Der Rückspiegel, der durch Blechwände sieht

Normale Transporter in der Standard-Ausführung verblechter Kastenwagen sind normalerweise nach hinten „blind“. Das ändert sich jetzt. - Eine gute Nachricht für alle Besitzer von Firmen-Fuhrparks.

Lesezeit: ca. 4 min

© Ford Motor Company (Austria) GmbH

Sieht durch verblechte Kastenwagen-Wände: Neuer „Smart Mirror“ von Ford.

Ford Transit Custom. Ab Werk nun mit einem Smart Mirror bestellbar und bis zum Baujahr 2012 mit Smart Mirrors nachrüstbar.

© Ford Motor Company (Austria) GmbH

Die meisten Lieferwagen haben, verglichen mit normalen Autos, ein nicht unwesentliches Sicherheitsmanko – die nur sehr eingeschränkte Sicht nach hinten. Der Grund: Eine massive Blechwand trennt beim Standard-Kastenwagen Fahrerkabine und Laderaum, die Hecktüren kommen ohne Fenster, vollverblecht. Ein konventioneller Auto-Rückspiegel würde hier nur ein schönes Bild der Blechwand im Hintergrund liefern und wäre bestenfalls als Schminkspiegel oder zum Zupfen der Augenbrauen zu gebrauchen.

Vermeidbares Sicherheitsrisiko und Parkschäden


Für den Blick nach hinten stehen dem Fahrer ausschließlich die Seitenspiegel zur Verfügung, was sich unmittelbar hinter dem Fahrzeug abspielt, sieht er nicht.

Das ist speziell beim Einparken im Stadtverkehr heikel: Ein Kind hinter der Stoßstange, querende Radfahrer oder E-Scooter-Piloten sind de facto „unsichtbar“. Von gelegentlich Parkschäden wegen mangelnder Sicht nach hinten einmal ganz abgesehen.
Aber, auch auf Autobahnen und Landstraßen ist der fehlende Rückspiegel ein Problem: Ungeduldige Verkehrsteilnehmer, die sich sozusagen „auf Stoßstangendistanz“ hinter einen hängen, sind über die Außenspiegel kaum zu entdecken. Ähnliches gilt für Kreisverkehre, beim Fahrspurwechsel oder beim Abbiegen in Seitenstraßen.

Theoretische könnte man gegen Aufpreis natürlich auch Kastenwagen mit Trennwand-Fenster, Heckscheiben und Rückspiegel bestellen. Sehr verbreitet ist diese Lösung aber nicht. Die Ursache: Der Wunsch, die geladene Ware über ein Schau-Fenster stolz der Öffentlichkeit zu präsentieren, ist üblicherweise überschaubar.

Smarte Rückspiegel für Ford Transit und Transit Custom



Bei Ford, mit über 25 Prozent Marktanteil derzeit Marktführer im Bereich „Leichte Nutzfahrzeuge“ hat man jetzt einen Ausweg aus dem Transporter-Dilemma gefunden: Den smarten Rückspiegel. Was aussieht, wie ein normaler Rückspiegel, ist in Wahrheit ein hochauflösendes Display mit Vollbildanzeige, das über eine verbaute Heckkamera auch durch Blechwände sehen kann. Verglichen mit einem normalen Auto-Rückspiegel bietet Fords neuer „Smart Mirror“ ein doppelt so großes Sichtfeld und eine automatische Helligkeitsregelung für die optimale Anzeige bei Tag und Nacht.

Des Rätsels Lösung, warum Fords „Smart Mirror“ durch Blechwände sehen kann: Eine Heckkamera überträgt ihre Videobilder live in die Fahrerkabine, der „Rückspiegel“ ist ein hochauflösendes Display.

© Ford Motor Company (Austria) GmbH

Ab sofort sind die mittleren und großen Transporter, Ford Transit Custom und Ford Transit auch ab Werk mit Smart Mirror bestellbar (Ausstattungs-Option, Aufpreis). Auch ältere Ford Transit Custom Kastenwagen ab dem Baujahr 2012 und Ford Transit-Modelle ab 2014 lassen sich nachträglich mit dem Smart-Mirror-System ausstatten. Kostenpunkt: ab € 574,- netto (exkl. USt.)

