Brandschutz kommt an!

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05.04.2021 | 3 min

Brandschutz kommt an!

Endlich: Das „offizielle“ Österreich ebenso wie diverse Institutionen und Unternehmen bekennen sich zunehmend zu einem ganz wichtigen Thema.

Der neue Brandschutzkoordinator Michael Sack (l.) mit Burghauptmann Reinhold Sahl.

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1) Dieser Tage hat die Burghauptmannschaft Österreich per sofort die Bestellung von Michael Sack zum Brandschutzkoordinator und die Einrichtung einer neuen Stabsstelle für Brandschutzkoordination für die Hofburg Wien bekanntgegeben. Sack war jahrelang Kommandant der von der Burghauptmannschaft eingerichteten Betriebsfeuerwehr und bringt damit die besten Voraussetzungen für das neue Aufgabenfeld mit. Gleichzeitig wurde mit Hauptbrandinspektor Christian Sauer ein langgedienter Feuerwehrmann Nachfolger des Kommandanten der Feuerwache Hofburg. Schon in den vergangenen Jahren hatte sich die Burghauptmannschaft Österreich intensiv um die Verbesserung des Brandschutzes am Areal der Hofburg Wien bemüht und wesentliche organisatorische und brandschutztechnische Modernisierungen vorgenommen.

2) „Brandschutz nach Maß“ ist natürlich (auch) Frauensache: In letzter Zeit ist hier beispielsweise die Brandschutztechnikerin Tanja Dannereder in den Vordergrund getreten. Sie ist seit 2011 Mitarbeiterin bei der IBS-Technisches Büro, einem Mitgliedinstitut der ACR – Austrian Cooperative Research und Tochter der BVS-Holding in Linz. Sie erstellt u.a. Brandschutzkonzepte für Sonderprojekte wie etwa Krankenhäuser oder Industrieanlagen.

Stadien sind eine Herausforderung für den Brandschutz. Im Bild: Das Allianz-Stadion in Wien, wo am Sonntag der große Schlager Rapid gegen Salzburg stattfindet.

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Eines ihrer größten und herausforderndsten Projekte war das Allianz-Stadion in Wien. „Da ein Stadion-Bau in der Gesetzesmaterie nicht so exakt abgebildet ist, war es sehr spannend, mit dem Planungsteam des Stadions und den Behördenvertretern eine gute Lösung zu finden“, erzählt Dannereder. Stadien sind aufgrund ihrer Architektur und ihres großen Fassungsvermögens an Personen hinsichtlich brandschutztechnischer Planung und Betreuung an sich schon eine Besonderheit. Beim Allianz-Stadion stellte die architektonische Gestaltung mit der gebogenen Fassade aus Trapezblech noch einmal eine besondere Herausforderung dar. „Hier war Kreativität im Hinblick auf die Brandabschnittsbildung gefordert“, erläutert Dannereder. „Durch ein Simulationsverfahren konnten wir einen Nachweis für den erforderlichen Feuerwiderstand erbringen.“

Aktuell arbeitet Dannereder an einem Brandschutzkonzept für ein neues Pelletwerk. „Die Herausforderung hierbei ist, die Lagermengen des Rohstoffmaterials zu bewerten und daraus das vorliegende Risiko abzuschätzen. Dafür haben wir auch Brandversuche durchgeführt.“ Auch für ein Gewächsglashaus für den Gemüseanbau zieht Dannereder sowohl Simulationsverfahren als auch die neuesten Erkenntnisse zur Beurteilung des Brandrisikos heran. Als Mitglied des Forschungsnetzwerks ACR führt die IBS regelmäßig Forschungsprojekte durch.

Roboterhund „Spot“

© IKEA

3) Als Kooperationspartner haben sich G. Klampfer Elektroanlagen GmbH und das Linzer Start-up qapture GmbH mit Sitz im LIT (Linz Institute of Technology) zum Ziel gesetzt, Bauvorhaben komplett zu revolutionieren: Mithilfe von weiterführenden Systemen, bei denen jedes einzelne Bauteil und darüber hinaus sogar der Freiraum mit Daten verknüpft werden kann – von der Brandschutzklasse einer Tür bis hin zur Vorschrift, wie ein Baum zu beschneiden ist – können digitale Gebäudezwillinge erstellt werden. Ein aktuelles und brandschutztechnisch besonders beachtenswertes Projekt ist etwa ein 3D Gebäudemodell des IKEA Wien Westbahnhof. Dabei spielt „Spot“ eine zentrale Rolle: Ein mit LiDAR-Sensoren ausgestatteter Roboterhund läuft selbstständig vorwiegend im Dunkeln der Nacht die Baustelle ab und erstellt dabei 3D-Laserscans des Gebäudes, um alle Beteiligten mittels BIM-Methode (Building Information Modeling) in Echtzeit über Planungsänderungen und Fortschritte zu informieren.

4) Darüber hinaus hat dieser Tage die TÜV AUSTRIA Akademie ein neues Kontrollbuch herausgebracht. Das Werk berücksichtigt erstmals alle im Brandschutz prüfpflichtigen Anlagen von der Brandmelde- oder Löschwasseranlage bis zu Fluchtwegbeleuchtungen. Die Publikation basiert auf dem fundierten Fachwissen der beiden Brandschutz-Experten Erwin Gütl und Martin Swoboda.

© TÜV Austria Akademie

„Kontrollbuch für brandschutztechnische Anlagen“, TÜV AUSTRIA Fachverlag, 37,90 Euro, tuvaustria.com/verlag

5) Ein besonderes Gutachten „Das Wissen oder Wissenmüssen nach der EU-Bauprodukte(n)verordnung BPV“ ist Mag. Dr. Alfred Popper gelungen. Popper ist Richter iR, Lehrbeauftragter, Vortragender an Universitäten, Fachbuchautor und internationaler Vortragender zu den Themen Brandschutz, Produkthaftung, MSV, SV Haftung, Schadenersatz, QM, Beauftragte, Bauprodukte, Gebäudesicherheit, Sicherheit insbesondere Fire Safety Management, B 1300 und B 1301.

„Die BPV schafft EU-weit harmonisierte Bedingungen für die Herstellung und Vermarktung von Bauprodukten. Sie gilt seit 1.7.2013 verbindlich in allen Mitgliedsstaaten. Spätestens damit stehen nicht nur alle beteiligten Wirtschaftsakteure (Hersteller, Importeure, Händler, Bevollmächtigte oder Anlagenbauer), sondern auch Behörden, Planer, Bauherren, örtliche Bauaufsicht und abnehmende Stellen vor neuen verantwortlichen Herausforderungen. Und das mit einer Umkehr der Beweislast, denn das verfassungsrechtlich geschützte absolute Rechtsgut Leib und Leben genießt höchste Priorität. Der Hersteller (z.B. von Brandschutzklappen oder Entrauchungsklappen oder Abschottungsprodukten) haftet nach der BPV grundsätzlich für seine erklärte Leistung.“

Das unverzichtbare Gutachten von Herrn Mag. Dr. Alfred Popper HIER KOSTENLOS zum Downloaden.

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