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Andreas Grassauer, CEO von Marinomed

01.06.2022 | 2 min

Marinomed Biotech AG meldet starkes 1. Quartal 2022: Carragelose weiter auf Wachstumskurs

Marinomed Biotech AG (VSE:MARI), ein österreichisches, wissenschaftsbasiertes Biotechnologie-Unternehmen mit global vermarkteten Therapeutika, gab am 31.5. die Finanzergebnisse des ersten Quartals 2022 bekannt.

„Wir sind stolz trotz der momentanen geopolitischen Lage erneut ein Rekordergebnis für das erste Quartal verzeichnen zu können. Unsere Carragelose-Produkte setzen ihren starken Wachstumskurs fort und unsere Partner rund um den Globus sind darauf vorbereitet, ihre Vorräte diesem Bedarf anzupassen. SARS-CoV-2 entwickelt sich zur Endemie, zugleich steigen die Infektionen mit häufigen Atemwegsviren wieder an. Damit wird der Bedarf an Produkten, die eine große Bandbreite an Viren hemmen können, auch weiterhin hoch sein. Für unsere wirksamen Carragelose-Produkte konnten wir mit Hanmi Pharmaceutical Co., Ltd, einem der größten südkoreanischen Pharmaunternehmen, einen starken neuen Partner gewinnen“, sagte Dr. Andreas Grassauer, CEO von Marinomed. „Mit unseren erfolgreichen OTC-Produkten als solidem Standbein werden wir nun unser Knowhow und unsere Erfahrungen mit Carragelose und Marinosolv bündeln, um das volle Potenzial unserer Technologien auszuschöpfen. Wir planen, Medikamente für Indikationen in der Virologie und Immunologie zu entwickeln, für die es derzeit keine adäquaten Behandlungsmöglichkeiten gibt. Gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Beirat aus hochrangigen Augenärzten haben wir stromale herpetische Keratitis, eine seltene Augenkrankheit, die zur Erblindung führen kann, als ideale Indikation identifiziert, um die Leistungsstärke unseres Produktkandidaten Tacrosolv zu nutzen. Die entzündungshemmende Wirkung der löslichen Formulierung des Makrolid-Immunsuppressivums Tacrolimus haben wir in einer klinischen Phase-II-Studie bereits bestätigt und damit die Grundlage dafür gelegt, um Tacrosolvs volles Potenzial zu erschließen. Unsere Augentropfen versprechen erhebliche Vorteile für die Behandlung der stromalen herpetischen Keratitis und wir hoffen, dass wir den betroffenen Patienten in Zukunft helfen können.“

Pascal Schmidt, CFO von Marinomed, sagte: „Wir freuen uns, über ein weiteres starkes Quartal zu berichten. Die Nachfrage nach unserem Virusblocker ist weiter angestiegen und unser Umsatz hat sich um 8,8 % auf 2,4 Mio. € gesteigert. Durch diesen Anstieg sowie unsere derzeit relativ niedrigen F&E-Aufwendungen nach Abschluss mehrerer klinischer Studien im Jahr 2021 hat sich unser EBIT verbessert. Im nächsten Schritt werden wir unsere F&E-Aktivitäten für die Entwicklung neuartiger Medikamente intensivieren, um nachhaltige Werte für Patienten, das Unternehmen und unsere Stakeholder zu schaffen.“

Operative Höhepunkte im Q1 2022 und nach dem Berichtszeitraum:

Im ersten Quartal 2022 verstärkte Marinomed die Geschäftsentwicklung mit der Ernennung seines ersten Chief Business Officers (CBO). Mit Dr. Cornelia Kutzer konnte das Unternehmen eine erfahrene Kraft gewinnen, die das Netzwerk strategischer Partnerschaften für die Produktentwicklung und den Vertrieb in den Therapiegebieten Virologie und Immunologie weiter ausbauen wird.

Im letzten Quartal konnte Marinomed sein Carragelose-Partnernetzwerk und die globale Präsenz erweitern. Mit Hanmi Pharmaceutical Co., Ltd. hat eines der größten südkoreanischen Pharmaunternehmen eine Lizenz für den Vertrieb von Carragelose-Nasensprays erhalten. Darüber hinaus wurde das Vertriebsnetz von Marinomed in Australien gestärkt, da Aspen Pharmacare Australia den Carragelose-Lizenznehmer ENT Technologies Pty Ltd. übernommen hat und die Vermarktung des Nasensprays mit Hilfe seinen umfangreichen Ressourcen fortführen wird.

