„Die Übernahme von PTEC ist für Worthington von entscheidender strategischer Bedeutung!“

Exklusiv-Interview mit Timo Snoeren, dem Geschäftsführer von Worthington Cylinders.

Lesezeit: ca. 4 min

© Worthington

In den ersten Tagen dieses für die Welt so wichtigen Jahres hat Worthington die PTEC Pressure Technology GmbH übernommen. Dabei handelt es sich um einen führenden, unabhängigen Entwickler und Hersteller von Ventilen und Komponenten für Hochdruck-Wasserstoff- und Erdgas-Speicher-, -Transport- und -Onboard-Gastankanlagen mit Sitz in Burscheid (Deutschland).

Herr Snoeren, was hat Sie zu diesem Erwerb veranlasst?

Für Worthington handelt es sich hier um eine äußerst wichtige Erweiterung unseres Portfolios. Der Kauf von PTEC ergänzt unsere Investitionen in die wachsenden Märkte für nachhaltige Mobilität und erweitert unsere Gesamtkompetenz. Die Einbindung der innovativen Produkte von PTEC und deren bewährte Zusammenarbeit mit Fahrzeugherstellern in die Worthington-Produktfamilie wird die Lieferkette optimieren und Innovationen für die Wasserstoff- und Erdgas-Wirtschaft vorantreiben.

Was bedeutet das in Bezug auf die technischen Details?

Worthington erweitert damit sein Druckbehälter-Kerngeschäft um Produkte, die für die Herstellung umfassender Gastankanlagen, Bündel und Container für Speicherung, Transport und Nutzung von alternativen Treibstoffen wie Wasserstoff und Erdgas von hoher Bedeutung sind.

© Worthington

Hat die Übernahme auch direkte Auswirkungen auf den Standort Österreich?

Absolut. PTEC-Komponenten werden auch in Produkte verbaut, die auch unsere neu errichtete Produktionsanlage für Composite-Druckbehälter des Typs III und IV am Standort in Kienberg bei Gaming verlassen werden, zusätzlich zur bestehenden Produktionsanlage für Composite-Druckbehälter in Polen.

Welche internationalen Auswirkungen hat die Übernahme?

Konsolidierung von Lieferketten verändert bestehende, oft langjährige und erfolgreiche Beziehungen und verursachen natürlich bestimmte Wellen. Auch nach der Übernahme von PTEC ist Worthington sehr darum bemüht, diese Kunden- und Lieferantenbeziehungen in bestehender Form weiterzuführen. Wir werden zum Beispiel weiterhin Ventile und Komponente von anderen Ventilherstellern beziehen.

Wie würden Sie Worthington für unsere TOP LEADER-Leser charakterisieren?

Wir beliefern die Märkte für nachhaltige Mobilität mit Gasspeicher-, Gasttransport- Container und OnBoard-Gastankanlagen für Autos, Busse, LKWs und andere kommerzielle Fahrzeuge. Wir entwickeln und produzieren seit Jahrzehnten mitunter die leichtesten Nieder- und Hochdruckbehälter aus Verbundwerkstoff und Stahl, die es gibt, und bieten komplexe Lösungen im Bereich der alternativen Brennstoffe, Industrie- und technische Gase. Dabei beziehen wir nachhaltige Praktiken in die langfristige Geschäftsstrategie ein und sind außerdem das erste Unternehmen in der Branche, dass „Cradle to Cradle Certified“-Produkte auf den Markt bringt. Zusammenfassend, sehen wir uns als den größten Entwickler und Hersteller von Druckbehältern in Europa, der mehr als 1.600 Mitarbeiter in Österreich, Polen und Portugal beschäftigt.

In den USA ist Worthington Industries börsennotiert (NYSE:WOR) und bietet innovative Lösungen für Kunden aus vielen Branchen wie Transport, Bau, Industrie, Landwirtschaft, Einzelhandel und Energie. In Nordamerika hat sich Worthington als führender Stahlverarbeiter und Hersteller von lasergeschweißten Produkten sowie weltweit als führender Anbieter von Druckzylindern und Zubehör für Anwendungen wie Kraftstofflagerung, Wasserspeichersysteme, Wohnen im Freien, Werkzeuge und Feiern etabliert. Worthington-Marken im Einzelhandel sind u.a. Balloon Time, Bernzomatic, Coleman, Mag Torch und Well-X-Trol. Das Joint Venture WAVE mit Armstrong hat sich zum nordamerikanischen Marktführer für innovative Deckenlösungen entwickelt.

Timo Snoeren CEO von Worthington Cylinders, ganz privat.

© Worthington

Herr Snoeren, unsere TOP LEADER Premium Online-News sind keine Einbahnstraße in Richtung Business und wir wollen Sie auch als Privatperson näher kennenlernen.

Auf welche Taten und Ereignisse Ihres Lebens sind Sie denn persönlich stolz?

Meine Familie ist mein Anker und mein großer Stolz. Ihre bedingungslose Unterstützung ist definitiv ein entscheidender Faktor in meiner bisherigen Karriere gewesen. Vor etwas mehr als 22 Jahren hatte ich den Entschluss gefasst, ein Leben in Österreich aufzubauen. Dass mir das bis jetzt ganz gut gelungen ist, darauf bin ich besonders stolz.

Was würden Sie heute wohl tun, wenn Sie NICHT CEO von Worthington Cylinders wären?

Da ich ein Mensch bin, der immer in Bewegung sein muss und gerne etwas voranbringt, bin ich überzeugt, ich würde in einer ähnlichen Position tätig sein.

Wie beschreiben Sie Ihren Führungsstil?

Ein sehr kluges Team unter einer gemeinsam vereinbarten Vision zu vereinen und in weiterer Folge durch konsequentes und richtungweisendes Verhalten mit Vorbildfunktion ans Ziel zu bringen.

Ich habe alles richtig gemacht, wenn ich die dümmste Person im Besprechungsraum bin …

Ich habe alles richtig gemacht, wenn ich die dümmste Person im Besprechungsraum bin, erklärt Timo Snoeren.

© Worthington

Was empfehlen Sie einem Bewerber? Und wenn Sie einem Bewerber nur eine Frage stellen können – welche wäre das?

In meiner Karriere habe ich schon viele Mitarbeiter eingestellt. Dabei lege ich viel mehr Wert auf die Motivation als auf Ausbildung oder Erfahrung, das hat mich bis jetzt selten enttäuscht. Motivation, einen guten Job zu machen, zu lernen und sich weiter entwickeln zu wollen, sowie die Bereitschaft, sich außerhalb der eigenen Komfortzone zu bewegen, sind starke Leistungstreiber.

Wo steht Worthington Cylinders bzw. wo stehen Sie in fünf Jahren?

Unsere Strategie heißt: „Unsere Reise über die Stahlflasche hinaus“ und beinhaltet eine Transformation unseres Kerngeschäfts. Die Initiativen, die wir in den vergangenen 18 Monaten in Innovation, Digitalisierung und Expansion gestartet haben, werden mein Team und mich noch Jahre beschäftigen.

Nach welchem Motto leben Sie?

Flexibel und aufgeschlossen auf Herausforderungen aller Art zu reagieren. Es geht nicht darum, was Dir im Leben passiert, sondern wie Du darauf reagierst. Unser Leben wird meiner Meinung nach hauptsächlich von Black Swan Events wie 9/11, The Great Recession oder Covid-19 und weniger von unserer meist linear verlaufenden Planung bestimmt.

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