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Georg Pölzl - ÖSTERREICHISCHE POST

11.03.2022 | 3 min

Österreichische Post: Geschäftsjahr 2021 sehr erfolgreich verlaufen

Umsatz und Ergebnis 2021 verbessert; Paket- übersteigt Briefgeschäft. Ausblick verhalten, schwieriger Start ins Jahr 2022.

Das Jahr 2021 ist für die Österreichische Post sehr erfolgreich verlaufen. Das Umfeld im nationalen und internationalen Brief- und Paketgeschäft hat sich nach einem pandemiebedingt schwierigen Jahr 2020 durchwegs verbessert. „Wir konnten sowohl die Sicherheit unserer Belegschaft und die Leistungsfähigkeit unserer Logistik gewährleisten als auch die Ertragskraft unseres Unternehmens steigern“, so Generaldirektor DI Dr. Georg Pölzl.

Der Konzernumsatz erhöhte sich 2021 um 14,9 %, wobei 5,7 % auf organisches Wachstum zurückzuführen war und der weitere Teil auf die Vollkonsolidierung der türkischen Tochtergesellschaft Aras Kargo. Nach den starken pandemiebedingten Impulsen im Paketgeschäft in den ersten drei Quartalen war im vierten Quartal eine Konsolidierung zu verzeichnen. Der Paketumsatz erhöhte sich im vierten Quartal 2021 lediglich um 0,9 % gegenüber der Vorjahresperiode. Die Basistrends der Geschäftstätigkeit waren auch 2021 erkennbar: Rückläufige Volumen an Brief- und Werbesendungen bei gleichzeitigem Zuwachs von Paketmengen, deren Anstieg durch Impulse im Rahmen von Lockdown-Situationen des stationären Handels geprägt war.

Die divisionale Umsatzverteilung des Konzerns hat sich 2021 wesentlich gewandelt: Mit 49,0 % hat die Division Paket & Logistik mittlerweile den größten Anteil am Konzernumsatz der Österreichischen Post, gefolgt von der Division Brief & Werbepost mit 48,1 % und der Division Filiale & Bank mit 2,9 %. Der Paketumsatz erhöhte sich 2021 um 36,4 % auf 1.245,7 Mio EUR, das organische Wachstum betrug dabei 14,2 %. Maßgeblich dazu beigetragen hat sowohl die türkische Tochtergesellschaft Aras Kargo als auch ein starkes Geschäft in Österreich sowie in Südost- und Osteuropa. Die Division Brief & Werbepost war mit einem Umsatz von 1.224,2 Mio EUR (+0,1 %) geprägt von rückläufigen Briefvolumen sowie weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen der Werbe- und Medienpost aufgrund diverser Lockdown Maßnahmen des Handels.

Die Umsatzerlöse der Division Filiale & Bank verbesserten sich im Geschäftsjahr 2021 um 10,8 % auf 74,7 Mio EUR. Neben der positiven Entwicklung des Kund*innenhochlaufs hat die Tochtergesellschaft bank99 Ende des Jahres 2021 das Privatkund*innengeschäft der ING in Österreich übernommen. Mit der Übernahme der ING ergänzt die bank99 ihr bestehendes Angebot um eigene Kredit- und Veranlagungsprodukte. Auch die Ergebnissituation spiegelt die verbesserte Umsatzlage wider. Das EBITDA erhöhte sich auf 370,4 Mio EUR (+22,3 %) und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 27,5 % auf 204,7 Mio EUR. Die Division Brief & Werbepost verzeichnete dabei einen Ergebnisrückgang (EBIT) von 5,6 % auf 155,2 Mio EUR. Das EBIT der Division Paket & Logistik steigerte sich von 73,5 Mio EUR auf 118,1 Mio EUR (+60,6 %) und die Division Filiale & Bank verbesserte sich 2021 auf minus 39,2 Mio EUR nach minus 43,8 Mio EUR im Jahr zuvor.

Das Periodenergebnis der Österreichischen Post lag in der Berichtsperiode bei 158,4 Mio EUR nach 115,3 Mio EUR. Das Ergebnis je Aktie für das Jahr 2021 betrug 2,25 EUR. Auf Basis dieser guten Ergebnissituation wird der Hauptversammlung am 21. April 2022 wieder eine attraktive Dividende in Höhe von 1,90 EUR je Aktie vorgeschlagen. Für das Geschäftsjahr 2022 ist aus heutiger Sicht mit herausfordernden Rahmenbedingungen zu rechnen sowie der Entfall positiver pandemiebedingter Einmaleffekte. Bereits 2021 kam es zu Verzögerungen in der globalen Wertschöpfungskette und steigenden Inflationszahlen, aber auch zu einem Druck auf die türkische Lira. Die nun hinzukommenden politischen Ereignisse bedeuten für die Bevölkerung und Unternehmen Europas große Herausforderungen.

„Die Kriegshandlungen in der Ukraine machen uns zutiefst betroffen. Das menschliche Leid stellt alle anderen Auswirkungen in den Schatten“, so Georg Pölzl. Während die direkten Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Österreichischen Post bei den Brief- und Paketströmen aus den betroffenen Ländern gering sind, werden indirekte Auswirkungen sehr wohl erwartet. Die Inflation basierend auf Anstiegen bei Energie und Rohstoffen wird sich verfestigen und könnte somit negative Effekte auf das weitere Konsumverhalten haben. Darüber hinaus sind bei der Österreichischen Post-Tochtergesellschaft bank99 negative Effekte in Form von Zahlungen im Rahmen der Banken-Einlagensicherung in Österreich zu erwarten. Durch den Gegenwind im Marktumfeld ist in der ersten Jahreshälfte 2022 nicht zu erwarten, dass die durch positive Sondereffekte unterstützten Ergebnisse der Vergleichsperiode 2021 wieder erzielt werden können.

Trotz des sich abzeichnenden negativen Umfelds peilt die Österreichische Post einen möglichst stabilen Umsatz an und ein Konzernergebnis (EBIT), das wieder nahe an das Niveau des Vorjahres heranreicht. Kontinuität hat auch hinsichtlich des Ausbauprogrammes der Logistikkapazitäten Vorrang. 2022 wird weiter sowohl in Wachstum investiert als auch in die Dekarbonisierung der Logistik. Ziel ist es, die Spitzenposition der Österreichischen Post hinsichtlich Qualität und Geschwindigkeit auszubauen und darüber hinaus die Vorreiterposition in der Dekarbonisierung der Logistik sicherzustellen. „Grundlage für diese Performance sind unsere mehr als 27.000 Mitarbeiter*innen, die mit hoher Einsatzbereitschaft tagtäglich für unsere Kund*innen im Einsatz sind – einen herzlichen Dank dafür“, so Georg Pölzl.

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