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Dr. Herta Stockbauer, BKS Bank

04.04.2022 | 5 min

BKS Bank startet mit einem ausgezeichneten Ergebnis ins 100. Geschäftsjahr

2021 konnte die BKS Bank wichtige finanzielle Schwellenwerte wie die 10-Milliarden-Euro-Marke bei der Bilanzsumme und 8 Mrd. EUR beim Primäreinlagenvolumen überschreiten. Der Jahresüberschuss von 80,8 Mio. EUR übertraf das Vorjahresergebnis um 8,0 %. Durch den Krieg in der Ukraine ist der Blick in das Jubiläumsjahr aber nur verhalten optimistisch.

„Im Februar 1922 öffnete die Kärntner Kredit- und Wechselbank Ehrfeld & Co ihre Pforten und legte den Grundstein für die heutige BKS Bank. Die vergangenen 100 Jahren waren in vielerlei Hinsicht bewegend. Das Bankgeschäft hat sich mehrmals von Grund auf verändert. Große Krisen, wie den zweiten Weltkrieg oder die Finanzkrise, galt es zu meistern. Aber auch viele freudige Ereignisse prägten unsere Geschichte. Beispielhaft genannt seien der Wandel von einer Firmenkundenbank zu einer Universalbank, die erfolgreiche innerösterreichische Expansion Ende der 1990er Jahre, der Schritt ins Ausland oder der Börsengang im Jahr 1986. Auch das Geschäftsjahr 2021 ist gut verlaufen. Wir sind im Jänner mit großem Optimismus in unser Jubiläumsjahr gestartet. Aber die geopolitische Lage mit dem Krieg in der Ukraine hat unsere Freude doch deutlich eingetrübt“, erzählt Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank.

BKS Bank direkt vom Ukraine-Krieg nicht betroffen

„Viele Jahre wiegten wir uns in der Sicherheit, dass ein Krieg in Europa undenkbar ist. Der russische Angriff auf die Ukraine hat uns schmerzhaft vor Augen geführt, dass die Kriegsgefahr in Europa nicht gebannt ist. Unsere Gedanken sind bei all jenen Menschen, die durch diesen sinnlosen Krieg viel Leid erfahren. Die BKS Bank ist direkt von den Auswirkungen des Krieges nicht betroffen, weil wir weder in Russland noch in der Ukraine ein Exposure haben. Allerdings betreffen die indirekten Folgen auch unser Institut. Die stark gestiegenen Energiepreise, der Rohstoffmangel, die unterbrochenen Lieferketten sowie die hohe Inflation stellen für die europäische Wirtschaft eine große Herausforderung dar.

Auch die COVID-19-Krise ist noch nicht wirklich bewältigt. Die für 2022 an und für sich recht gut prognostizierten Wirtschaftswachstumszahlen erscheinen kaum erreichbar. Welche Auswirkungen dies auf unsere Kunden hat, ist noch schwer abschätzbar. Wir hoffen, dass die Friedensverhandlungen zu einem baldigen Ende der Auseinandersetzungen führen werden und mit einem zügigen Wiederaufbau der Ukraine begonnen werden kann. Wir gehen aber davon aus, dass das Jahr 2022 herausfordernd wird“, so Stockbauer.

10-Milliarden-Euro bei Bilanzsumme überschritten

Sehr zufrieden zeigt sich die Vorstandsvorsitzende aber mit der Entwicklung der wichtigsten Bilanzkennzahlen im Jahr 2021. Erstmals in der Unternehmenshistorie übertraf die Bilanzsumme mit 10,6 Mrd. EUR die 10- Milliarden-Euro-Marke. Das Finanzierungsgeschäft verlief sehr erfolgreich – die Forderungen an Kunden erreichten rund 7,0 Mrd. EUR, was einem Kreditwachstum von 5,9 % entspricht. „Die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie setzte ab dem zweiten Quartal großflächig ein. Viele Unternehmer holten verschobene Investitionen nach und investierten kräftig. Im Privatkundenbereich war die Nachfrage nach Finanzierungen für die eigenen vier Wände ungebrochen gut“, sagt Herta Stockbauer. Die Primäreinlagen kletterten auf ein Allzeithoch von 8,1 Mrd. EUR. Zum Vergleich: 2018 erreichte die BKS Bank erstmals ein Primäreinlagenvolumen von über 6 Mrd. EUR, keine drei Jahre später sind es über 2 Mrd. EUR mehr.

