Der brisante TOP LEADER-Report: So sehen internationale und österreichische Führungskräfte die Zukunft

Was erwarten sich Führungskräfte von der nahen Zukunft? Wie hält man die richtigen Mitarbeiter im Unternehmen? Was sind die wichtigsten Herausforderungen – und Wünsche? TOP LEADER hat die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

Lesezeit: ca. 5 min

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Mehr als 60 Prozent der befragten Führungskräfte weltweit sehen eine positive wirtschaftliche Perspektive für das Jahr 2019 – und dies auch bei allen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen.

In der EU ist man hingegen etwas weniger optimistisch; hier sind es nur 54 Prozent. Der D-A-CH-Raum hingegen liegt hier ganz im internationalen Trend – auch hier sind es mehr als 60 Prozent. Insgesamt war sich – trotz der räumlichen Entfernung – die Mehrheit der Befragten in vielen Aspekten einig.

Gefragt nach der obersten Priorität für die Führungskräfte, ergab sich in diesem Jahr ein anderes Bild. Hatte im vergangenen Jahr – allerdings wurde hier der Report nur in den USA durchgeführt – die Suche neuer Talente oberste Priorität, ist es 2019 die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Die vorhandenen Talente werden somit wichtiger eingeschätzt als das Suchen neuer Mitarbeiter. Für 86 Prozent der befragten Führungskräfte hat dies oberste Priorität – weltweit. In der EU ist dies mit 83 Prozent etwas niedriger, im D-A-CH-Raum allerdings noch viel höher, hier ist es für 95 Prozent der wichtigste Punkt. Die Rekrutierung neuer Talente weist mit knapp über 80 Prozent sowohl weltweit als auch in der D-A-CH-Region einen ähnlichen Wert auf; die EU hat mit 78 Prozent einen ähnlichen Wert.

Prioritäten und Herausforderungen

Dem Thema Diversität und Inklusion wird global (43 Prozent) mehr Wichtigkeit eingeräumt. In der EU hat es für 38 Prozent und in D-A-CH hat es hingegen nur für 30 Prozent Priorität. Die Befragten aus der D-A-CH-Region (75 Prozent) fühlten sich besser vorbereitet, die Herausforderungen im Employer Branding zu bewältigen als die Befragten in der EU (58 Prozent) oder aus der ganzen Welt (52 Prozent).

87 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass ihre Organisationen im Bereich Employee Health & Wellness bestens aufgestellt sind und hier einiges bieten. Deutlich weniger sind das in der EU mit 56 Prozent und im D-A-CH-Raum hingegen nur 40 Prozent.

Befragte in Österreich, Deutschland und der Schweiz äußerten größere Herausforderungen bei der Vorbereitung auf Themen wie organisatorische Resilienz (30 Prozent gegenüber 38 Prozent EU/41 Prozent global), Änderungsgeschwindigkeit (25 Prozent gegenüber 38 Prozent EU/36 Prozent global) und Workforce Analytics (20 Prozent versus 31 Prozent EU/29 Prozent global).

Als die kommende Herausforderung wird der Bereich transparente und effektive Kommunikation gesehen. Diese liegt in der EU und in der D-A-CH-Region mit 80 Prozent und global mit knapp über 80 Prozent ziemlich gleichauf. Danach gefragt, was für sie das Allerwichtigste ist, gaben die meisten an, dass dies das Aufbauen besserer Führungskräfte ist – mit je knapp über 50 Prozent. In der EU liegt dieser Wert mit 40 Prozent deutlich darunter. Und was unterstützt das Engagement der Mitarbeiter am meisten? Ganz einfach: Klare Kommunikation (jeweils über 90 Prozent) und Leadership Commitment (global und in der EU über 90 Prozent, D-A-CH fast 90 Prozent).

Technologien wie Predictive Analytics (global gesehen, im D-A-CH-Raum weniger) und Hochgeschwindigkeitslernen haben in den befragten Unternehmen und Organisationen großes Potenzial. Auf der anderen Seite sind die Führungskräfte darüber einig, hier vor der Problematik eines zu schnellen Wandels zu stehen. Die Angst, nicht mithalten zu können, ist allgegenwärtig. In Bezug auf Technologieintegration, organisatorische Resilienz und Änderungsgeschwindigkeit berichten Führungskräfte über eine erhebliche Lücke zwischen der zugewiesenen Prioritätsstufe und der Bereitschaftsstufe, die sie in ihren Organisationen sehen. Dies ist für mehr als die Hälfte der Befragten von vorrangiger Bedeutung, aber weniger als die Hälfte glaubt, dass ihre Unternehmen für die Bewältigung der auftretenden Probleme ausreichend vorbereitet sind.

Nur 58 Prozent waren der Meinung, dass ihre Rekrutierungsstrategien und -fähigkeiten den Herausforderungen des heutigen hart umkämpften Talentmarkts gewachsen sind. Dieser hat sich weiter aufgeheizt, und die Talentakquisition ist entsprechend anspruchsvoller geworden. Die Arbeitgeber suchen immer noch nach Wegen, um sich effektiver zu differenzieren, bessere Lösungen für die Gewinnung von Top-Talenten zu finden und die Akquise von geeigneten Mitarbeitern als wesentliche Hemmschwelle für ihre Wachstumsperspektiven zu betrachten. Sie sind sich jedoch auch bewusst, dass ein besseres Engagement und eine bessere Bindung den Druck auf die Rekrutierung verringern. Das ist in jedem untersuchten Land der Fall.

In einer Zeit der gefälschten Nachrichten, Cyber-Bedrohungen und alternativer Tatsachen war davon auszugehen, dass es immer schwieriger wird, die richtigen Botschaften zu verbreiten. Dies wurde nicht bestätigt. Denn 82 Prozent gaben an, dass ihre Organisationen gut darauf vorbereitet waren.

Die Befragten hatten auch die Möglichkeit, einen Wunsch für die nahe Zukunft zu äußern. Die Antworten sind so vielfältig wie inspirierend – und sie waren alle konsequent auf Wachstum ausgerichtet. Es sind kurze, einprägsame Gedanken, die jedem Unternehmen weiterhelfen. Sie reichten von ‚Effektiver Führungskräfteentwicklung‘, der ‚Entwicklung einer starken Kultur über engagierte Mitarbeiter, die bleiben‘ bis hin zu ‚Den Wandel mit größerer Entschlossenheit umarmen – mit Aufgeschlossenheit und globaler Perspektive‘.

Und: „Alle Annahmen fallen lassen und groß träumen.“

Quelle: Global Workforce Leadership Trends Report 2019

Befragt wurden 1.400 Führungskräfte aus 17 Industriesparten. Erstmals wurde die Studie nicht nur in den USA realisiert, sondern weltweit in Zusammenarbeit mit dem globalen Netzwerk PRAXI Alliance – unter der Federführung der USA – in 33 Ländern, darunter auch Österreich. Zuständig dafür war Iventa, das Teil des internationalen Netzwerks PRAXI Alliance ist. Die Umfrage wurde durch Gatti HR durchgeführt.

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