Ein Drittel der Österreicher muss die Ausgaben im Einzelhandel einschränken

Gemeinsam mit Mindtake Research hat der Handelsverband im April eine Erhebung der aktuellen Corona-Situation in Österreich durchgeführt.

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© Stephan Doleschal

„Wir danken dem Finanzminister für die transparente Veröffentlichung der Umsatzsteuerdaten im ersten Schritt“, sagt Rainer Will Geschäftsführer Handelsverband.

Zentrales Ergebnis unserer „Consumer Check“-Umfrage: Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent der Bevölkerung möchte sich gegen Corona impfen lassen, immerhin 8 Prozent gaben an, bereits geimpft zu sein. 35 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sprechen sich allerdings weiterhin gegen eine Impfung aus.

Fast zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung würden sich sofort impfen lassen. Umso wichtiger ist es, allen Nachfragenden auch zeitnah ein Impfangebot anbieten zu können. Darauf hoffen auch die heimischen Händler.

Was die eigenen Ausgaben im Einzelhandel betrifft, muss sich ein Drittel der Konsumenten aufgrund der andauernden Pandemie finanziell einschränken. Neun Prozent der Befragten geben sogar an, sich zurzeit auf den Kauf lebensnotwendiger Güter wie Lebensmittel beschränken zu müssen. Das bestätigt die jüngsten Umsatz-Prognosen des Handelsverbands. Drei Viertel der Umsatzverluste aus dem vierten Lockdown in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland gehen den betroffenen Händlern unwiederbringlich verloren.

Bevölkerung fürchtet Isolation und Vereinsamung

Auf Platz eins der größten Corona-Ängste befindet sich momentan die Ansteckung mit dem Virus selbst (31%), gefolgt von den Nebenwirkungen der Impfung (27%) auf dem zweiten Platz. Wenig erstaunlich, sondern vielmehr verständlich ist die auf den dritten Rang vorgerückte Angst vor Isolation und Vereinsamung im täglichen Leben (25%).

Nicht nur die negativen monetären Auswirkungen der Krise auf das Haushaltsbudget der Konsumenten bereiten uns Sorgen, sondern auch die Tatsache, dass Ängste und psychische Probleme massiv zunehmen. Immer mehr Menschen fürchten sich vor sozialer Isolation und Vereinsamung. Die Schließung des Handels, trotz vorbildlichem Einhalten sämtlicher Hygiene- und Sicherheitskonzepte seitens der Bevölkerung, verstärkt diese Angst nur noch weiter. Umso mehr Relevanz kommt jetzt einer raschen, praxisnahen Umsetzung des versprochenen „Comeback-Plans“ der Bundesregierung zu.

Herkulesaufgabe für den neuen Gesundheitsminister

Auf den neuen Gesundheitsminister wartet eine Herkulesaufgabe, er übernimmt eines der schwierigsten Ämter, die es zurzeit in Österreich gibt. Wir befinden uns mitten in der schwersten Gesundheits-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise seit dem zweiten Weltkrieg. Allein durch die jüngste Lockdown-Verlängerung verliert der Handel in Wien und Niederösterreich weitere 780 Millionen Euro an Umsatz. Wir sind aber überzeugt, dass mit Wolfgang Mückstein ein Experte für das Gesundheitsressort gewonnen werden konnte, der den drängenden Corona-Herausforderungen begegnen kann. Gerade jetzt braucht es enge Abstimmungen mit der Praxis, um beispielsweise die Corona-Schutzimpfung rasch flächendeckend und für alle Bevölkerungsgruppen bereitstellen zu können. Die österreichischen Händler stehen mit dem Gesundheitsministerium im laufenden Austausch, um die Impfstrategie der Bundesregierung bundesweit zu unterstützen, etwa durch betriebliche Impfstraßen.

HV-Mantra „Leben und Wirtschaften mit dem Virus“ macht Schule

Der Handelsverband hat bereits zum Jahreswechsel das Motto ‚Leben und Wirtschaften mit dem Virus‘ ausgegeben. Dieses Mantra nehmen jetzt immer mehr Akteure auf, denn der ewige Lockdown kann nicht die Lösung sein. Mit jeder Einschränkung des öffentlichen Raums verlagert man das Ansteckungsgeschehen noch stärker ins Private, wo laut AGES bereits 85 Prozent aller Corona-Infektionen passieren. Gleichzeitig belegen alle Mobilitätsanalysen, dass es einen dramatischen Lockdown-Abnützungseffekt gibt, der sich mit jedem weiteren Lockdown-Tag verstärkt. Daher gilt es, den öffentlichen Raum auszuweiten, weil dort die Infektionswahrscheinlichkeit viel geringer ist als in den eigenen vier Wänden.

Wir unterstützen jede sinnvolle Maßnahme und haben dies als Partner der Bundesregierung bei der Umsetzung der Sicherheitskonzepte bewiesen. Im Gegenzug erwarten wir uns eine klare, nachvollziehbare Strategie. Nur so können wir unseren Kunden, aber auch unseren 600.000 Beschäftigten Planungssicherheit geben. Die staatlichen Hilfen federn zwar das Schlimmste ab, sie kommen jedoch nicht Zug um Zug mit den Lockdowns an, dadurch entsteht eine Diskrepanz. Es braucht daher mehr Differenzierung sowie einen mittel- und langfristigen Plan. Gemeinsam können wir das wirtschaftliche Comeback schaffen.

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