Jahresüberschuss deutlich verbessert

Die sehr gute operative Entwicklung spiegelt sich auch im Konzernjahresüberschuss wider. Besonders positiv zu vermerken ist, dass der Ergebniszuwachs auf mehreren Säulen beruht: Der Zinsüberschuss und der Provisionsüberschuss haben maßgeblich Anteil am guten Ergebnis. Im vergangenen Geschäftsjahr ist es auch wieder gelungen, den Anstieg des Verwaltungsaufwandes auf 125,3 Mio. EUR (+1,8 %) in engen Grenzen zu halten. Die BKS Bank erreichte einen Jahresüberschuss von 80,8 Mio. EUR. Dieser übertrifft den Vorjahresvergleichswert um 8,0 % und fiel deutlich besser aus, als zu Jahresbeginn 2021 erwartet.

Zinserträge im Plus

Insgesamt beliefen sich die Zinserträge inklusive sonstiger Zinserträge auf 166,9 Mio. EUR. Dem standen Zinsaufwendungen in Höhe von 28,0 Mio. EUR gegenüber. Daraus ergab sich zum 31. Dezember 2021 ein
Zinsüberschuss in Höhe von 138,9 Mio. EUR (+1,8 %). Im Laufe des Geschäftsjahres 2021 hat sich die Risikosituation laufend verbessert. Die vielerorts erwartete pandemiebedingte Insolvenzwelle ist erfreulicherweise ausgeblieben. Im Feber 2022 wurden in der Direktion Kroatien Malversationen durch einen Mitarbeiter festgestellt. Durch diesen Sondereffekt erhöhten sich die Kreditrisikovorsorgen von 25,0 Mio. EUR auf 32,4 Mio. EUR.

Florierendes Provisionsgeschäft

Die zweite wichtige Ertragssäule bildet das Provisionsgeschäft. Der Ausbau dieses Geschäftsfeldes bleibt ein wichtiges strategisches Thema, da die BKS Bank damit auch dem begrenzten Ertragsspielraum im zinstragenden Geschäft entgegenwirken will. „Wir freuen uns über ein Provisionsergebnis in Höhe von 67,1 Mio. EUR, welches im Vergleich zum Vorjahreswert um 4,3 % oder 2,8 Mio. EUR höher ausfiel. In fast allen Dienstleistungssparten haben wir zufriedenstellende Zuwachsraten erzielt“, so Stockbauer.
So blieb der Zahlungsverkehr auch 2021 eine stabile Ergebnisstütze. Das Ergebnis aus den Zahlungsverkehrsprovisionen betrug 23,3 Mio. EUR, ein Plus von 8,6 % im Vergleich zum coronagebeutelten Geschäftsjahr 2020. „Auch unser Know-how bei innovativen Bezahlsystemen war gefragt. Unser Bankomatnetz haben wir weiter ausgebaut, insbesondere in Kooperation mit Gemeinden, die über keine Bankstelle mehr verfügen, ein wichtiger Beitrag zur Bargeldversorgung der ländlichen Bevölkerung“, berichtet die Vorstandsvorsitzende. Die Erträge aus Wertpapierprovisionen kamen bei sehr guten 23,0 Mio. EUR zu liegen (+12,1 %). Das Wertpapiergeschäft profitierte einerseits von einem attraktiven Börseumfeld und andererseits davon, dass immer mehr Anleger Alternativen zu den kaum verzinsten Spareinlagen suchen. Somit stiegen die betreuten Kundengelder von 19,0 Mrd. EUR auf 21,2 Mrd. EUR. Die starke Performance der Kapitalmärkte schlug sich auch in einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses aus den finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten nieder, das mit 5,5 Mio. EUR den Vorjahreswert um 51,2 % übertraf. Auch das Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen konnte mit 45,0 Mio. EUR wieder an VorPandemie-Zeiten anknüpfen.

