Drei aktuelle Ansätze zum Green Banking

2021 steht im Zeichen der Nachhaltigkeit und einer klimafreundlicheren Wirtschaft.

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© PantherMedia/oleg_zhukov (YAYMicro)

Immer mehr Kreditinstitute nehmen den "Ausstieg aus Kohle" ernst.

„Kein Unternehmen wird daran vorbeikommen, sein Geschäftsmodell nachhaltiger auszurichten“, sagt BKS Bank-Chefin Herta Stockbauer. „Die sowohl von der EU als auch von Österreich angestrebte Klimaneutralität wird große wirtschaftliche und regulatorische Veränderungen mit sich bringen. Denken Sie nur an die Stichworte Erneuerbare Energie, Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung oder Biodiversität.“

In diesen Veränderungsprozessen stecken sehr viele Chancen. So werden in Österreich z.B. durch die Umsetzung des geplanten Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes 500 Mio. € an Investitionsvolumen für Projekte zum Thema Grüner Wasserstoff für die Industrie mobilisiert, in den Ausbau der Wind-, Wasser- und Sonnenkraft soll jährlich rund eine Milliarde investiert werden. Private können erstmals Energiegemeinschaften bilden. „Mit unserer Nachhaltigkeitskompetenz unterstützen wir Unternehmen und Private dabei, von diesen Chancen zu profitieren“, so Stockbauer. „Als nachhaltigste Bank Österreichs verfügen wir über großes Know-how zu diesen Themen und können bei den Themen Green Finance inklusive Förderungen und bei Green Investment bestens zur Seite stehen.“

Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank.

© Arnold Pöschl

Ausstieg aus Öl fast abgeschlossen

2020 hat die BKS Bank ihr Volumen nachhaltiger Produkte von 400 auf 580 Mio. € ausgebaut. „Damit erwirtschaften wir bereits 5,9 Prozent der Bilanzsumme mit nachhaltigen Finanzierungs- und Veranlagungsprodukten“, erklärt Stockbauer. „Unser Ziel ist es, diesen Anteil bis 2025 auf 15 Prozent zu steigern.“ 2020 legte die BKS Bank erneut je einen Green und Social Bond auf. Mit dem Green Bond wurde das Projekt „Nachhaltige Energieversorgung und Abluftreinigung“ der Hermes Schleifmittel Ges.m.b.H. finanziert. Der Social Bond wurde zur Finanzierung der Sanierung der Neuen Mittelschule Hartberg Rieger aufgelegt. Auch das Grüne Sparbuch wurde rege nachgefragt. Mit dem neuen Natur & Zukunft-Konto, das einen Beitrag zur Aufforstung von Schutzwäldern und zur Hintanhaltung des Klimawandels leistet, hat die BKS Bank 2020 ein weiteres sehr gut angenommenes nachhaltiges Produkt in ihr Angebot aufgenommen.

Die nachhaltigen Aktivitäten der BKS Bank fokussieren sich aber nicht nur auf nachhaltige Produkte. Stockbauer: „Im Green Deal berichtet die Europäische Kommission, dass auf Gebäude 40 Prozent des Energiebedarfs entfallen. Daher spielt das Thema nachhaltig Bauen und Sanieren für uns eine große Rolle. Unser WohnCoaches beraten unsere Kunden während der gesamten Bauphase zu weit mehr, als nur über Finanzierungstrukturen und Förderungen. Auch selbst setzen wir aktiv Akzente. So haben wir den Ausstieg aus Ölheizungen fast abgeschlossen. Von 70 Immobilien der BKS Bank werden derzeit nur noch drei mit Öl beheizt. Die Umrüstung des letzten Objekts wird 2022 abgeschlossen sein. Neue Bauprojekte wie das BKS-Holzquartier in Klagenfurt oder BKS-Lebenswert in Eisenstadt werden von ÖGNI hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zertifiziert.

RBI-CEO Johann Strobl.

© RBI

Auch RBI setzt auf Erneuerbare Energie

Die Raiffeisen Bank International (RBI) bekennt sich ebenfalls zur Förderung von umweltfreundlichen Technologien und setzt in Zukunft noch stärker auf erneuerbare Energie. Ziel der strategischen Ausrichtung ist der Ausbau des Kreditobligos vor allem im Bereich der Wind- und Solartechnologien, die stark vom technologischen Fortschritt der letzten Jahre profitieren.