Marinomeds neues Geschäftsfeld Solv4U bietet externen Partnern Zugang zur Marinosolv-Technologie, um ihre Wirkstoffe in Lösung zu bringen. Seit dem Start im November 2021 ist Solv4U erfolgreich angelaufen. Marinomed stößt bei Biotech- und Pharmaunternehmen auf großes Interesse und konnte die Anwendung der Marinosolv-Technologie ausweiten.

Im Februar 2022 erreichte Marinomed die entsprechenden Meilensteine und erhielt die letzte Tranche aus der Finanzierungsvereinbarung mit der EIB in Höhe von 6 Mio. €. Zusammen mit dem flexiblen, auf Wandelschuldverschreibungen basierenden Finanzierungsprogramm mit Nice & Green und anderen Finanzinstrumenten gibt dies Marinomed finanzielle Flexibilität bei der Durchführung seiner wissenschaftlichen und klinischen Entwicklungsprogramme. Dies ist eine hervorragende Ausgangssituation, da sich das Unternehmen nun auf die Entwicklung von verschreibungspflichtigen (Rx) Produkten für Krankheiten in der Virologie und Immunologie mit Schwerpunkt auf autoreaktiven Immunstörungen fokussiert. Zu den ersten Indikationen gehören anteriore entzündliche Augenerkrankungen – hier ist Tacrosolv ein vielversprechender Kandidat. Zum initialen Programm gehören weiterhin virale Lungenerkrankungen, für die derzeit die klinische Entwicklung zur inhalativen Iota-Carrageen-Formulierung Inhaleen läuft und Autoimmungastritis, für die eine Behandlung auf der Grundlage von Marinosolv in der präklinischen Entwicklung ist. Die erweiterte Strategie 2025 wurde im Jahresbericht und der Präsentation des Unternehmens Mitte April vorgestellt.

Q1-Finanzergebnisse und Ausblick

Die Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 % auf 2,4 Mio. € (Q1 2021: 2,2 Mio. €) bei anhaltend starker Nachfrage nach dem Virusblocker Carragelose. Neben COVID-19 unterstützen nun auch die klassischen Erkältungskrankheiten und Grippen, die sich nach dem Herunterfahren der Hygienemaßnahmen wieder ausbreiten, den Umsatz des Virusblockers. Umsätze wurden auch mit Solv4U erzielt, das im vierten Quartal 2021 eingeführt wurde, um Probleme mit der Löslichkeit und Bioverfügbarkeit von Wirkstoffen in Technologiepartnerschaften für Biopharmaunternehmen zu lösen.

Mit 1,6 Mio. € verzeichnete Marinomed geringere F&E-Aufwendungen als im Vorjahr (Q1 2021: 2,2 Mio. €). Dies ist vor allem auf die derzeit reduzierten klinischen Forschungsaktivitäten zurückzuführen, bedingt durch den Abschluss mehrerer Studien im Jahr 2021 und die Vorbereitungen auf die verstärkte Fokussierung auf die Rx-Medikamentenentwicklung. Marinomed plant, seine leistungsstarke Marinosolv-Technologie sowie Iota-Carrageen in vollem Umfang zu nutzen, um Krankheiten in der Immunologie und Virologie zu behandeln, für die es wenige oder keine Behandlungsmöglichkeiten gibt. Die klinische Entwicklung von Rx-Medikamenten ist zeitaufwändiger; daher erwartet Marinomed für das laufende Jahr zunächst geringere F&E-Ausgaben und anschließend einen Anstieg der Ausgaben sowohl für klinische Studien als auch für den Ausbau der Marinosolv-Pipeline.

Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug -1,2 Mio. € und verbesserte sich um 28,8 % gegenüber dem Vorjahr (Q1 2021: -1,7 Mio. €). Dies ist auf die gestiegenen Umsätze, aber vor allem auf geringere F&E-Ausgaben zurückzuführen. Der Nettoverlust für den Zeitraum betrug 1,8 Mio. € gegenüber 2,1 Mio. € in Q1 2021. Dies steht im Einklang mit dem Geschäftsplan des Unternehmens.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum Ende des ersten Quartals 2022 auf 11,7 Mio. € (31.12.2021: 5,8 Mio. €).

Marinomed bestätigt seinen finanziellen Ausblick für das Geschäftsjahr: Das Unternehmen rechnet mit einem weiteren Wachstum der Carragelose-Umsätze und einem leichten Anstieg der F&E-Aufwendungen, so dass für 2022 ein operativer Verlust erwartet wird. Mittelfristig plant Marinomed, die operative Profitabilität zu erreichen.

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