als Voraussetzung für eine aktive Steuerung der Stiftung erkannt. Der Optimierungsbedarf in einzelnen Bereichen wird nicht zuletzt durch den Generationenwechsel beschleunigt werden.

Stiftung-Nextgen setzt bei solchen Missständen an und bietet laut eigenen Angaben entsprechende Beratung durch Webinare, Zivilrechts-, Steuer- und Portfolio-Checks sowie eine Vielzahl weiterer Services. Ein regelmäßiger Überblick der Entwicklungen im Privatstiftungssektor scheint jedenfalls auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive sinnvoll. „Wir werden den Stiftungsmonitor künftig einmal im Jahr durchführen“, kündigt Wieland an.

Hinter den Kulissen

Vor etwa einem halben Jahrzehnt gründete Manfred Wieland die neue Plattform stiftung-nextgen.at, die sich Disziplinen übergreifend Gedanken zu aktuellen Fragen der Stiftungslandschaft macht. Dies getragen vom Gedanken, dass Stiftungen ein wesentlicher Faktor der österreichischen Volkswirtschaft sind.

Der anstehende Generationenübergang benötigt neue Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft. Zur Veredlung von Stiftungen ist eine Professionalisierung und Modernisierung des Vorstandes häufig wünschenswert. Mit einem Beirat aus Praxis und Lehre können viele Themen objektiv und neutral im Sinne der Stiftungen beleuchtet und beantwortet werden.

www.stiftung-nextgen.at

manfred.wieland@stiftung-nextgen.at

Tel.: +43 677 62 35 84 38

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