„Digitale Tools nicht nur nützen, sondern diese auch verstehen“

Exklusiv-Interview mit Axel Preiss, Leiter der Managementberatung von EY Österreich.

Lesezeit: ca. 2 min

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Axel Preiss, Leiter der Managementberatung von EY Österreich

Eine Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY Österreich mit dem Titel „Digitaler Wandel in österreichischen Mittelstandunternehmen“ von Februar zeigt, dass es bezüglich Digitalisierung in der Post-Pandemie-Ära bei mittelständischen Unternehmen zwar Fortschritte gibt, aber noch viel mehr tun ist. 800 Verantwortliche aus Unternehmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeitern wurden befragt. Im Interview: Axel Preiss, Leiter der Managementberatung von EY Österreich.

Was sind sie markantesten Ergebnisse der Studie?

Axel Preiss: Es zeigt sich eine Zweiklassengesellschaft. Mehr als die Hälfte der großen Unternehmen gab an, dass Digitalisierung eine sehr große Rolle spielt. Bei den kleinen sagte das nur ein Viertel. Und nur 15 Prozent der kleinen Unternehmen sehen Digitalisierung als Chance, da besteht riesiger Aufholbedarf. Am ehesten sind diese dem Cloud Computing gegenüber aufgeschlossen. Dass nur dadurch dezentrales Arbeiten möglich ist, dass neue Tools und agile Arbeitswelten entstanden sind, diese Erkenntnis hat sich überall durchgesetzt. Ebenso die Bedeutung von Daten für die Wirtschaft und der Sinn des Internet of Things (IoT).

Brauchte es eine globale Pandemie, damit Österreich digital aufwacht?

Preiss: Es hätte nicht die Pandemie gebraucht, viele Unternehmen haben von sich aus die Digitalisierung angeschoben. Die Technologie am Standort Österreich ist gut, dem kann man gute Noten ausstellen. Aber die Herausforderung ist für alle das Personal, die richtige Qualifikation für das Problem, das gerade auftritt. Also Leute zu haben, die alles interdisziplinär erfassen.

„Die jüngere Generation kann zwar digitale Tools sehr gut nutzen, sollte aber auch wissen, wie alles funktioniert“, so Axel Preiss, Leiter der Managementberatung von EY Österreich.

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Sind nicht ohnehin demografisch bedingt immer mehr Menschen, die in die Arbeitswelt eintreten, IT-affin, weil sie Digital Natives sind?

Preiss: Die jüngere Generation kann zwar digitale Tools sehr gut nutzen, sollte aber auch wissen, wie alles funktioniert. Die Leute müssen besser verstehen, was da passiert. Zwar sagen zwei von drei Unternehmen, dass sie genug Ressourcen für Digitalisierung haben, aber das heißt auch, dass zwei Drittel nicht genug Ressourcen bzw. Expertise hat, um das zu schaffen. Das ist nur mit einer verstärkten Kooperation der Ausbildungsstätten mit den Unternehmen zu lösen. Diese müssen mehr in Personal investieren, das ist der Schlüssel.

Aus Ihrer Beratungspraxis bei EY, wo in den Unternehmen ist die Digitalisierung angekommen, wo noch nicht?  

Preiss: Die Automatisierung von administrativen Prozessen ist aktuell bei vielen Projekten schon realisiert. Routinetätigkeiten wie Buchhaltungsprozesse und das Abwickeln von Geschäftsprozessen sind oft längst digital. Der nächste Schritt wäre Künstliche Intelligenz, KI, damit die Unternehmen aus automatisierten Daten mehr machen können, ihre Schlüsse ziehen. So könnte man gezielter bei Fehlern einschreiten und überhaupt Fehler leichter orten.  Dafür fehlt auch ein breites Weiterbildungsangebot, das wäre der Schlüssel. Unternehmen müssen mehr in Personal investieren und Weiterbildung anbieten.

Was ist mittel- und langfristig nötig, damit Österreich zumindest kein Digitalisierungs-Nachzügler ist?

Preiss: Man muss weiter seitens Politik und Unternehmen voll investieren, in die Menschen, in deren Ausbildung und in die darunterliegenden Technologien. Auch über einen Regierungswechsel hinweg: Jede künftige Regierung soll das als Priorität 1 sehen.

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