© Richard Tanzer

06.09.2021 | 2 min

Der Blick in die Immobilien-Zukunft

Nachhaltigkeit, Stichwort ESG-Kriterien, wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.

Betrachtet man die wesentlichen Entwicklungen am Immobilienmarkt für die Zukunft, so ist klar, dass Immobilieninvestments in der Krise eine wesentliche Bedeutung beigemessen wird. Sowohl von den institutionellen Investoren als auch von Privatpersonen. „Die Corona-Pandemie hat für einen neuen Interessensschub bei Immobilienanlagen gesorgt“, sagt Sebastian Zehrer, Leiter Research bei Wealthcap. „Investoren suchen mehr denn je langfristig wertstabile und nachhaltige Anlagemöglichkeiten.“ Von den Befragten der „Wealthcap Immobilientrendstudie 2021“ halten es 71,4 Prozent für wahrscheinlich, dass Immobilieninvestments im Zuge der Corona-Pandemie an Bedeutung gewinnen werden. Laut einer Umfrage von Engel & Völkers Investment Consulting & Famos Immobilien ist bei Family-Offices mit 75 Prozent ein Großteil des Vermögens mittlerweile in Immobilien angelegt – vor fünf Jahren waren es lediglich 36 Prozent.

Nachhaltigkeit in Bezug auf die Ökologie wie auch wirtschaftliche Nachhaltigkeit werden die Zukunft prägen. Das Thema Nachhaltigkeit, Stichwort ESG-Kriterien, wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor bei Immobilieninvestments – das betrifft Entwickler und Investoren gleichermaßen. Zusätzlich kommen neue Immobilienarten auf den Markt, den Mixed-Use-Immobilien gehört die Zukunft. Die Coronakrise hat anschaulich gezeigt, wie schnell sich wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen wandeln können. Gemischte Nutzung bedeutet dabei, dass verschiedene Wirtschafts- und Lebensbereiche unter einem Dach gebündelt sind. In diesen Gebäuden wird gearbeitet, eingekauft, gegessen, und mitunter werden Freizeitangebote genutzt. Der Markt für Mixed-Use-Immobilien eröffnet in jedem Fall enormes Potenzial, denn damit sind Immobilieneigentümer im Ernstfall vor Einbrüchen in einer Branche gewappnet.

Die Herausforderung bei diesen „neuen“ Immobilienformen ist die Durchmischung. Hier sind sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen respektive die Gestaltung der Verträge als auch der Wert einer Immobilie von vielen Faktoren abhängig, die erst in den kommenden Jahren in konkrete Gesetze und Normen gegossen werden. Derzeit liegt es in den Händen der Anwaltskanzleien und auch der Bewertungsunternehmen, beim Erwerb eine sichere Basis zu schaffen. Das stellt aber die Bewerter vor große Herausforderungen: Wolfgang M. Fessl, Geschäftsführer von Reinberg & Partner: „Immobilieninvestments erfordern eine ganzheitliche Betrachtungsweise und damit einhergehend ganzheitliche Lösungen.“

Wenden wir den Blick von den institutionellen Investoren zu den Privatpersonen. „Die Nachfrage nach Wohnungen ist weiterhin da“, meint Martina Hirsch, Leiterin Bauträgervertrieb bei der s REAL, „aber sehr selektiv.“ Schon jetzt sind es hauptsächlich die Anlegerwohnungen, die sich finanziell gut gestellte Menschen leisten können, und dasselbe gilt für teurere Eigentumswohnungen. Im mittelpreisigen Segment allerdings „gibt es immer mehr Interessenten, die keine Finanzierung mehr bekommen“, so Martina Hirsch: „Die Schere geht weiter auseinander zwischen dem gehobenen Segment, in dem sich Leute ihre Immobilie leisten können, und dem normalen Segment, wo das immer weniger der Fall ist.“ Sie vermutet, dass in den kommenden Jahren viele Mietwohnungen auf dem Markt sein werden, aber nur wenige Eigentumswohnungen.

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