Hohes Interesse an nachhaltigen Produkten

2021 setzte sich die gute Entwicklung der nachhaltigen Produkte der BKS Bank fort, deren Gesamtvolumen von 580 Mio. EUR auf 765 Mio. EUR ausgebaut werden konnte. Erfreulich hoch war das Anlegerinteresse an den beiden 2021 emittierten Green Bonds. Ein Green Bond mit einem Emissionsvolumen von 5,0 Mio. EUR finanzierte das erste Green Building der BKS Bank – das BKS-Holzquartier. Kurz vor dem Jahreswechsel gelang eine zukunftsträchtige Kooperation mit den Stadtwerken Klagenfurt. Bis 2025 sollen bis zu 59 Photovoltaikanlagen errichtet werden, um die Energiewende aktiv mitzugestalten. Mit diesen Photovoltaikanlagen werden künftig jährlich rund 13.500 t CO2-Äquivalente eingespart. Ein Teil der Investition wird mit dem Green Bond*) der BKS Bank finanziert. Das ursprüngliche Emissionsvolumen von 5 Mio. EUR wurde mittlerweile auf 10 Mio. EUR aufgestockt.
Das 2021 gelaunchte Natur & Zukunft-Konto, mit dem zur Aufforstung heimischer Wälder und somit gegen die globale Erwärmung beigetragen wird, hat die 1.000 Stück-Marke deutlich übertroffen. In Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Kärnten hat die BKS Bank 4.860 Bäume in Bad Eisenkappel gepflanzt.

Dekarbonisierung im Kerngeschäft

Die nachhaltigen Produkte sind nur ein Aspekt von vielen, mit denen die BKS Bank ihr langfristiges Ziel der Klimaneutralität erreichen will. Ein besonderer Schwerpunkt wird in den kommenden Jahren in der Reduktion der durch Kredite und Veranlagungsprodukte indirekt entstehenden Emissionen, den sogenannten Financed Emissions liegen. „2021 konnten wir bei der Emissionsreduktion in unserem Fonds-Eigenportfolio bereits große Erfolge erzielen und 33 t CO2-Äquivalente/1 Mio. $ Umsatz durch Portfolioumschichtungen einsparen. Das Portfolio wird zukünftig konsequent nach den Pariser Klimaschutzzielen ausgerichtet werden“, erzählt Stockbauer. Für das Kreditportfolio und die Vermögensverwaltung soll 2022 ein Dekarbonisierungspfad definiert werden.

Green Building: Wichtiger Beitrag zur Klimaneutralität

Auch Green Buildings nehmen einen zentralen Stellenwert in der Nachhaltigkeitsstrategie der BKS Bank ein. „Um den ersten Meilenstein des Green Deals, eine Senkung der CO2-Emissionen um 55 % bis 2030 zu
erreichen, strebt die EU eine Reduktion des CO2-Ausstosses von Gebäuden um 60 % an. Dazu will auch die BKS Bank einen Beitrag leisten“, erklärt Stockbauer. 2021 wurden zwei weitere Photovoltaikanlagen im Betrieb genommen, 2022 werden bis zu sechs weitere PV-Anlagen errichtet werden. Mit dem BKS-Holzquartier und Urban Living in Klagenfurt wurden die beiden ersten Green Buildings fertiggestellt. Das Projekt „BKSLebenswert“ in Eisenstadt wird ebenfalls nach ÖGNI zertifiziert werden. Auch bei Umbauten setzt die BKS Bank auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, beispielhaft genannt sei die aktuell laufende Runderneuerung des Foyers der Zentrale, der bereits abgeschlossene Umbau der Filiale Spittal oder die am Ende der Heizperiode geplante Außerbetriebnahme der letzten Ölheizung.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand

Ein wichtiger Link zwischen Geschäftserfolg und Nachhaltigkeit ist die Digitalisierung. „Einerseits hilft uns die Digitalisierung auf dem Weg in die Klimaneutralität. So wird unser neues Energiemanagementsystem helfen, rund 10 % des Energieverbrauchs der Zentrale einzusparen. Über die digitalen Postfächer in unseren Kundenportalen tauschen wir jährlich mehr als 3 Mio. mehrseitige Dokumente mit Kunden aus, am Schalter werden Unterschriften mit Tablets eingeholt“, so Stockbauer. Andererseits sind digitale Angebote ein Kernelement des Produktangebots. Die digitalen Kundenportale MyNet und BizzNet sowie die BKS App verzeichneten im Berichtsjahr stark steigende Nutzerzahlen. BKS Bank-Connect, die digitale
Bank in der Bank, bietet digitalaffinen Kunden eine Anlaufstelle und ergänzt das Filialnetz perfekt. „Im Berichtsjahr haben wir das digitale Angebot um ein Konto für Unternehmensgründer erweitert. Gleichzeitig fokussierten wir unsere Arbeit auch auf Effizienzsteigerungen in internen Bereichen. Die
digitale Vertriebsassistentin Vera erleichtert unseren Kundenbetreuern die Abwicklung von Vertriebsaufgaben und reduziert Durchlaufzeiten. In der Marktfolge übernehmen Software-Roboter einzelne standardisierte Tätigkeiten, derer es in den nächsten Monaten noch deutlich mehr werden
könnten“, führt Stockbauer aus. „2022 wollen wir unsere Kunden auch verstärkt über die verschiedenen
Kanäle auf ihrer digitalen Reise begleiten. An der Digitalisierung des hochkomplexen Firmenkundenkreditprozesses wird ebenso intensiv gearbeitet wie am Ausbau des Angebots digitaler Produkte auch im Ausland. In den kommenden Jahren werden wir auch die Kernbankensysteme der Auslandsmärkte in die österreichischen Systeme integrieren. Wir erwarten uns dadurch eine enorme Kostenentlastung. Beginnen werden wir mit Slowenien, die Vorbereitungsarbeiten sind bereits
in vollem Gange“, gibt sie Einblick in aktuelle Pläne.

Zufriedene Kunden

Das innovative digitale Angebot der BKS Bank wird ebenso wie die Beratung der Kundenbetreuer von den Kunden sehr gut beurteilt. „Wir haben 2021 eine Kundenzufriedenheitsanalyse durchgeführt. Dabei erzielten wir eine ausgezeichnete Gesamtzufriedenheit von 1,50“, berichtet Stockbauer. Ebenso erfreulich fiel die Entwicklung des Net-Promotor-Scores aus, der die Weiterempfehlungsbereitschaft misst.

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Kunstausstellung zum Jubiläum

Zufriedene Kunden und die Digitalisierung haben in der BKS Bank schon lange Tradition. „Bei der Erstellung einer Chronik für unser 100-JahrJubiläum ergaben Recherchen, dass unser Haus bereits Anfang der 1970er Jahre 15 Magnetkontencomputer der Marke Philips nutzte, in den 1980er Jahren folgten die ersten Geldausgabeautomaten“, erzählt Stockbauer. Die Chronik wird anlässlich eines Jubiläumsevents Mitte Juni präsentiert. Ein weiteres Highlight des Jubiläumsjahres wird auch große Strahlkraft für die
Allgemeinheit haben. „Ich freue mich, dass ab Ende September viele Werke aus unserer Kunstsammlung in der Stadtgalerie Klagenfurt der Öffentlichkeit zugänglich sein werden“, gibt Stockbauer abschließend einen kleinen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten zum Jubiläumsjahr.