© Petra Spiola

Kommunalkredit-CEO Bernd Fislage.

01.04.2022 | 3 min

Kommunalkredit Jahresergebnis 2021 unterstreicht Resilienz des Geschäftsmodells 

Neugeschäftsvolumen aus Infrastruktur- und Energiefinanzierung +65 % | EUR 1,9 Mrd. Operatives Ergebnis +26 % | EUR 60,1 Mio. Non-Performing-Loan-Ratio (NPL) konstant seit 2015 – trotz COVID-19 | 0,0 %. Cost-Income-Ratio Bank stand-alone <50 % | 47,9 %. Return on Equity erhöht | 19,5 %. 50 | 50 | 10-Ziel vorzeitig erreicht | EUR 50 Mio. EBIT, 50 % CIR, 10 % RoE. Investmentgrade-Ratings von S&P und Fitch erteilt | DBRS-Rating auf BBB verbessert. Beste Bank | Beste Spezialbank | Beste Direktbank im Börsianer-Ranking 2021.

Die Kommunalkredit Austria AG (Kommunalkredit) veröffentlichte am 31. März ihr Jahresergebnis 2021. In diesen wirtschaftlich, politisch, vor allem aber menschlich anspruchsvollen Zeiten hat die Kommunalkredit mit ihrem widerstandsfähigen und nachhaltigen Geschäftsmodell ihre führende Rolle als Spezialistin für Infrastruktur- und Energiefinanzierungen sowie Public Finance erfolgreich ausgebaut. Das Neugeschäftsvolumen im Bereich der Infrastruktur- und Energiefinanzierungen liegt mit EUR 1,9 Mrd. um 65 % über dem Vorjahresergebnis. Das operative Ergebnis stieg um 26 % auf EUR 60,1 Mio. Die Cost-Income-Ratio der Bank konnte in einem nach wie vor angespannten Niedrigzinsumfeld auf 47,9 % reduziert und ein Return on Equity vor Steuern von 19,5 % erwirtschaftet werden. Die Non-Performing-Loan-Ratio (NPL) ist seit der Privatisierung im Jahr 2015 – trotz anhaltender COVID-19-Pandemie, steigender Zinssätze und hoher Inflationsraten – konstant bei 0,0 %.
Die Finanzierung und Realisierung innovativer Projekte im Bereich Wasserstoff, grüner und nachhaltiger
Energieproduktion und -speicherung, E-Mobilität, digitale Kommunikationskanäle und Datenzentren sowie soziale Einrichtungen sind von essenzieller Bedeutung für die Gesellschaft. Dies unterstreicht auch die Resilienz des europäischen Marktes für Infrastrukturfinanzierungen, der ungeachtet der spürbaren Auswirkungen der Gesundheitskrise ein Rekordvolumen von EUR 300 Mrd. erreichte. „Die Kommunalkredit hat rasch auf die veränderten Ansprüche reagiert, insbesondere durch erhöhten Fokus auf Digitalisierung & Kommunikation aufgrund von Home Office, Distance Learning sowie einer sicheren und belastbaren Energieversorgung. Rund 80 % unserer 2021 realisierten Projekte kommen aus diesen Bereichen“, so Kommunalkredit-CEO Bernd Fislage.
Neben Windkraftwerken in Skandinavien, Breitbandausbau in den Niederlanden, Solar-Photovoltaik-Parks in Südeuropa, Glasfaserprojekten in Deutschland und Gesundheitsinfrastruktur in Großbritannien unterstützte die Bank zukunftsweisende Initiativen im österreichischen Heimatmarkt. Gemeinsam mit der OMV investiert sie in die größte Elektrolyseanlage Österreichs zur Produktion von grünem Wasserstoff (= Reduktion von 15.000 Tonnen CO2-Emissionen jährlich); mit dem oberösterreichischen Energieversorger eww startete man das Joint Venture „PeakSun“ für Finanzierung, Errichtung und Betrieb von Photovoltaik-Aufdachanlagen; mit der SORAVIA Gruppe wurde ein innovatives Heiz- und Kühlsystem für den Gebäudekomplex TrIIIple und Austrotower in Wien realisiert. Zudem unterstützte die Bank Österreichs Städte und Gemeinden mit einem Finanzierungsvolumen von über EUR 200 Mio. für bspw. den Ausbau von Kindergärten, Schulen, Geschäftsgebäuden, Kanälen, Kläranlagen.