Ford Transit. Auch für den „großen Transit“ gibt es den Smart Mirror nun auf Wunsch ab Werk. Transit-Kastenwagen bis zum Baujahr 2014 sind auch noch nachträglich mit smarten Rückspiegeln ausrüstbar.

© Ford Motor Company (Austria) GmbH

Neben vermeidbaren Unfällen und Fahrzeugschäden lohnt sich diese Investition unter Umständen noch aus einem anderen Grund: Man könnte mit seiner Fahrzeugversicherung auch über niedrigere Prämien verhandeln…

Online-Video zum Smarten Rückspiegel

Fords neues Smart-Mirror-System kann man inzwischen übrigens auf YouTube auch „in Action“ begutachten:

Smarte Rückspiegel bei Citroen, Mercedes, Nissan, Opel, Peugeot, Renault und Toyota

Das Sicherheitsproblem „schlechte Sicht nach hinten“ ist natürlich auch anderen Nutzfahrzeug-Herstellern nicht verborgen geblieben. Die Lösungen sind allerdings etwas unterschiedlich: Bisweilen ist das Display für die Heckkamera auch im Multimedia-System der Mittelkonsole untergebracht.

Optische Ähnlichkeiten zwischen einzelnen Nutzfahrzeugen und den jeweiligen Smart-Mirror-Systemen sind übrigens kein Zufall: Viele „Leichte Nutzfahrzeuge (LNF)“ werden konzernübergreifend entwickelt & produziert und unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch den Kühlergrill, Designdetails und das Marken-Logo.

Citroen, Peugeot, Opel


Bei Citroen und Peugeot gibt es Smart-Mirror-Systeme zur Einparkhilfe als Sonderausstattung im Prinzip seit 2016. Die neue Konzernmarke Opel hat bei ihrem Vivaro so etwas natürlich auch.

Citroen Jumpy Kastenwagen. Freie Sicht nach hinten auf Basis Rückfahrkamera, Sonderausstattung.

© Citroen

Peugeot Expert Kastenwagen. Per Sonderaustattung jetzt auch mit einem Kamera-Auge am Heck zu haben.

© Peugeot

Opel Vivaro Kastenwagen. Auch hier ist eine Heckkamera nebst Display als Sonderausstattung erhältlich.

© Opel

Mercedes-Benz


Beim verblechten Mercedes-Benz Kastenwagen Vito nennt sich das Ganze „Digitaler Innenspiegel“ (Sonderausstattung) und ähnelt im Prinzip dem Ford-System.

Digitaler Innenspiegel beim Mercedes-Benz Vito. Von der Anmutung her ähnlich wie Fords „Smart Mirror“.

© Daimler

Mercedes-Benz Vito Kastenwagen. Hier nennt sich die Sonderausstattung Smart Mirror schlicht „Digitaler Innenspiegel“.

© Daimler

Nissan und Renault


Besonders reichhaltig ist das Angebot an Modellen mit smartem Rückspiegel auf Basis „Rückfahrkamera“ bei Nissan: Beim Kastenwagen NV300 COMFORT und beim großen NV400 COMFORT ist die Heckkamera Teil des „Fahrer-Assistenz-Pakets Plus“ (€ 540,- bzw. € 720,- netto). Beim Kompakt-Van NV250 COMFORT gibt’s digitale Sicht nach hinten ebenfalls über ein erweitertes Fahrer-Assistenz-Paket (€ 400,- netto). Beim elektrischen e-NV200 ist diese Ausstattung ab der Version COMFORT serienmäßig. Detto beim Pickup Nissan NAVARA ab der Ausstattungsstufe N-Connecta (vier Kameras für 360° Rundumsicht!).

Teil des „Fahrer-Assistenz-Pakets Plus“ bei Nissan Nutzfahrzeugen (hier NV300): Eine Rückfahrkamera nebst Display in der Mittelkonsole.

© Nissan

Pickup Nissan NAVARA N-CONNECTA. 4 Kameras und ein AROUND VIEW MONITOR für 360° Rundumsicht.

