Eine positive Fehler- und Feedback-Kultur als Faktoren für den Erfolg Österreichische Kontrollbank

© OeKB/David Sailer

Angelika Sommer-Hemetsberger, Helmut Bernkopf, Vorstände der OeKB

07.04.2022 | 3 min

OeKB Gruppe mit positivem Jahresergebnis 2021 in einem herausfordernden Umfeld 

Oesterreichische Kontrollbank und Tochterunternehmen wichtige Stütze in COVID-19-Pandemie -Themen Nachhaltigkeit und erneuerbare Energie gewinnen noch stärker an Bedeutung.

In einem besonders im ersten Quartal weiterhin vom Pandemieverlauf geprägten Geschäftsjahr konnte die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) abermals ein erfreuliches operatives Ergebnis erzielen. Das Produkt- und Serviceportfolio für Exporteure und den heimischen Kapitalmarkt wurde weiter ausgebaut. Das Thema Sustainable Finance, insbesondere die Nachhaltigkeit im Energiebereich, rückt aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Krieges nun noch stärker in den Fokus.

„Die OeKB hat gemeinsam mit dem Bundesministerium für Finanzen (BMF) die heimische Wirtschaft auch im zweiten Corona-Jahr mit einer Palette an Hilfsmaßnahmen unterstützt. Darüber hinaus haben wir unsere vielfältigen Dienstleistungen ausgeweitet, womit die OeKB Gruppe sehr breit aufgestellt ist und über eine hohe Resilienz verfügt. Deshalb konnten wir auch im erwartungsgemäß herausfordernden Geschäftsjahr 2021 ein positives Ergebnis erzielen“, erklärt Angelika Sommer-Hemetsberger, im OeKB-Vorstand für die Kapitalmarktaktivitäten zuständig.

Mit 65,5 Mio. Euro liegt der Gewinn nach Steuern um 37,3 Prozent höher als im Vorjahr (47,7 Mio. Euro). Hauptverantwortlich für diesen deutlichen Anstieg waren die positive Entwicklung von Veranlagungen und Beteiligungen sowie die Auflösung von Risikovorsorgen. Der Zinsüberschuss war mit 110,5 Mio. Euro etwas höher als im Vorjahr (108,4 Mio. Euro), das Provisionsergebnis ist mit 42,8 Mio. Euro leicht zurückgegangen (44,0 Mio. Euro). Versicherungsmathematische Effekte führen dazu, dass das Gesamtergebnis mit 78,5 Mio. Euro um 69,8 Prozent höher als im Vorjahr (46,2 Mio. Euro) liegt.

Maßnahmenpaket zur Stärkung der Exportwirtschaft

Im Sommer 2021 hat die OeKB zusammen mit dem BMF eine Reihe von „Exportimpulsen“ erarbeitet, um österreichische Exporteure in der einsetzenden Phase des Aufschwungs bestmöglich zu unterstützen. Eine Öffnung der Deckungspolitik und ein einfacheres Handling sorgen dabei für noch mehr Wettbewerbsfähigkeit. Helmut Bernkopf, im Vorstand der OeKB für den Geschäftsbereich Export Services zuständig, hebt zwei Maßnahmen hervor, deren Bedeutung aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Krieges nochmals zugenommen hat: „Wir erleben eine furchtbare humanitäre Katastrophe, die uns alle betroffen macht, und deren politische und wirtschaftliche Auswirkungen noch schwer abschätzbar sind. Hinsichtlich der augenscheinlich gewordenen Abhängigkeiten im Energiebereich und in den Lieferketten sind besonders zwei Exportimpulse eine wichtige Unterstützung für Unternehmen. So können wir zur Realisierung langfristiger Investitionen längere Laufzeiten und eine erweiterte Risikoübernahme anbieten, letztere kann bei besonders nachhaltigen Projekten sogar noch erhöht werden. Und mit der Öffnung von Wechselbürgschaften für Zulieferer von Exporteuren in Österreich stärken wir zudem lokale Wertschöpfungsketten.“

Angebotsausweitung im Bereich Kapitalmarkt Services

Die OeKB ist seit 1956 als Geschäftsstelle für die Begebung von Bundesanleihen der Republik Österreich im Auktionsverfahren tätig. Im August 2021 wurde diese Dienstleistung um die Auktionierung von kurzfristigen Geldmarktpapieren ausgeweitet. „Diese Austrian Treasury Bills helfen der Republik, die Investorenbasis am kurzen Ende der Zinskurve zu erweitern und das im Zuge der COVID-19-Pandemie erhöhte Finanzierungsvolumen aufzubringen. 2021 wurden im Zuge von vier Auktionen Austrian Treasury Bills in Höhe von 7,4 Mrd. Euro begeben. Weitere Highlights waren der Go-Live von Fondsdaten Plus, das eine Ergänzung zu den bereits öffentlich angebotenen Fondssteuerdaten darstellt, sowie die Angebotsausweitung des General Clearing Member-Services auch an kleinere Energieunternehmen“, so Angelika Sommer-Hemetsberger.

Thema Sustainable Finance gewinnt noch stärker an Bedeutung

Der Umwelt- und Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit stellen nicht nur bei den Exportimpulsen einen Schwerpunkt dar. Mit der „Exportinvest Green“ steht heimischen Exporteuren bereits seit Juni
2019 eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit für Neu- und Ersatzinvestitionen zur Umweltentlastung zur Verfügung, die immer stärker nachgefragt wird. Weiters hat die OeKB im März des Vorjahres ihren zweiten Sustainability Bond erfolgreich begeben, dessen Erlöse ausschließlich für Projekte der Oesterreichischen Entwicklungsbank AG (OeEB) verwendet werden. Angelika Sommer-Hemetsberger: „Es freut mich sehr, dass wir gemeinsam mit unserer Tochter, der OeEB, einen Beitrag leisten können. Wir werden unsere Aktivitäten im Bereich Sustainable Finance weiterhin vorantreiben und heuer unsere dritte Nachhaltigkeitsanleihe begeben.“

Verhaltene Aussichten für 2022

Während sich regionale Maßnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie weiterhin auf das Wachstum der Weltwirtschaft auswirken, stellen besonders der Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen große Herausforderungen für die österreichische Außenwirtschaft dar. „Wir evaluieren die Situation laufend und reagieren in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Finanzen unmittelbar mit entsprechenden Maßnahmen. Im Bereich der Export Services erwarten wir bei den Haftungen und auch bei den Finanzierungen eine schwächere Geschäftsentwicklung als in 2021.
Insgesamt ist die OeKB Gruppe aufgrund der Breite des Produkt- und Serviceportfolios jedoch gut für die Herausforderungen gerüstet, weshalb wir von einer stabilen Ertragsentwicklung im operativen Bereich ausgehen“, so Helmut Bernkopf zum Ausblick auf 2022.

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