Auszeiten für die, deren Schicksale berühren

Für rund 900 Familien in Not hat Karl Gerhard Auer-Polaska bislang mit seinem Verein „Global Family“ ein Ferienerlebnis ermöglicht. Der Künstler Arik Brauer spendet ihm dafür die Dotation seines „Fritz-Csoklich-Demokratiepreises“.

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© Katharina Froeschl-Rossboth

Csoklich-Preis (mit Arik Brauer)

Text: Philipp Lackner

Es liegt ihm, das Geschichtenerzählen. Und auch aus seiner eigenen macht er kein Geheimnis: Karl Gerhard Auer-Polaska hat es sich zur Aufgabe gemacht, Familien zu helfen, die wenig haben – und für die das Wort Urlaub wie aus einer anderen Welt zu sein scheint: unerreichbar. „Meine Vision war es, etwas Nachhaltiges zu schaffen“, sagt er. Familien unter der Armutsgrenze, gebeutelt durch Schicksalsschläge, Krankheit oder Gewalt: Als Gründer des Vereins „Global Family“ verhilft der gebürtige Steirer mit seiner Frau Krystyna eben jenen zu Ferien – und das in Luxushotels von St. Moritz bis Hamburg.

Die Hoteliers stellen das Angebot kostenlos zur Verfügung: Das mondäne Arlberg Hospiz, das Fünf-Sterne-Hotel Gasthof Post in Lech oder der Stanglwirt am Wilden Kaiser seien immer wieder Gastgeber für Menschen in Not. Urlaub für Bedürftige? Damit werde er oft konfrontiert. „Für diese Familien ist das mehr als Urlaub“, sagt er dann. „Es ist für sie wie ein Tanz auf dem Regenbogen, die Erfüllung eines schier unerreichbaren Traums.“

(v.l.n.r.) Karl Gerhard Auer-Polaska mit Gattin Krystyna bei der Scheckübergabe mit „Kleine Zeitung“-Chefredakteur Hubert Patterer.

© Manuel Hanschitz/ballguide

So erzählt er von einer Familie mit drei Kindern, zwei davon mit einem seltenen Gendefekt, die ihn anschrieb und sich Ferien in den Bergen wünschte – das Hotel Alpenrose im Lechtal lud die Kinder schließlich ein. „Ich verbrachte mit ihnen innige, berührende Momente. Drei Monate später verstarb das Mädchen und ihre große Schwester schrieb, dass sie nach den Ferien sehr fröhlich war. Der jüngere Bruder lebt und es ist fast schon ein Wunder, immer noch.“

Man sieht ihm den Tatendrang eines Mannes an, der es selbst schwer hatte im Leben, damals im obersteirischen Rottenmann: Sein pflegebedürftiger Vater stirbt, da ist er noch ein Kind, die Mutter muss ihn mit seinen Brüdern alleine aufziehen, eine Jugend in Armut. Später wird er Journalist, dann PR-Berater. Polaska-Auer taucht ein in den Kosmos der Reichen und Superior-Hotels, baut sich ein Netzwerk im Tourismus auf. Als sein eigenes Kind über Wochen auf einer Intensivstation behandelt wird, nimmt er sich vor, etwas zurückzugeben. So gründete er 2007 „Global Family“ – und konnte bis heute rund 900 Familien eine Auszeit aus ihrer Ausnahmesituationen ermöglichen.

In der Bewältigung seiner Aufgabe erhält er nun Unterstützung von Künstler Arik Brauer, der jüngst von Styria Media Group, Kleine Zeitung und Die Presse mit dem Fritz-Csoklich-Demokratiepreis geehrt wurde. Die 10.000 € der Auszeichnung lässt er „Global Family“ zugutekommen: „Davon können wir unter anderem die Reisespesen für eine große Zahl von Familien decken“, zeigt sich Auer-Polaksa hocherfreut – und dankbar.

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