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Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon.

03.02.2022 | 5 min

Infineon-Konzern Q1/2022: Gelungener Start in das Geschäftsjahr 2022. Positive Entwicklung von Umsatz und operativem Ergebnis; Jahresprognose angehoben

Die Infineon Technologies AG gab am 3. Februar das Ergebnis für das am 31. Dezember 2021 abgelaufene erste Quartal des Geschäftsjahres 2022 bekannt.

„Infineon hat einen gelungenen Start in das Geschäftsjahr 2022 hingelegt. Wir konnten Umsatz und Segmentergebnis weiter deutlich steigern“, sagt Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon. „Die Nachfrage nach unseren Produkten und Lösungen ist weiterhin sehr hoch. Unsere Kapazitäten sind stark ausgelastet und wir bauen sie schrittweise aus. Bei den Produkten, die wir selbst fertigen, werden wir unsere Lieferfähigkeit im Laufe des Jahres verbessern. Insgesamt ist der Halbleiterbedarf nach wie vor deutlich höher als das Angebot. Elektrifizierung und Digitalisierung sorgen für anhaltend starkes Wachstum in unseren Zielmärkten. Wir rechnen damit, dass die Liefersituation in einigen Anwendungsbereichen noch weit in das Kalenderjahr angespannt bleiben wird.“

Geschäftsentwicklung im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 stieg der Konzernumsatz um 152 Millionen Euro beziehungsweise 5 Prozent auf 3.159 Millionen Euro nach 3.007 Millionen Euro im Vorquartal. In den Segmenten Automotive (ATV), Power & Sensor Systems (PSS) und Connected Secure Systems (CSS) verbesserte sich der Umsatz weiter, während er im Segment Industrial Power Control (IPC) leicht zurückging. Die Bruttomarge erhöhte sich im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres leicht auf 41,5 Prozent nach 41,2 Prozent im Vorquartal. Die bereinigte Bruttomarge blieb zum Vorquartal unverändert bei 43,9 Prozent.

Das Segmentergebnis verbesserte sich auf 717 Millionen Euro nach 616 Millionen Euro im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres. Die SegmentergebnisMarge stieg auf 22,7 Prozent nach 20,5 Prozent im Vorquartal.
Das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis betrug im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 minus 100 Millionen Euro nach minus 138 Millionen Euro im Vorquartal. Von dem Gesamtbetrag entfielen minus 76 Millionen Euro auf die Umsatzkosten, minus 47 Millionen Euro auf die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten sowie minus 6 Millionen Euro auf die Forschungs- und Entwicklungskosten. Hinzu kam ein sonstiger betrieblicher Nettoertrag in Höhe von 29 Millionen Euro.


Das Betriebsergebnis erhöhte sich im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 auf 617 Millionen Euro nach 478 Millionen Euro im Vorquartal. Das Finanzergebnis betrug im abgelaufenen Quartal minus 45 Millionen Euro
nach minus 37 Millionen Euro im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2021. Der Steueraufwand belief sich im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 117 Millionen Euro nach einem Steuerertrag von 16 Millionen Euro im
Vorquartal. Der Steuerertrag im vierten Quartal war beeinflusst durch positive Effekte aus der Bewertung aktiver latenter Steuern und der Reduzierung der steuerlichen Risikovorsorge. Hauptsächlich aufgrund des deutlichen Anstiegs des Steueraufwands verminderte sich das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten im ersten Quartal des laufenden
Geschäftsjahres leicht auf 461 Millionen Euro nach 465 Millionen Euro im Vorquartal. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug im ersten Quartal minus 4 Millionen Euro nach minus 1 Million Euro im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres. Das Ergebnis nach Steuern erreichte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 457 Millionen Euro nach 464 Millionen Euro im Vorquartal.


Der im Quartalsvergleich deutliche Anstieg des Steueraufwands hatte ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Ergebnisses pro Aktie. So verminderte sich das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 auf 0,35 Euro (jeweils unverwässert und verwässert) nach 0,36 Euro je Aktie im Vorquartal. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) betrug hingegen unverändert zum Vorquartal 0,41 Euro.
Die Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, erreichten im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 408 Millionen Euro nach 596 Millionen Euro im Vorquartal.

Die Abschreibungen verminderten sich im ersten Quartal leicht auf 393 Millionen Euro nach 397 Millionen Euro im
vierten Quartal des Geschäftsjahres 2021. Der Free-Cash-Flow2 betrug im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022
unverändert zum Vorquartal 378 Millionen Euro. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich auf 796 Millionen Euro nach 971 Millionen Euro im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres.
Die Brutto-Cash-Position stieg zum Ende des ersten Quartals des laufenden Geschäftsjahres auf 4.284 Millionen Euro nach 3.922 Millionen Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2021. Der stärkere US-Dollar führte zu einer steigenden
Bewertung der in dieser Währung gehaltenen Finanzverbindlichkeiten. Somit erhöhten sich die Finanzschulden zum Ende des ersten Quartals um 72 Millionen Euro und betrugen 6.657 Millionen Euro nach 6.585 Millionen Euro am September 2021. Die Nettoverschuldung verminderte sich hingegen weiter auf 2.373 Millionen Euro nach 2.663 Millionen Euro zum Ende des Vorquartals.


Ausblick für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2022

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2022 erwartet Infineon bei einem angenommenen EUR/USD-Wechselkurs von 1,15 einen Umsatz von rund 3,2 Milliarden Euro. Für das Segment IPC wird dabei ein Wachstum im hohen, für
ATV im niedrigen einstelligen Prozentbereich angenommen. Das Umsatzniveau von CSS dürfte in etwa konstant bleiben, bei PSS wird erwartet, dass der Umsatz saisonal um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz zurückgeht. Die
Segmentergebnis-Marge wird bei dem prognostizierten Umsatz voraussichtlich etwa 22 Prozent betragen.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2022

Bei einem unterstellten EUR/USD-Wechselkurs von 1,15 (zuvor 1,20) wird für das Geschäftsjahr 2022 nun ein Umsatz von 13,0 Milliarden Euro plus oder minus 500 Millionen Euro erwartet. Der Umsatz in den Segmenten ATV und CSS wird dabei im Geschäftsjahresvergleich voraussichtlich prozentual stärker als der Konzernumsatz steigen. Der Anstieg im Segment PSS sollte in etwa dem prozentualen Umsatzwachstum des Konzerns entsprechen. Der Umsatz im
Segment IPC wird voraussichtlich um einen hohen einstelligen Prozentsatz ansteigen. Die Segmentergebnis-Marge sollte im Mittelpunkt der Umsatzspanne etwa 22 Prozent betragen.
Für das Geschäftsjahr 2022 sind Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, in Höhe von etwa 2,4 Milliarden Euro geplant. Schwerpunkt hierbei ist der Ausbau der Kapazitäten in unserer Frontend-Fertigung, um das erwartete Nachfragewachstum unserer Kunden mittelfristig weiter bedienen zu können.
Die Abschreibungen sollten im Geschäftsjahr 2022 zwischen 1,6 Milliarden Euro rund 1,7 Milliarden Euro liegen. Davon entfallen etwa 400 Millionen Euro auf Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen hauptsächlich im Zusammenhang mit
dem Erwerb von Cypress und zu einem geringeren Anteil in Verbindung mit International Rectifier. Der Free-Cash-Flow wird voraussichtlich etwa 1 Milliarde Euro erreichen.

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