Gleichzeitig hat sich die Bank im Zusammenhang mit dem „Ausstieg aus Kohle“ strenge Restriktionen auferlegt. Der Vorstand hat vor kurzem eine Richtlinie beschlossen, laut der das Carbon-Finance-Portfolio des RBI-Konzerns, also die Summe der Kredite betreffend Thermalkohle und Thermalkohlehandel, deutlich reduziert wird. Vereinfacht dargestellt werden zukünftig keine Geschäfte mit Unternehmen gemacht, die mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes aus dem Abbau von Thermalkohle erzielen. Dasselbe gilt sinngemäß für Energie- und Handelsunternehmen. Für bestehende derartige Kunden werden keine neuen Kreditengagements eingegangen, und deren aushaftender Saldo ist bis spätestens 2030 zu tilgen. Zum Jahresende 2020 betrug das Obligo des RBI-Konzerns für solche Kunden rund 1,4 Milliarden €, was einem Anteil von rund 0,65 Prozent am konzernweiten Gesamtobligo zu diesem Zeitpunkt entspricht.

Weiters verpflichtet sich die RBI, ab sofort keine neuen Finanzdienstleistungen für neue oder bestehende Thermalkohlekraftwerke oder -minen zu erbringen, noch sich direkt an (Re-)Finanzierungen für derartige Unternehmen zu beteiligen. „Wir setzen mit dieser strategischen Entscheidung einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Erreichung der EU-Klimaziele und werden damit unserem Verständnis als verantwortungsvoller Unternehmer gerecht“, sagt RBI-CEO Johann Strobl. „Der Ausstieg aus kohlebezogenen Finanzierungen – nicht nur seitens der RBI, sondern von immer mehr Banken weltweit – wird dem nicht mehr umkehrbaren Prozess der Dekarbonisierung zusätzlichen Rückenwind verschaffen.“ Mit der Unterzeichnung der globalen UN Principles for Responsible Banking als erster österreichischer Bankkonzern im Jänner 2021 hat die RBI ihre Vorreiterrolle insbesondere in Österreich unter Beweis gestellt.

Robert Zadrazil, CEO der Bank Austria.

© Bank Austria

UniCredit ist Treedom-Partner

Die UniCredit wiederum ist mit Treedom, einer Onlineplattform, die es ermöglicht, einen Baum aus der Ferne zu pflanzen und sein Wachstum online zu verfolgen, eine Partnerschaft eingegangen. Aus dieser Initiative soll der UniCredit Wald entstehen: Mindestens 90.000 neue Bäume werden in Italien, Kolumbien, Haiti, Kenia, Madagaskar und Tansania gepflanzt. Das wird dazu beitragen, die globalen CO2-Emissionen in den kommenden 10 Jahren um etwa 20.542.500 kg zu reduzieren und entspricht dem CO2-Ausstoß von etwa 4.400 Autos pro Jahr.

An diesem Projekt können sich alle Mitarbeiter der Gruppe beteiligen, indem sie im UniCredit Wald kostenlos ihren eigenen Baum pflanzen. Mitarbeiter, die mehr Bäume pflanzen wollen, erhalten dafür eine Ermäßigung. „Wir haben nach Corona die einmalige Chance, die österreichische Wirtschaft mit vereinten Kräften zu einem nachhaltigen, klimaschonenden System umzubauen“, hofft Robert Zadrazil, Vorstandsvorsitzender der UniCredit Bank Austria. „Als Bank sind wir dabei ein wichtiger Multiplikator. Mit unseren Geschäftsentscheidungen können wir eine Hebelwirkung erzeugen, die weitaus größer ist als in jeder anderen Branche. Wir gehen aber auch mit gutem Beispiel voran – mit diesem Projekt werden wir selbst unsere direkten Umweltauswirkungen minimieren.“

Der UniCredit Wald ist das Ergebnis der 2019 gestarteten Global Week of Climate Action, bei der die UniCredit Gruppe alle Mitarbeiter dazu aufrief, Ideen zu entwickeln, damit die Bank in puncto Klimaschutz noch mehr bewegt.

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