Eine Bestätigung des Geschäftsmodells im derzeit herausfordernden Marktumfeld liefern auch die Bewertungen der internationalen Rating-Agenturen. Am 22. März 2021 vergab Fitch Ratings ein Investmentgrade-Rating von „BBB-/F3“ (stabiler Ausblick) an die Kommunalkredit. Am 24. Februar 2021 erhielt die Bank von S&P Global Ratings ein Investmentgrade-Rating von „BBB-/A-3“ mit stabilem Ausblick; zudem wurde das Covered Bond-Rating Anfang März auf „A+“ mit stabilem Ausblick angehoben. DBRS Morningstar hob bereits Ende 2020 das Rating auf „BBB/R-2 (high)“.

Eckpunkte 2021

Das Neugeschäftsvolumen überstieg mit EUR 2.146 Mio. (inklusive Public Finance | EUR 1.893 Mio. exklusive) erstmals die Zwei-Milliarden-Grenze. 47 % des Finanzierungsvolumens entfielen auf den Sektor Energie & Umwelt, 34 % auf Kommunikation & Digitalisierung, 10 % auf Verkehr/Transport und 9 % auf Soziale Infrastruktur. Darin spiegelt sich der durch COVID-19 verstärkt hervorgerufene Bedarf einer gesicherten Energieversorgung sowie einer leistungsstarken digitalen Infrastruktur. Geografisch gesehen war das Geschäft über die Europäische Union und assoziierte EU-Staaten breit aufgestellt.
Die Kommunalkredit legt besonderen Wert auf die Platzierbarkeit ihrer Transaktionen am internationalen
Fremdkapitalmarkt. 2021 betrug das bei Versicherungen, Asset Manager und Banken platzierte Volumen
EUR 711 Mio. Über ihren Infrastruktur-Fonds ist die Bank zudem in der Lage, ihren Geschäftspartnern über eine Asset-Management-Lösung Zugang zu Infrastruktur- und Energiefinanzierungen anzubieten. Mit der im Mai 2021 lancierten Florestan KA GmbH unterstützt die Bank noch gezielter innovative Projektideen und -entwicklungendurch Eigenkapitalfinanzierungen.
2021 wurde die Refinanzierungsstruktur und Kapitalmarktvisibilität weiter ausgebaut: Der AT1-Emission mit einem Volumen von EUR 63 Mio. folgte eine EUR 300 Mio. öffentliche Senior Preferred-Anleihe, die erste öffentlich syndizierte Refinanzierungstransaktion der Bank seit der Emission eines Social Covered Bonds im Jahr 2017. Das Investoreninteresse war enorm, das geschlossene Orderbuch in Höhe von mehr als EUR 700 Mio. erstreckte sich auf Investoren aus ganz Europa. Im September hat die Bank einen öffentlichen Covered Bond in Höhe von EUR 250 Mio. bei europäischen Investoren platziert, mit einer knapp fünffachen Überzeichnung. Darüber hinaus wurden rund EUR 100 Mio. im Rahmen von Privatplatzierungen (Private Placements) bei institutionellen Investoren begeben.

Die Bank wurde 2021 von der internationalen Plattform Business Vision als „Most Sustainable Infrastructure Project Partner“ ausgezeichnet, von Capital Finance Infrastructure als „Best ESG Infrastructure Finance Europe“. Besonders erfreulich war die Auszeichnung durch das österreichische Wirtschaftsmagazin Börsianer als „Beste Bank“, „Beste Spezialbank“ und „Beste Direktbank“. Zur Jahreswende wurde die Kommunalkredit vom Kurier mit dem „Gütesiegel für Nachhaltigkeit“ und dem „Gütesiegel für beliebte Arbeitgeber“ versehen. In den Ranglisten der europäischen Infrastruktur-Branchenmedien taucht man in einem wettbewerbsstarken Umfeld mittlerweile im
Spitzenfeld auf (bspw. #4 nach Gesamttransaktionswert unter EUR 500 Mio. und #8 nach Anzahl der
Transaktionen laut Inframation).
Die harte Kernkapitalquote lag zum 31. Dezember 2021 bei 17,3 %, die Gesamtkapitalquote bei 22,6 %. Die Bank verfügt über ein hochqualitatives Kreditportfolio mit einem durchschnittlichen Rating von „A-“. Die NonPerforming-Loan-Ratio (NPL) liegt weiterhin bei 0,0 %.

