Aktuelle Wirtschaftslage der österreichischen KMU, Frühjahr 2021

Das Klimabarometer als Stimmungsindikator der KMU zeigt wieder nach oben.

Lesezeit: ca. 3 min

© Creditreform

Gerhard M. Weinhofer Geschäftsführer von Creditreform und TL-Stimme der Gläubiger.

Die Talsohle ist durchtaucht, es geht wieder aufwärts

Die Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung hat im Frühjahr 2021 an die 1.500 österreichische Klein- und Mittelunternehmen nach der aktuellen Wirtschaftslage und den Ausblicken für die kommenden sechs Monate befragt. Die Talsohle der durch Corona ausgelösten Wirtschaftskrise scheint erreicht zu sein. Die österreichischen KMU beurteilten in den letzten sechs Monaten ihre Geschäftslage wieder positiver und die Geschäftserwartungen sind zuversichtlicher als im Vergleichszeitraum 2020. Alle Erwartungen haben sich deutlich verbessert.

Das Ergebnis des Creditreform Klimabarometers für das Frühjahr 2021 liegt mit plus 4 Punkten deutlich – und zwar um 6 Zähler – über dem Vorjahreswert (minus 2,0 Punkte) und damit wieder im positiven Bereich. In allen Hauptwirtschaftsbereichen mit Ausnahme der Dienstleistungsbranche ist der Index positiv. Die Dienstleistungen bleiben mit minus 10,7 Punkten im tiefroten Bereich. Der Handel kämpft und bleibt knapp positiv. Die Baubranche und das Verarbeitende Gewerbe (Industrie) sind bereits (fast) auf Vorkrisenniveau angelangt.

Lage-, Erwartungs- und Klimabarometer

Das Creditreform Klimabarometer setzt sich zusammen aus den Einschätzungen der Befragten zum eigenen Betrieb, zur eigenen Branche sowie zur konjunkturellen Lage allgemein. Dabei fließen in die Gesamtbewertung des Konjunkturklimas sowohl die Äußerungen zur aktuellen Lage als auch zur zukünftigen Entwicklung ein. Aus den positiven und negativen Antworten werden jeweils Salden gebildet, die wiederum die Berechnungsgrundlage für den Gesamtindex bilden. Das Klimabarometer zielt in erster Linie auf die Stimmung im österreichischen Mittelstand ab.

Auftragserwartungen wieder positiv

Eine Erholung der Auftragsentwicklung halten viele Unternehmen für realistisch. So beträgt der Erwartungssaldo aus steigenden und sinkenden Aufträgen plus 1,1 Prozentpunkte und hat im Vergleich zum Vorjahr (minus 11,9 Prozentpunkte) zugelegt. Mit Auftragssteigerungen rechnen 24,1 Prozent der Befragten (Vorjahr: 19,2 Prozent), während 23,0 Prozent (Vorjahr: 31,1 Prozent) Auftragsrückgänge befürchten.

Einen positiven Erwartungssaldo erzielten das Verarbeitende Gewerbe mit plus 18,9 Prozentpunkten (Vorjahr: minus 29,0 Prozentpunkte) und die Bauwirtschaft mit plus 13,8 Prozentpunkten (Vorjahr: plus 9,3 Prozentpunkte). Wenig Vertrauen in den künftigen Konjunkturverlauf haben die Branchen Dienstleistung (minus 10,0 Prozentpunkte; Vorjahr: minus 7,6 Prozentpunkte) und Handel (minus 4,9 Prozentpunkte; Vorjahr: minus 18,3 Prozentpunkte).

Auftragserwartungen

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., ( ) = Vorjahresangaben

Mehr als jedes 4. Unternehmen rechnet mit steigenden Umsätzen

Ihre künftige Umsatzlage beurteilen die befragten Betriebe heuer mit deutlich mehr Zuversicht als noch vor einem Jahr. Der Saldo aus steigenden und sinkenden Umsätzen erreichte plus 3,7 Prozentpunkte – nach minus 12,4 Prozentpunkten im Frühjahr 2020. So rechnen aktuell 26,7 Prozent der Mittelständler (Vorjahr: 19,2 Prozent) mit einem höheren und 23,0 Prozent (Vorjahr: 31,6 Prozent) mit einem geringeren Umsatzaufkommen.

