E-Fuels statt höherer Steuern für Verbrennungs-Motoren

Nachhaltige Kraftstoffe ermöglichen den CO2-neutralen Betrieb von Verbrennungsmotoren. Nur auf E-Mobilität zu setzen und für Motoren massiv Steuern zu erhöhen, sei weder zielführend noch sozial gerecht, so die Experten.

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Vor wenigen Tagen wurde im Rahmen des Green Deal der EU ein ambitionierteres CO2-Ziel fixiert: Um mindestens 55 Prozent sollen die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 reduziert werden. Ein ehrgeiziges Ziel, zu dem auch der Verkehrssektor seinen Beitrag leisten muss – das steht auch für den ÖAMTC außer Frage. In einem vom ÖAMTC veranstalteten Symposium hatten am Mittwoch, 28. April, internationale Experten das Thema E-Fuels beleuchtet: Diese nachhaltigen Kraftstoffe ermöglichen den deutlich CO2-ärmeren oder sogar CO2-neutralen Betrieb eines Verbrennungsmotors. Die Pläne der österreichischen Bundesregierung im Zusammenhang mit den CO2-Zielen alleine auf Elektromobilität zu setzen und für Autos mit Verbrennungsmotoren massiv Steuern zu erhöhen, seien aber weder zielführend noch sozial gerecht.

Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung: „Die E-Mobilität ist zwar ein zentraler Faktor für die Erreichung der Ziele – allerdings kann es sich allein mit dieser Technologie nicht ausgehen. Anstatt darüber hinaus ausschließlich über Steuererhöhungen für jene, die sich den Umstieg auf ein E-Auto nicht leisten können oder wollen, zu diskutieren, wäre es deutlich zielführender, die bestehende Flotte klimafreundlicher zu machen.“ Das könne mit E-Fuels gelingen, also mit synthetischen Kraftstoffen. Denn diese ermöglichen den deutlich CO2-ärmeren oder sogar CO2-neutralen Betrieb eines Verbrennungsmotors. Um dieses Potenzial nutzen zu können, darf es allerdings nicht zum generellen Verbot von Verbrennungsmotoren kommen.

Helmut Eichlseder von der TU Graz betonte beim Symposium, dass es für die Erreichung der Klimaziele notwendig ist, die Mobilität auf die Basis erneuerbarer Energien zu stellen. Allerdings, so Eichlseder, unterliegen Sonnen-, Wind- und Wasserenergie, die für nachhaltige und CO2-neutrale Stromerzeugung notwendig sind, saisonalen und sogar tagesabhängigen Schwankungen. E-Fuels hätten gegenüber dem batterieelektrischen Antrieb allerdings große Vorteile: Einerseits kann die bestehende Tankstelleninfrastruktur genutzt werden, andererseits sind E-Fuels „rückwärtskompatibel“, können also in der bestehenden Flotte genutzt werden.

Jürgen Rechberger von AVL List erklärte, wie Verbrennungsmotoren CO2-neutral zu betreiben sind – und dass nicht die Motoren das Problem sind, sondern die Verbrennung fossiler Kraftstoffe in ihrem Inneren. Der Knackpunkt: Die Herstellung von E-Fuels benötigt hohe Energiemengen – diese müssen aus erneuerbaren Quellen kommen. Wenn E-Fuels in Europa hergestellt werden, rechnet Rechberger mit Produktionskosten von rund 2 Euro pro Liter. Werden sie aus begünstigten Regionen importiert, rechnet er mit rund einem Euro pro Liter, weil dort die Erzeugung von erneuerbarem Strom günstiger ist. Wie viel synthetische Kraftstoffe an der Zapfsäule kosten werden, wird hingegen großteils von der Besteuerung abhängen – etwa ob für sie auch Mineralölsteuer zu entrichten ist.

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