Ergebniskennzahlen 2021 der Kommunalkredit Gruppe nach IFRS

Das operative Ergebnis (Konzernjahresergebnis vor Steuern, ohne Kreditrisiko-, Bewertungs- und operatives Verkaufsergebnis aus Infrastruktur- und Energiefinanzierungen) stieg um 26 % auf rund EUR 60 Mio. (2020: EUR 47,5 Mio.).
Das Jahresergebnis nach Steuern lag mit EUR 49 Mio. um 34 % über dem Vorjahreswert (2020: EUR 36 Mio.). Die deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses – zurückzuführen auf den kontinuierlichen Ausbau der Kernbereiche Infrastruktur- und Energiefinanzierungen sowie Public Finance in Kombination mit gezielt gesetzten Maßnahmen im Zins- und Liquiditätsmanagement – schlug sich in einer Reduktion der Cost-Income-Ratio (auf Basis operatives Ergebnis) auf 53,2 % nieder (2020: 56,1 %); auf Einzelebene der Kommunalkredit Austria AG wurde sogar ein Jahr früher als angestrebt eine Cost-Income-Ratio unter 50 % (47,9 %) erreicht. Der Return on Equity vor Steuern erhöhte sich von 15,3 % im Jahr 2020 auf 19,5 %.
Damit ist es gelungen, das 2018 ausgegebene Strategieprogramm 50 | 50 | 10 – EUR 50 Mio. operatives Ergebnis, 50 % Cost-Income-Ratio, 10 % Return on Equity – bereits ein Jahr früher als geplant zu übertreffen.

Ausblick

Das Jahr 2021 hat gezeigt, dass die Weltwirtschaft deutlich besser mit den Auswirkungen der globalen
Gesundheitskrise umgehen kann, als erwartet. Angesichts des Impffortschritts sind die Aussichten hier durchaus positiv. Gleichzeitig ist mit dem Einmarsch von Russland in der Ukraine ein großer Unsicherheitsfaktor dazugekommen, dessen globale Auswirkungen noch nicht abzuschätzen sind.
2022 wird Möglichkeiten bieten: einerseits, sich wieder vermehrt auf die Produktion zu konzentrieren, damit Wachstum anzukurbeln, Investitionen in Infrastruktur zu tätigen und der Inflation entgegenzuwirken; andererseits, sich rasch auf notwendige Schritte zu einigen, um die Zusagen zum Klimawandel noch einzuhalten.
Dekarbonisierung, der Ausbau der klassischen Bereiche Photovoltaik-Solar und Windkraft, Elektromobilität, Wasserstoff sind Schlagworte der nachhaltigen Zukunft. Das Bestreben nach einer größeren Unabhängigkeit russischer Öl- und Gaslieferungen und die Vermeidung weiterer Lieferkettenunterbrechungen werden ebenfalls den Fokus auf entsprechende Infrastrukturprojekte lenken.
Als Infrastruktur- und Energiespezialist ist die Kommunalkredit bestens aufgestellt, die erforderlichen
Investitionen im Zuge des europäischen Green Deals, der nationalen Klima- und Energieziele sowie den raschen Ausbau von Digitalisierungs- und Kommunikationsprojekten und sozialer Infrastruktur zu unterstützen und voranzutreiben.
In diesem Kontext wurde UBS als Berater zur strategischen Evaluierung möglicher Maßnahmen mandatiert, dasweitere Wachstum der Bank zu akzelerieren.
Als erster Finanzdienstleister Österreichs ist die Kommunalkredit 2020 in die „European Clean Hydrogen Alliance“ aufgenommen worden. 2021 folgte der Beitritt zur UN Global Compact Initiative. Die Bank ist Vorreiter bei innovativen, ökonomischen und nachhaltigen Projekten und unterstützt durch ihre Investitionen aktiv die globalen Nachhaltigkeitsziele. „Gegenwärtig liefern wir einen Beitrag zu 14 der 17 Sustainable Development Goals. Wirwerden auch weiterhin unsere nachhaltige Expertise einsetzen, um gezielt einen Mehrwert zur Umsetzung des Green Deals zu schaffen,“ so Fislage.

Mehr Info hier.