Die optimale Gesundheitsvorsorge Rainer Gattringer Klinikum Wels‐Grieskirchen

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Rainer Gattringer, Leiter der Abteilung für Hygiene und Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin, stv. Ärztlicher Leiter, Klinikum Wels‐Grieskirchen „Die im österreichischen Impfplan empfohlenen Impfungen sollen auch in der Coronazeit durchgeführt und verpasste Impfungen nachgeholt werden.“

14.10.2021 | 1 min

Die optimale Gesundheitsvorsorge

Die Top‐10‐Impfungen in Österreich.

Impfen bedeutet, den gesunden Körper im geeigneten Moment auf potenzielle Gefahren durch vielerlei Infektionskrankheiten vorzubereiten. Egal ob Rotavirus, Masern oder Keuchhusten: Durch Impfungen kann das Immunsystem im Falle einer Ansteckung rasch und präzise antworten. In Österreich steht ein weitreichendes kostenloses Impfprogramm gegen eine Vielzahl an Infektionskrankheiten zur Verfügung.

Empfohlenen Impfungen

Abgesehen von der Coronaschutzimpfung sollen auch während der Pandemie sämtliche im österreichischen Impfplan empfohlenen Impfungen durchgeführt und verpasste Impfungen nachgeholt werden. „Dies gilt in besonderem Fall für Kinder im ersten Lebensjahr, betrifft aber auch Erwachsene und ältere Menschen“, so Rainer Gattringer, Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie am Klinikum Wels‐Grieskirchen. „Eine Übersicht über die Top‐10‐Impfungen in Österreich hilft Ihnen zu kontrollieren, ob Sie eventuell eine Auffrischungsimpfung übersehen haben. Wenn Sie bezüglich eines Impfstatus unsicher sind, fragen Sie unbedingt Ihren Haus‐ bzw. den Kinderarzt!“

„In der Gruppe der Erwachsenen soll bei der Grippeschutzimpfung besonderer Fokus auf ältere Menschen, chronisch Kranke, Risikopatienten und Gesundheitspersonal gelegt werden“, so Gattringer.

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Grippeschutz zu Coronazeiten

Auch die Grippeimpfung ist für die Saison 2021/22 wieder zu empfehlen. Für Kinder ist diese kostenfrei im Impfprogramm enthalten und wird ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat durchgeführt. „In der Gruppe der Erwachsenen soll bei der Grippeschutzimpfung besonderer Fokus auf ältere Menschen, chronisch Kranke, Risikopatienten und Gesundheitspersonal gelegt werden“, so Gattringer. „Allgemein ist die Impfung aber jedem Erwachsenen anzuraten, der sich vor einem schweren Verlauf einer Grippeerkrankung schützen möchte. Teils werden Zuschüsse durch den jeweiligen Sozialversicherungsträger oder den Arbeitgeber gewährt.

Den Impfstatus im Auge behalten

Auch wenn das Angebot des kostenlosen österreichischen Impfprogramms äußerst weitreichend ist, können nicht sämtliche Schutzimpfungen in Österreich gratis angeboten werden. So liegt es in der Verantwortung der Erwachsenen, ihren Impfstatus im Auge zu behalten und bei Bedarf Auffrischungsimpfungen (zum Beispiel gegen Tetanus, FSME oder Influenza) bzw. auch noch Grundimmunisierungen (Pneumokokken, Herpes Zoster oder Tollwut für bestimmte Berufsgruppen) wahrzunehmen.

Die Top‐10‐Impfungen in Österreich

Top-10-Impfungen GrundimmunisierungAuffrischung
Rotavirus1. bis 5. Lebensmonat6. Lebensmonat
6-fach: Diphtherie, Wundstarrkrampf,
Keuchhusten, Kinderlähmung,
Haemophilus influenzae B, Hepatitis B
3. bis 12. Lebensmonat7. bis 9. Lebensjahr
Pneumokokken3. bis 14. Lebensmonatempfohlen: ab dem 60. Lebensjahr
3-fach: Masern, Mumps, Röteln10. bis 13. Lebensmonatja, ohne Altersbeschränkung
Influenzaab 7. Lebensmonatjährlich neu
FSME13. bis 24. Lebensmonatregelmäßig
Coronaab 12. Lebensjahrabhängig von Alter und Impfstoff
HPV11. bis 12. Lebensjahr
bis 45. Lebensjahr empfohlen
Meningokokken ACWY11. bis 13. Lebensjahr14. bis 18. Lebensjahr
Hepatitis A13. bis 24. Lebensmonatempfohlen

Das kostenfreie Impfprogramm

Seit nahezu 20 Jahren gibt es in Österreich das kostenlose Impfprogramm: Es stellt sicher, dass alle Kinder in Österreich bis zum 15. Lebensjahr einen niederschwelligen Zugang zu wichtigen Impfungen erhalten. Ein Großteil jener Erkrankungen, die durch eine Schutzimpfung abgewendet bzw. deren Verlauf dadurch positiv beeinflusst werden kann, ist im Programm enthalten. Mehrfachimpfungen bieten dabei den Vorteil, dass die Anzahl der Stiche insgesamt reduziert wird. Das kostenfreie Impfprogramm wird durch Kostenträger wie Gesundheitsministerium, Länder und Sozialversicherungsträger finanziert.

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