Einen positiven Erwartungssaldo haben die Branchen Bau (plus 22,5 Prozentpunkte; Vorjahr: plus 1,3 Prozentpunkte) und Verarbeitendes Gewerbe (plus 20,0 Prozentpunkte; Vorjahr: minus 27,7 Prozentpunkte). Bei beiden Wirtschaftsgruppen rechnet rund jeder Dritte – 32,5 Prozent (Vorjahr: 21,3 Prozent) bei der Bauwirtschaft und 34,4 Prozent (Vorjahr: 15,7 Prozent) beim Verarbeitenden Gewerbe – mit Umsatzsteigerungen. Beim Handel (minus 0,8 Prozentpunkte; Vorjahr: minus 15,5 Prozentpunkte) und bei der Dienstleistungsbranche (minus 10,6 Prozentpunkte; Vorjahr: minus 8,2 Prozentpunkte) sind per Saldo keine Umsatzzuwächse zu erwarten.

Umsatzerwartungen

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., ( ) = Vorjahresangaben

Conclusio

Wie in den letzten Tagen einige Wirtschaftsforscher festgestellt haben, erholt sich die heimische Wirtschaft schneller als noch vor ein paar Wochen erwartet. Eine steile V-förmige Konjunkturentwicklung und ein rasanter Aufschwung scheint möglich. Das bestätigen auch die hier befragten Unternehmen. Bemerkenswert ist, dass die Erwartungen die tatsächliche Lage übertreffen. Das Ende des Lockdowns, historisch wenige Insolvenzen, der Impfturbo und rückläufige Infektionen haben wieder das Vertrauen in die Wirtschaft gebracht. Über 51% wollen nun auch wieder investieren, um satte 5 Prozentpunkte mehr als noch vor der Krise.

Autor: Gerhard M. Weinhofer

Meinung

© Robert Polster

Auch Arbeitgeber empfinden Home Office als Bereicherung

Mit den sukzessiven Öffnungsschritten ist ein großer Teil der Österreicherinnen und Österreicher ins Büro zurückgekehrt. Arbeitnehmer wurden seit Beginn der Pandemie immer wieder zu ihren Ansichten rund um das Home Office befragt. Doch wie stehen heimische Arbeitgeber dazu? Und welchen Stellenwert wird Remote Work nach der Pandemie haben? Diesen und weiteren Fragen ist die Unternehmer-Blog-Umfrage der Volksbank nachgegangen.

Lesezeit: ca. 2 min

© IV/Michalski

Österreichs muss zu Top-Digitalisierungsnationen aufschließen

Die digitale Transformation ist in vollem Gange und der Rückstand zu den großen Wirtschaftsmächten USA und China wird größer. Wir müssen jetzt handeln, um Österreich unter den Top-Digitalisierungsvorreitern zu platzieren!

Lesezeit: ca. 2 min

© Tom Poe Photography

Entspannter Urlaub? Leichter gesagt als getan

Wie das Abschalten vom Job gelingt.

Lesezeit: ca. 3 min

© PantherMedia/tashatuvango

New Work braucht New Skills

Auf diese Fähigkeiten kommt es in der neuen Arbeitswelt an.

Lesezeit: ca. 4 min

© kucera

Gesprächsverweigerung ist keine Lösung

Die aktuellsten Top-News von unserem Co-Herausgeber und Europa-Experten Christoph Leitl.

Lesezeit: ca. 2 min

Die Kunst, bessere Entscheidungen zu treffen

Noch nie war es für Führungskräfte so schwierig, in komplexen und schier unüberblickbaren Situationen die richtige Entscheidung zu treffen wie heute. Das kann dazu führen, dass wir vorschnell handeln – oder aber Entscheidungen auf unbestimmte Zeit vertagt werden. Die Business-Expertin und langjährige CEO Mae Leyrer zeigt mit dem von ihr entwickelten „Strategic Storylining Framework“ einen anschaulichen und praxisnahen Weg der systematischen und faktenbasierten Entscheidungsfindung, der es Führungskräften erlaubt, die für die jeweilige Situation bestmögliche Entscheidung zu treffen. Eine kurze Gebrauchsanweisung für die Praxis.

Lesezeit: ca. 4 min

© Offerista Group Austria

Was uns interessiert: Handy, Lebensmittel, Kaffee & Frischfleisch

Hat Corona unser Informationsverhalten verändert? Was interessiert uns an Angeboten? Worüber informieren wir uns? Offerista Group Austria hat sich diesen Fragen in einer aktuellen Studie, die von 8. bis 14. Juni 2021 in Österreich erhoben wurde, gewidmet.

Lesezeit: ca. 4 min

© kucera

Mit den Amerikanern verbindet uns viel Positives

Liebe POM-Leserinnen und Leser, hier nun die aktuellsten Informationen aus Brüssel!

Lesezeit: ca. 2 min

TOP LEADER Premium-News, kostenlos abonnieren!

Jetzt registrieren