Empathie ist erlernbar – Diese Erkenntnisse sorgen für besseres Einfühlungsvermögen Zoom

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Lynne Oldham, Chief People Officer bei Zoom

26.11.2021 | 3 min

Empathie ist erlernbar! Diese Erkenntnisse sorgen für besseres Einfühlungsvermögen

Gastbeitrag von Lynne Oldham, Chief People Officer bei Zoom.

Während Empathie im privaten Leben bereits oft eine Herausforderung ist, gestaltet sich das intensive Miteinander im Arbeitsalltag meist sogar noch vielschichtiger. Hier müssen Menschen auf professioneller Ebene meist sehr eng zusammenarbeiten, während sie sich gleichzeitig kaum wirklich persönlich kennen. Durch hybrides oder Remote-Arbeiten wird die Wechselbeziehung mit KollegInnen sogar noch herausfordernder und es kann durchaus schwierig sein, sich in seine Gegenüber hineinzuversetzen. Damit Teams aber besser als die Summe ihrer Einzelteile werden, ist Empathie ein äußerst wichtiger Faktor.

Hinter dem einfach klingenden Begriff steckt allerdings ein recht komplexes Konzept, das die vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Menschen beschreibt. Durch Empathie wird es uns möglich, dass wir uns in unsere KollegInnen hineinversetzen, um deren Gefühle in einer schwierigen Situation zu spüren.

Laut Jamil Zaki, Professor an der Stanford Universität und Autor des Buches The War for Kindness: Building Empathy in a Fractured World”, ist Empathie glücklicherweise eine erlernbare Fähigkeit, die Teams in der Arbeitswelt einsetzen sollten, um eine möglichst effektive Zusammenarbeit zu erreichen. Mehr über Zakis Einsichten in die Wissenschaft der Empathie gibt es in diesem Zoom-Webinar (englischsprachig), in dem konkrete Strategien für den Einsatz von Empathie am Arbeitsplatz vorgestellt werden. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

Die Rolle der Empathie am Arbeitsplatz

Manche Menschen bezweifeln die Rolle der Empathie in der Arbeitswelt. Manchmal wird sie dort gar als Schwäche denn als Stärke angesehen. Allerdings könnte diese Einstellung nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. So zeigen Studien von Google, dass Empathie eine effektive Zusammenarbeit, eine integrativere Einstellung sowie zufriedenere Mitarbeitende fördern. ArbeitnehmerInnen, die ihr Unternehmen als einfühlsam empfinden, haben dabei oft eine bessere Arbeitsmoral und weniger Stress, was zu einer geringeren Fluktuation führt. Darüber hinaus hilft Empathie auch bei der Entwicklung besserer Führungskräfte. Denn dank einer einfühlsamen Denkweise, die ihren Führungsstil prägt, können Führungskräfte konstruktives Feedback geben und gleichzeitig auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingehen, sodass diese sich ebenfalls weiterentwickeln können. Dies belegt auch der Businessolver’s 2018 State of Workplace Empathy Report, der folgende Erkenntnisse brachte: 

  • 87% der befragten Geschäftsführer sind der Meinung, dass Empathie den Erfolg eines Unternehmens fördert
  • 90% der ArbeitnehmerInnen würden einem einfühlsamen Unternehmen gegenüber loyaler sein
  • 81% der ArbeitnehmerInnen würden für ein einfühlsames Unternehmen länger arbeiten

Empathie ist also nicht nur für die Zusammenarbeit von grundlegender Bedeutung, sondern sie ist auch ein Wettbewerbsvorteil.

Empathie hilft auch bei der Entwicklung besserer Führungskräfte.

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Drei falsche Mythen über Empathie

Obwohl Empathie ein weit verbreitetes und bekanntes Konzept ist, gibt es immer noch eine ganze Reihe von Missverständnissen. So haben manche Menschen das Gefühl, dass diese Fähigkeit unerreichbar oder nur schwer zu verbessern ist – was zu einigen Mythen über das Einfühlungsvermögen geführt hat. Hier sind drei von ihnen, die Zakis entlarvt hat:

1. Empathie ist eine Eigenschaft

Tatsache ist, dass Empathie eine Geisteshaltung ist, kein Persönlichkeitsmerkmal. Zwar spielen unsere Gene eine Rolle, doch das Gleiche gilt auch für unsere Erfahrungen. Beide Faktoren kommen zusammen, um unsere empathische Seite zu formen. Dabei ist Einfühlungsvermögen etwas, das wir immer weiter verbessern können: Ähnlich wie wir unsere Muskeln trainieren und wachsen lassen können, lässt sich auch die Fähigkeit zu Mitgefühl und Verständnis ausbauen. Erreicht werden kann dies beispielsweise durch verschiedene Arten der Meditation, durch das Eintauchen in Geschichten, Romane und Theaterstücke und durch die Pflege vielfältiger Freundschaften.

2. Wir verstehen, was unsere Kollegen durchmachen

Führungspersönlichkeiten erlangen ihre Positionen oft, weil sie Menschen verstehen und mit ihnen in Kontakt treten können. In dieser Position können sie jedoch auch ihr Einfühlungsvermögen verlieren, was Zaki als „Machtparadox“ bezeichnet. Dieses Paradoxon kann zu blinden Flecken der Empathie in den Teams führen. Dabei fällt es den Führungskräften schwer, die Erfahrungen anderer zu verstehen, da sie selbst die nötigen Instrumente verloren haben, um eine neue Perspektive zu erlangen. Um dieses Paradoxon zu lösen, müssen sich Führungskräfte nicht nur die Wirklichkeit der anderen vorstellen, sondern auch deren Realität kennenlernen. Es geht also darum, nicht bloß Annahmen zu treffen, sondern dem Gegenüber die richtigen Fragen zu stellen. 

3. Empathie ist ein Einzelsport

Menschen neigen dazu, die positiven Verhaltensweisen ihrer Umgebung zu kopieren. Empathie ist da keine Ausnahme. Das bedeutet, dass sie eher von Kulturen als von einer einzelnen Person weitergegeben wird. Um seine Theorie zu testen, arbeitete Zaki mit 857 Siebtklässlern in vier Mittelschulen der Bay Area in Kalifornien/USA. Die Schüler wurden einer Empathiestudie unterzogen und dabei davon überzeugt, dass Empathie beliebt, normal und cool sei. Ziel war es dabei zu sehen, was passiert, wenn diese Gruppe eine kollektive, positive Meinung zu dem Thema bildet. Das Resultat: Als Empathie zu einer sozialen Norm wurde, waren die Menschen umso mehr motivierter, sich einfühlsam zu verhalten. Dies wiederum führte zu auffälligem und weit verbreitetem freundlichen Verhalten. Wenn wir einfühlsames Verhalten zelebrieren, wirkt es ansteckend.

Das Herzstück des modernen Arbeitsplatzes

Die vergangenen anderthalb Jahre haben die Art und Weise, wie Empathie am Arbeitsplatz funktioniert, stark verändert. Wir haben gelernt, dass unsere KollegInnen so viel mehr sind als nur Mitarbeitende, und dass es wichtiger denn je ist, miteinander verbunden zu bleiben und einander zu verstehen.

Tatsächlich können wir Empathie nutzen, um die Zukunft der Arbeit auf eine tiefere Art zu überdenken. Während wir derzeit noch herausfinden müssen, wie eine hybride Realität zukünftig aussieht, wird die soziale Verbindung bald das Herzstück unserer Arbeitsplätze werden – unabhängig davon, ob sie virtuell oder in echt stattfindet. Und sie wird bestimmen, wo, wann und wie wir miteinander interagieren.

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