Hier sind meine zehn Thesen zur Zukunft Europas

Die aktuellsten Top-News von unserem Co-Herausgeber und Global-Experten Christoph Leitl.

Lesezeit: ca. 2 min

Co-Herausgeber und Europa-Experte Christoph Leitl.

Liebe POM-Leserinnen und Leser,

hier sind meine zehn Thesen zur Zukunft Europas:

  1. Europa ist ein Vorbild in liberaler Demokratie in der Welt. Aber dazu muss es auch entscheidungsfähig sein. Dies geht nur mit Effizienz ohne Lähmung durch Bürokratie.
  2. Europa muss seine Handlungsfähigkeit wiederherstellen. Dazu bedarf es des Entfalls des Einstimmigkeitsprinzips. Subsidiarität in einem Europa der Regionen und Proportionalität in der Anwendung von Regeln mit Augenmaß wären dazu markante Eckpunkte. Wir stehen im Wettbewerb mit autokratisch geführten Ländern wie China, die rasch entscheiden.
  3. Bildung ist der entscheidende Schlüssel zum Bestehen im globalen Wettbewerb. Das europäische Bildungssystem muss extrem talentorientiert ausgerichtet werden, um unsere Begabungen auch in Erfolge umsetzen zu können.
  4. Innovation durch Kombination vorhandenen Wissens und Kooperation bei der Findung neuer Lösungen und deren Anwendungen. Besonders auch im Bereich der Kreislaufwirtschaft könnte Europa eine Führungsrolle erlangen.
  5. Europas Stärke ist seine Vielfalt und die Identität seiner Menschen in den Regionen. Kleinere Einheiten sind näher bei den Menschen. Sie gilt es zu fördern und zu entwickeln.
  6. Unabhängigkeit ist Voraussetzung für gute Partnerschaften mit allen Teilen der Welt. Freihandels-, Investitions-, Wissenschafts- und Kulturabkommen sollen Europas Wohlstand sichern und zugleich seine Werte vermitteln. Erpressungen wie im Falle Iran, WTO oder einer Gaspipeline sind entschieden entgegenzutreten.
  7. Der Binnenmarkt ist auszubauen. Im Bereich Energie und Dienstleistungen ebenso wie bei der Verkehrsinfrastruktur oder der Herstellung digitaler Netzwerke sowie der Schaffung von Cyber Security.
  8. Die Integration von Menschen außereuropäischer Herkunft muss auch über die Betriebe erfolgen. Dort werden fachliche und kulturelle Fähigkeiten vermittelt. Alle, die sich dieser Aufgabe widmen, sollten einen Integrationsbonus erhalten.
  9. Europa kann globale Probleme alleine nicht lösen. Bedrohungen aus Finanzspekulationen, dem Bereich der Sicherheit, der Gesundheit und des Klimawandels können von Europa nicht alleine bewältigt werden. Kooperationen im Bereich der G20 sind dazu erforderlich. Wir brauchen globale Rahmen, wenn nationale oder kontinentale nicht mehr ausreichen.
  10. Europa braucht einen neuen Geist und eine neue Begeisterung. Dieser „Spirit of Europe“ kann nur im Dialog mit den Bürgern, besonders den jungen Menschen erfolgen. Neben der Friedensidee sind neue Zukunftsideen für Europa zu entwickeln. Die Bürger Europas erwarten Frieden und Freiheit, Sicherheit und Wohlstand. Das geht nur gemeinsam. To swim together or to sink alone. Die Antwort auf „China strong“ und „America first“ ist daher: „Europe together“.

Die Antwort auf „China strong“ und „America first“ ist daher: „Europe together“.

© PantherMedia/daboost (YAYMicro)

Hinweis: Wesentlich detaillierter befasst sich Christoph Leitl mit der wirtschaftlichen Zukunft Europas in seinem aktuellen Buch „China am Ziel! Europa am Ende?“

Ecowin Verlag, 168 Seiten, ISBN 978-3-7110-0256-3, 20 Euro

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