Europas Immobilien-Investmentmarkt

Für die institutionellen Immobilieninvestoren zählt derzeit auf dem europäischen Markt vor allem Sicherheit. Diese können einige Immobiliensparten trotz Pandemie bieten.

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Trotz der Unsicherheiten rund um die Pandemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft zeigt sich, dass Immobilien bei institutionellen Investoren weiterhin sehr gefragt sind. Sachwerte haben Vorrang und sind ein sicherer Hafen. Rund 275 Milliarden Euro wurden im Jahr 2020 in europäische Immobilien investiert – und damit nur um rund 17 Prozent weniger als im Jahr 2019 mit einem Volumen von 331 Milliarden Euro. „Das ist eine bessere Performance als noch zu Beginn der Covid-19-Pandemie prognostiziert“, meint Andreas Ridder, Managing Director CBRE Österreich und CEE.

Andreas Ridder, Managing Director CBRE Austria und CEE.

© CBRE

Deutschland war abermals der mit Abstand größte Investmentmarkt in Europa – rund 40 Prozent des europäischen Gesamtvolumens entfielen auf deutsche Objekte. Am Rande sei noch bemerkt: Zum ersten Mal seit 2013 haben Wohninvestments in Deutschland im Jahr 2020 wieder das Transaktionsvolumen bei Gewerbeimmobilien übertroffen.

London bleibt die Nummer eins

In einer ähnlichen Tonart geht es weiter, denn die Lockdowns haben die Stimmung – oder besser die Einschätzung – der Investoren bezüglich Investments in Immobilien nicht gedrückt. Laut dem „Investment Pulse 2020/21“ von Engel & Völkers Investment Consulting (EVIC) halten 88 Prozent der befragten Marktteilnehmer an ihrer Investmentstrategie für 2021 fest, 80 Prozent planen, weiter anzukaufen.

Bei den Städten bleibt London – trotz Brexit – die attraktivste Stadt in Europa für Immobilieninvestoren. Das ist das Ergebnis des aktuellen „EMEA Investor Intention Survey“ des Immobiliendienstleisters CBRE. An zweiter Stelle liegt Berlin, dann folgen Frankfurt am Main, Paris und Amsterdam. Die weiteren Plätze belegen München, Hamburg, Zürich, Warschau und Lissabon.

Sicherheit ist das Gebot der Stunde

Laut der von Union Investment im Rahmen ihrer Investitionsklima-Studie befragten 150 Immobilienunternehmen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien ist für 48 Prozent der Umfrageteilnehmer die Sicherheit ihrer Investition der wichtigste Aspekt bei ihren Anlageentscheidungen. Bei den Büroimmobilien konzentrieren sich die Immobilieninvestoren daher laut dem aktuellen Spotlight des internationalen Maklerunternehmens Savills auf Core und Core Plus, also auf erstklassige Büroimmobilien in den zentralen Lagen der wichtigsten europäischen Märkte, wie beispielsweise Berlin, London, München, Paris und Stockholm. Und noch ein Punkt wird immer wichtiger: Rund die Hälfte der von Union Investment befragten 150 Immobilienunternehmen achten nun stärker auf bonitätsstarke, krisenfeste Mieter mit langfristigen Verträgen. Hieß es bisher vor allem Lage, Lage, Lage, könnte man die aktuelle Situation am besten mit Core, Core, Core beschreiben.

Georg Spiegelfeld, Spiegelfeld Immobilien und Partnerunternehmen von Savills in Österreich.

© spiegelfeld.eu

Mehrfamilienhäuser waren mit einem Transaktionsvolumen von 46 Milliarden Euro das am zweitstärksten gefragte Segment am europäischen Immobilienmarkt des vergangenen Jahres. „Wohnimmobilien erwiesen sich in den letzten zwölf Monaten als solide Kapitalanlage“, meint Georg Spiegelfeld, Spiegelfeld Immobilien und Partnerunternehmen von Savills in Österreich. Das Einzige, das die Investorenfreudigkeit derzeit einschränkt, ist der Mangel an geeigneten Objekten, was die Renditen weiter nach oben treibt. Nahversorgung, große Logistikimmobilien, aber auch Last-Mile-Logistik bleiben ebenfalls für die Investoren attraktiv.

Geänderte Nachfrage

Langfristig zeichnet sich eine Veränderung der Kriterien bei der Wahl der Immobilien ab. Soziales, Umwelt und gute Unternehmensführung als Nachhaltigkeitskriterien (ESG-Kriterien) gewinnen bei den aktuellen Investitionsentscheidungen institutioneller Investoren zunehmend an Bedeutung.

Alexander Wlasto, Partner bei EY Österreich.

© EY Österreich

„Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind die wesentlichen Kriterien, an denen Projekte in Zukunft gemessen werden. Bei neuen Projekten müssen diese Megatrends von Anfang an in der Planung berücksichtigt werden. Von bestehenden Projekten wird die bestmögliche Nachrüstung erwartet“, sagt Alexander Wlasto, Partner bei EY Österreich.

Redaktion: Walter Senk

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