Die neuen Abenteuer des Immo-Tycoons

René Benko versilbert Teile von Signa Prime und profitiert vom Stellenabbau bei Kaufhof.

Lesezeit: ca. 4 min

Eigenen Angaben zufolge erwirbt der Immobilieninvestor Madison International Realty (über das Luxemburger Vehikel MIELI II) eine strategische Beteiligung von fünf Prozent am 12,5 Mrd. € schweren Immobilienportfolio der österreichischen Gesellschaft Signa Prime Selection.

Madison steigt damit in die Riege der größten fünf Anteilseigner des Unternehmens auf, in dem die Signa Holding u.a. das aus 60 Objekten bestehende Kaufhof-Portfolio untergebracht hat. Daneben zählen zum Bestand von Signa Prime Selection 27 Premium-Immobilien und Bauprojekte wie das Goldene Quartier in Wien, das Innsbrucker Kaufhaus Tyrol, das KaDeWe und das UpperWest in Berlin, das Oberpollinger und die Alte Akademie in München sowie das Alsterhaus  und der Elbtower  in Hamburg. Das Gesamtportfolio hat einen Wert von 12,5 Mrd. € und umfasst etwa 2,4 Mio. m² Nutzfläche.

Zu den weiteren bedeutenden Investoren zählen die RAG-Stiftung, die Versicherungsgruppe R+V sowie die Peugeot-Familie. Die Mehrheit an Signa Prime Selection hält auch nach der Madison-Transaktion weiterhin die Familie Benko über die Signa Holding.

Der Einstieg bei den Österreichern dient Madison nach eigener Aussage auch dazu, zusammen mit Signa weitere Investmentchancen auf Objekt- und Unternehmensebene auszuloten. Madison International ist auf das Eingehen von Minderheitsbeteiligungen bei qualitativ hochwertigen und mit geringer Fremdkapitalquote finanzierten Immobilien spezialisiert. Diese werden zumeist von verkaufswilligen Investoren der „ersten Stunde“ übernommen. „Wir beobachten Transaktionen, die vor einigen Jahren abgeschlossen wurden und bei denen einer der Beteiligten wieder aussteigen möchte oder der Eigentümer Teile seines Eigenkapitals recyceln möchte“, erklärt Michael Siefert, Managing Director bei Madison in Frankfurt, das Geschäftsmodell. „So bieten wir unseren Investoren eine Nische für Core-Investments.“ Typische Kapitalpartner seien Staatsfonds, vermögende Privatanleger, Versicherungen und Pensionskassen. Die Zielrendite der Engagements liegt bei jährlich 12 bis 15%.

Des einen Freud …

Zu Pfingsten dieses Jahres ist bekannt geworden, dass René Benko den deutschen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof zur Gänze übernimmt. Österreichs Paradeinvestor hatte schon lange Zeit seine Kreise um die zweite Hälfte des Kaufhausriesen gezogen und Verhandlungen mit dem kanadischen Partner geführt, bevor dieser letztendlich das Handtuch werfen musste.

Nun will der Warenhauskonzern deutlich spürbare Sparmaßnahmen beschließen und zwei Logistikstandorte in Frechen und Erfurt sowie vier kleinere regionale Verteilzentren in Stuttgart, Würzburg, Hannover und Berlin schließen. Ein „Interessenausgleich“ soll es ermöglichen, „erhebliche Einsparungen an Personal- und Sachkosten zu erzielen, die für die Gesundung des Unternehmens notwendig sind“. Aus Sicht der Arbeitnehmer seien mögliche soziale Härten durch einen Sozialplan abgefedert.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sind allein in der Kaufhof-Logistik 1.100 von insgesamt 1.650 Arbeitsplätzen bedroht. Diese würden zusätzlich zu den ohnehin bis zu 4.500 von der Kündigung bedrohten Mitarbeitern von Kaufhof in der Verwaltung und in den Filialen hinzukommen. Auch die Kapazitäten in den Lagern in Dietzenbach und Neuss und im Verteillager in München sollen reduziert werden. Durch die Neuorganisation sollen der Transport von Online-Bestellungen und die Retouren schneller verarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht werden.

… des anderen Leid

Ziel des Umbaus ist es, die moderne Logistik im Zuge der wachsenden Digitalisierung zu einem der wesentlichen Wachstumsfelder zu machen. Der Konzern wolle zudem weitere Partner, vor allem Markenhersteller, gewinnen. Das heißt, dass die Logistik auch anderen Unternehmen zur Verfügung stehen soll. Auf diese Weise soll ein weiterer Abbau von Stellen verhindert werden. Aus Gewerkschaftssicht wird hier aber eine „Beruhigungspille“ offeriert, denn das Geschäft mit Dritten stehe erst am Anfang. Bereits im vergangenen Jahr hatte Karstadt die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Logistikdienstleister Fiege angekündigt, das seine Dienstleistungen auch anderen Unternehmen anbieten soll.

Genereller Grund für die Umstrukturierung ist, dass sich die Logistikstandorte von Karstadt und Kaufhof teilweise überlappten und nach der Fusion neu zugeschnitten werden mussten. Gekürzt wird allerdings nur bei Kaufhof; der Konzern zählt nach der Schließung der Logistik- und Verteilzentren noch etwa 180 Standorte in Deutschland. Die größten befinden sich in Unna, Vogelheim und Porz. Zudem sollen auch Filialen in einzelnen Städten als Logistikzentren dienen. Etwa 80% der urbanen Bevölkerung Deutschlands sind nach Unternehmensangaben innerhalb von 15 Fahrminuten von den Filialen aus erreichbar.

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