© Nissan

Renault. Nissans große Konzernschwester Renault bietet für ihren XL-Transporter Master (ab € 26.350,- exkl. USt.) sowie für die Kompakt-Lieferwagen Renault Express und Renault Kangoo ebenfalls Smart-Mirror-Systeme an. Gegen € 800,- (exkl. USt.) Aufpreis lässt sich etwa die verblechte Version des Renault Master mit einem „Rücksicht-Assistenzsystem“ ausstatten. Das „Rear View Assistant“-Paket umfasst hier nicht nur eine eingebaute Heckkamera nebst 7 Zoll (18 cm) Display anstelle des konventionellen Rückspiegels, sondern beinhaltet auch einen Front-Park-Assistenten, ein Toter-Winkel-Warnsystem und einen Weitwinkelspiegel.

Freie Sicht nach hinten trotz Blechwand dank optional erhältlichem „Rücksicht-Assistenzsystem“ für Renaults großen Transporter „Master“.

© Renault

Renault Master Cockpit mit „Rücksicht-Assistenzsystem“. Ein 7 Zoll (18 cm) Display ersetzt hier den konventionellen Rückspiegel. Kostenpunkt des Sicherheitsupgrades: € 800,- (exkl. USt.).

© Renault

Renaults Rücksicht-Assistenzsystem bietet tadellose Sicht nach hinten auf mittlere und größere Distanzen (Vollbild ab 4 Meter hinter der Stoßstange), ersetzt damit aber nicht eine optional ebenfalls erhältliche Rückfahrkamera (ab € 250,- exkl. USt.), die als Einparkhilfe für kurze Distanzen unmittelbar hinter der Stoßstange konzipiert ist.
Der Aufpreis für ein komplettes Master Einparkhilfe-Set (Einparkhilfe hinten und vorne plus Rückfahrkamera) liegt übrigens bei € 650,- (exkl. USt.).

Überblick von oben. Bei Renaults Rücksichts-Assistenzsystem ist die Heckkamera hinten am Fahrzeugdach angebracht. Das bietet eine bessere Perspektive auf das Verkehrsgeschehen hinter dem Fahrzeug, macht aber eine zusätzliche Rückfahrkamera zwecks Einparkhilfe nötig.

© Renault

Renault Rücksicht-Assistenzsystem. Die oben angebrachte Heckkamera liefert ab 4 Metern Entfernung ein Vollbild vom Verkehr hinter dem Van, ergänzt wird das System durch Tote-Winkel-Warner an den Seiten.

© Renault

Renaults „Rear View Assistant“ gibt es als Ausstattungsoption auch für die beiden neuen Lieferwagen Renault Express (ab € 14.500,- exkl. USt.) und Renault Kangoo. Kostenpunkt, wie beim Master € 800,- (exkl. USt.) Aufpreis. Voraussetzung: Diese Aufrüstoption gibt es nur in Kombination mit der ebenfalls gegen Aufpreis erhältlichen Einparkhilfe.

Ab jetzt ebenfalls mit Rücksicht-Assistent erhältlich: Neuer Renault Express.

© Renault

Ab sofort hinten nicht mehr blind: Neue Lieferwagenversion des Kangoo mit Rücksicht-Assistent.

© Renault

Intelligenter Rückspiegel für den neuen Renault Express und Renault Kangoo. Blechwände sind für das ab sofort optional erhältliche Rücksicht-Assistenzsystem kein Hindernis mehr.

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Toyota


Bei Toyota ist ein smarter Rückspiegel für den kompakten Kastenwagen PROACE CITY ab der Ausstattungslinie Comfort unter dem Namen „Smart Active Vision“ erhältlich (Seiten- und Rückfahrkameras inklusive 5-Zoll-Display an Stelle des Innenrückspiegels).
Smart Active Vision ist hier Teil eines großen Navigationspakets inklusive 8-Zoll-Multimedia-System. Aufpreis: € 2.400,-

Zoll-Farbdisplay statt eines konventionellen Innenspiegels im Toyota PROACE CITY Comfort mit Smart Active Vision.

© Toyota

Toyota PROACE CITY Comfort Kastenwagen. Der Smarte Rückspiegel heißt hier „Smart Active Vision“ und bezieht auch die Bilder von Seitenkameras an den Außenspiegeln (gegen den Toten Winkel) mit ein. Für € 2.400,- Aufpreis im großen Navi-Paket enthalten.

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Toyota PROACE CITY mit Navi-Paket. „Smart Active Vision“-Seitenkameras unter den Außenspiegeln.

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